Bürohund: Schön ist das natürlich nur für Tierfreunde. Grundlegen für den Tierspaß am Arbeitsplatz ist eine gute Erziehung für den Umgang mit Kollegen und Kunden. Foto: dpa-tmn
Zwei Szenarien haben viele vor Augen, wenn man den so genannten Bürohund anspricht. Zum einen den Hund in Werbeagenturen, mit dem reihum jeder auch mal Gassi geht. Oder der Vierbeiner der Geschäftsfrau im Einzelhandel, der zwischen Ladengeschäft und Beifahrersitz im Cabrio pendelt. Positive Wirkung wird allen Bürohunden zugesprochen.
Fernab aller Klischees gibt es den Bürohund in Firmen aller Branchen. Denn ihm werden viele positive Wirkungen zugeschrieben: Er soll etwa Stress und Streit in der Abteilung reduzieren. Und nicht einmal der Tierschutzbund hat etwas gegen die Idee.
Auf fröhliches Gebell wartet man vergebens, wenn man die Büros der Stephan Medizintechnik GmbH in Gackenbach in Rheinland-Pfalz betritt. „Unsere Hunde sind gut erzogen und bellen die Besucher nicht an“, erklärt Volker Wolf. Anders ginge das auch gar nicht, schließlich tummeln sich in den Räumen des Unternehmens insgesamt 13 Hunde verschiedener Rassen - allesamt die Tiere von Mitarbeitern.
Die Firma ist auf den Hund gekommen
Begonnen hatte das Ganze vor einigen Jahren. Damals fragte Volker Wolf seine Chefin, ob er seinen weißen Schäferhund mit zur Arbeit bringen könne. Da das Tier brav war und keiner der Kollegen etwas dagegen hatte, wurde der Bitte entsprochen - und prompt legten die Chefin und weitere Kollegen mit einem eigenen Hund nach. Vor einigen Jahren kaufte die Unternehmensleitung gar noch ein zusätzliches Areal als Hundeauslauf neben dem Firmengelände hinzu und baute eine Hundehütte.
Hunde fördern die Bürogemeinschaft
Der Vorteil eines Bürohundes liegt für Wolf klar auf der Hand: „In der Mittagspause gehen wir nicht in die Kantine, sondern mit einem Brot in der Hand mit unseren Hunden gemeinsam Gassi im Wald. Dabei ergeben sich immer tolle Gespräche.“ Anschließend könne man viel ausgeglichener wieder an die Arbeit gehen. Generell sei die Stimmung am Arbeitsplatz besser. Mit einem Hund im Büro finde man immer ein Gesprächsthema.
Bürohund: Schluss mit Stress und Streit
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Bürohund: Schluss mit Stress und Streit
Nicht nur für eine offenere Kommunikation untereinander sind Hunde gut. Hunde im Büro wirken entspannend auf die Atmosphäre, sagen Psychologen. Der Vierbeiner lenkt beispielsweise ab und führt zur Entspannung, wenn man ihn nach einem anstrengenden Telefonat kurz streichelt.
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Es bedarf allerdings einiger Regeln, damit Tier und Mensch miteinander harmonieren. Die Grundvoraussetzung ist, dass das Mitbringen des Bürohundes vorher mit allen Kollegen abgeklärt ist. Wenn Kollegen Angst vor den Tieren haben oder gar Allergien, dann müssen Hundehalter auch ein Nein respektieren.
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Zudem muss das Tier gewisse Spielregeln beherrschen und sich benehmen können. Ein Hund etwa, der jeden anbellt oder der Telefonate mit seinem Geheul begleitet, ist nicht akzeptabel. Außerdem muss sich das Tier auf einen festen Platz zurückziehen können und ausgeglichen sein. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist ein Hund positiv für alle.
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Das sieht auch der Deutsche Tierschutzbund so. Seit einigen Jahren organisiert der Verein den „Aktionstag Kollege Hund“. Er möchte zeigen, dass Hund und Büro vereinbar sind. Im vergangenen Jahr hätten mehr als 1.000 Firmen beim Aktionstag mitgemacht. Mitarbeiter durften für einen Tag ihren Hund mitbringen. Im Anschluss sind die Unternehmen vom Tierschutzbund als „tierfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet worden.
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Anders als Hunde, die ohnehin gern im Rudel und überall dabei sind, eignen sich Katzen weniger als Bürotier. Sie wollen eher ihre Ruhe haben und sich ihren Aufenthaltsort selbst aussuchen.
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Auch Kleintiere wie Hamster kommen als Bürotiere nicht unbedingt infrage. Schon die Fahrt zum Büro stresst Kleintiere, außerdem sitzen sie im Käfig und können deshalb nicht so ohne weiteres gestreichelt werden.
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Es ist ein bisschen so wie bei Therapie-Hunden: Auch den Bürohunden wird heilende Wirkung unterstellt. Er soll Stress und Streit in der Abteilung reduzieren. Und auch der Tierschutz erhebt keine Einwände. Als Bürotiere eignen sich Hunde vor allem auf Grund ihrer Flexibilität. Sie können sich schnell auf neue Umgebungen einstellen.
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