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Profilierung: Personaler suchen Netzwerker mit buntem Lebenslauf

Austausch: Die Personalmanager treiben derzeit vor allem die Mitarbeiterbindung, Arbeitszeitmodelle und flexible Beschäftigungsformen um.
Austausch: Die Personalmanager treiben derzeit vor allem die Mitarbeiterbindung, Arbeitszeitmodelle und flexible Beschäftigungsformen um.
Foto: Pluegl/spring

Diplome und Zertifikate interessieren nicht mehr, an ihre Stelle tritt das Netz als Reputationssystem: Kann so die Zukunft aussehen? Oder hat diese Vision die Gegenwart längst erreicht? Das Personalmanagement wandelt sich im Zeitalter des Social Media und auch der Umgang mit Bewerbern.

Den Personalmarkt in Deutschland beeinflussen derzeit vor allem langfristige Trends, Das sagt Alexander R. Petsch, Veranstalter von Europas größter Messe für Personalmanagement. Gemeint sind damit der demografische Wandel und technologische Veränderungen. „Der Einfluss dieser Megatrends zeigt sich in der Personalentwicklung“, so Petsch.

Netzwerker: „Die Masse findet die beste Lösung in kürzester Zeit. Die Masse korrigiert sich selbst“, sagt Dr. Wim Veen, Professor für für Learning Systems an der Technischen Universität Delft.
Netzwerker: „Die Masse findet die beste Lösung in kürzester Zeit. Die Masse korrigiert sich selbst“, sagt Dr. Wim Veen, Professor für für Learning Systems an der Technischen Universität Delft.
Foto: Pfluegl/spring

Eine kürzlich erschienene Studie des HRM Research Institute ergab laut Petsch, dass ein Drittel der befragten Unternehmen ihr Weiterbildungsbudget weiter erhöht. Einen großen Sprung, um 13 auf 43 Prozent innerhalb eines Jahres, habe ferner die Zahl der Unternehmen gemacht, in denen Mitarbeiter berufsbegleitend studieren. Die Studie räume mit der weithergebrachten Meinung auf, dass Unternehmen sich in punkto Weiterbildungen vor allem auf das Management konzentrierten. Die befragten Betriebe investierten der Umfrage zufolge gleichermaßen in alle Hierarchieebenen. 

Grenzgängerin: Personalmanagement muss Teil des Business sein. Auch in meinem Bereich will ich keine Silokarrieren, sagt Dr. Simone Sibeke, Vice President Human Resources Cosmetics bei Henkel.
Grenzgängerin: "Personalmanagement muss Teil des Business sein. Auch in meinem Bereich will ich keine Silokarrieren", sagt Dr. Simone Sibeke, Vice President Human Resources Cosmetics bei Henkel.
Foto: Pfluegl/spring

Umdeutung von Wissen

Social Media gehört zu den beherrschenden Themen. Dr. Wim Veen, Professor für Learning Systems an der Technischen Universität Delft, etwa plädiert für Vertrauen in soziale Netzwerke. Das individuelle Wissen sei heute nicht mehr in den einzelnen Köpfen, sondern befinde sich im Netz – Fachleute lernten und entwickelten dort gemeinsam.  Das gemeinsame Netzwerken sei die Arbeitsform der Zukunft. Netzwerke würden damit gleichzeitig zu Reputationssystemen für die Bewerberauswahl und könnten klassische Auswahlkriterien ersetzen: „Diplome sind altmodisch“, so Veen.

„Die Bedeutung von Wissen in Unternehmen ergibt sich in der Kommunikation“, stellte der Niederländer fest. Doch diesen Austausch könnten die Firmen nicht kontrollieren – und das schaffe Probleme für die Personalabteilungen und für die Weiterbildungsanbieter. Weiterbildung der Zukunft heiße, Vernetzung zu organisieren, nicht Inhalte zu vermitteln. 

Aufspürer: „Das Personalmanagement entwickelt sich derzeit mit mehr Dynamik als jeder andere Unternehmensbereich“, sagt Alexander Petsch, Geschäftsführer von Spring Messe Management.
Aufspürer: „Das Personalmanagement entwickelt sich derzeit mit mehr Dynamik als jeder andere Unternehmensbereich“, sagt Alexander Petsch, Geschäftsführer von Spring Messe Management.
Foto: Pfluegl/spring

Vertrauen in Mitarbeiter

 „Wir stellen Mitarbeiter ein, nicht Netzwerke“, betont Dr. Simone Siebeke, bei Henkel für das weltweite Personalmanagement der Kosmetiksparte zuständig, ohne jedoch die Bedeutung von Social Media zu leugnen. Wichtig seien in Unternehmen klare Orientierungsrichtlinien für die Nutzung von sozialen Netzwerken. Firmengeheimnisse müssten selbstredend Firmengeheimnisse bleiben. Vor allem aber sollten Personaler Vertrauen in die Mitarbeiter haben. Ohnehin könne niemand den Trend zurückhalten. Im HR-Bereich nutze Henkel Online-Netzwerke wie LinkedIn vor allem zur Rekrutierung. (red)

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Datum:  12 | 10 | 2011
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