Die Serviette, früher auch Mundtuch genannt, liegt während des gesamten Essens zur Hälfte gefaltet auf dem Schoß, mit der Öffnung zum Körper hin. Sie dient einerseits zum Schutz der Kleidung – falls etwas vom Essen herunterfällt – und andererseits zum Abtupfen der Lippen, bevor man trinkt. Dazu benutzt man die Innenseite, damit nach dem Gebrauch die Flecken nicht zu sehen sind. Fettränder am Glas sind nicht nur unschön, sondern verderben auch den Geschmack des Weins und lassen beim Bier den Schaum zusammen fallen.
Verlassen Sie zwischen zwei Gängen kurz den Tisch, gehört die Serviette aus hygienischen Gründen keinesfalls auf den Stuhl, sondern lose zusammen gelegt vor Ihrem Platz auf den Tisch. Nach dem Essen wird sie links neben dem Teller abgelegt. Dies gilt sowohl für Stoff- als auch für Papierservietten.
In einfachen Wirtshäusern war es früher üblich, die Serviette um den Hals zu binden oder in den Kragen zu stecken. Dies gilt heute überall als großer Fauxpas.
Hierzu eine kleine Anekdote. Der Geschäftsführer eines Nobelrestaurants beobachtet, wie ein Gast seine Serviette um den Hals bindet. Er bittet den Oberkellner ihn taktvoll darauf hinzuweisen, dass sich dies in seinem Haus nicht gehört. Der Oberkellner geht zum Gast und fragt freundlich: „Was darf es sein, der Herr – rasieren oder Haare schneiden?“