Den Personalmarkt in Deutschland beeinflussen derzeit vor allem langfristige Trends, Das sagt Alexander R. Petsch, Veranstalter von Europas größter Messe für Personalmanagement. Gemeint sind damit der demografische Wandel und technologische Veränderungen. „Der Einfluss dieser Megatrends zeigt sich in der Personalentwicklung“, so Petsch.
Eine kürzlich erschienene Studie des HRM Research Institute ergab laut Petsch, dass ein Drittel der befragten Unternehmen ihr Weiterbildungsbudget weiter erhöht. Einen großen Sprung, um 13 auf 43 Prozent innerhalb eines Jahres, habe ferner die Zahl der Unternehmen gemacht, in denen Mitarbeiter berufsbegleitend studieren. Die Studie räume mit der weithergebrachten Meinung auf, dass Unternehmen sich in punkto Weiterbildungen vor allem auf das Management konzentrierten. Die befragten Betriebe investierten der Umfrage zufolge gleichermaßen in alle Hierarchieebenen.
Umdeutung von Wissen
Social Media gehört zu den beherrschenden Themen. Dr. Wim Veen, Professor für Learning Systems an der Technischen Universität Delft, etwa plädiert für Vertrauen in soziale Netzwerke. Das individuelle Wissen sei heute nicht mehr in den einzelnen Köpfen, sondern befinde sich im Netz – Fachleute lernten und entwickelten dort gemeinsam. Das gemeinsame Netzwerken sei die Arbeitsform der Zukunft. Netzwerke würden damit gleichzeitig zu Reputationssystemen für die Bewerberauswahl und könnten klassische Auswahlkriterien ersetzen: „Diplome sind altmodisch“, so Veen.
„Die Bedeutung von Wissen in Unternehmen ergibt sich in der Kommunikation“, stellte der Niederländer fest. Doch diesen Austausch könnten die Firmen nicht kontrollieren – und das schaffe Probleme für die Personalabteilungen und für die Weiterbildungsanbieter. Weiterbildung der Zukunft heiße, Vernetzung zu organisieren, nicht Inhalte zu vermitteln.
Vertrauen in Mitarbeiter
„Wir stellen Mitarbeiter ein, nicht Netzwerke“, betont Dr. Simone Siebeke, bei Henkel für das weltweite Personalmanagement der Kosmetiksparte zuständig, ohne jedoch die Bedeutung von Social Media zu leugnen. Wichtig seien in Unternehmen klare Orientierungsrichtlinien für die Nutzung von sozialen Netzwerken. Firmengeheimnisse müssten selbstredend Firmengeheimnisse bleiben. Vor allem aber sollten Personaler Vertrauen in die Mitarbeiter haben. Ohnehin könne niemand den Trend zurückhalten. Im HR-Bereich nutze Henkel Online-Netzwerke wie LinkedIn vor allem zur Rekrutierung. (red)
Auf Jobsuche nach einem Job in Berlin? Der Berliner Jobmarkt findet für Sie einen Job Ihrer Wahl.
Ausbildung & Weiterbildung, Familie & Beruf, Arbeitsrecht & Gehalt