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01. Oktober 2012

Zukunft Personal - Mitarbeiter überfordert: Enterprise 2.0? Mitarbeiter sind von der modernen Form der Kommunikation überfordert

 Von Petra Jauch
Enterprise 2.0: Mitarbeiter benötigen Begleitung in die Arbeitswelt 2.0. Nicht jeder ist mit Digitalen Medien aufgewachsen. 

Die meisten Unternehmen setzen Social Media-Tools ein, vor allem im Recruiting und Marketing. Doch das Web 2.0 bedingt weit mehr: Es bildet die Grundlage für einen völlig neuen Arbeitsstil, basierend auf Kollaboration und Wissensaustausch. Damit sind viele Mitarbeiter überfordert.

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Die Arbeitswelt verändert sich unweigerlich für alle, die mit Wissen zu tun haben – und das ist heute der überwiegende Teil der Erwerbstätigen. „Noch haben die Leute die Wahl, wie sie kommunizieren“, betonte Viola Ploski von der Know How! AG auf der Messe Zukunft Personal 2012 in Köln. „Aber in wenigen Jahren müssen sie sich auf die neuen Arbeitsformen umstellen. Es geht nicht anders und es führt auch kein Weg zurück“, ist die Leiterin Beratung & Qualifizierung überzeugt, die selbst kaum noch E-Mails verfasst, sondern sich mit ihren Kollegen über Microblogging austauscht: „Wenn ich etwas auf unsere Plattform einstelle, sind alle gleich im Bilde und ich bekomme umgehend Feedback“, erläuterte Ploski den Vorzug.

Mitarbeiter benötigen Begleitung in die Arbeitswelt 2.0

Die Beraterin von der Know How! AG weiß die neuen Tools zu schätzen – etwas, was sie anderen Menschen voraus hat. Denn die Kompetenzen für Social Media sind nicht mal so kurz aus dem Ärmel geschüttelt. In den meisten Unternehmen gibt es zwar schon Wikis, Blogs, Intranet, Microblogging, lokale Netzwerke und Co., doch viele Mitarbeiter können wenig damit anfangen – insbesondere Vertreter aus Jahrgängen, die nicht mit den digitalen Medien aufgewachsen sind. „Die Philosophie dahinter muss verstanden sein, sonst kann der Funke nicht überspringen“, sagte Ploski. Zur erfolgreichen Einführung eines Enterprise 2.0-Werkzeugs gehöre grundsätzlich zweierlei: Zum einen müssten Mitarbeiter den Bedarf für das Instrument begreifen, zum anderen müsse die Führung den Nutzen für die Mitarbeiter und die damit verbundenen Ziele verdeutlichen.

Auf dem Weg in die Arbeitswelt 2.0 benötigen Mitarbeiter noch aus einem anderem Grund Begleitung: Der Abschied vom Gewohnten sei immer mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden, so die Social-Media-Expertin. Unternehmen müssten sich auf einen längeren Prozess einstellen und ein Change-Konzept entwickeln. „Veränderungen sind immer mühsam. Und sie erfordern für einen gewissen Zeitraum Mehrarbeit, bevor sich ein Erfolg einstellt.“

Kreativität und Kommunikationsfähigkeit sind trainierbar

„Wir befinden uns im Zeitalter der Kreativität und der Kommunikation, aber wir wissen noch nicht exakt, wie es funktioniert“, meinte auch Geneviève Morand, Gründerin des Netzwerks Rezonance, in ihrem Keynote-Vortrag auf der Kölner Fachmesse für Personaler. Die Spielregeln hätten sich geändert – denn Märkte seien heute nicht mehr Märkte, sondern Konversation. „Es müssen alle an den Tisch und miteinander reden“, folgerte die Entrepeneurin, die über das Westschweizer Netzwerk bereits 40.000 Menschen digital miteinander in Kontakt gebracht hat, aber auch regelmäßig persönliche Zusammentreffen und Schulungen organisiert. So wie Ploski geht Morand davon aus, dass die neuen Kompetenzen – die Förderung der Verbindungen im eigenen Gehirn und mit anderen – trainierbar sind. Menschen müssten lernen, ihre Bedürfnisse auszudrücken, nach Hilfe zu fragen, Emotionen zu zeigen, an ihren Stärken statt Schwächen zu arbeiten, Unwissenheit zuzugeben und Konflikte als Lerngelegenheiten zu akzeptieren. Ziel sei, dass sich ein jeder seiner Talente bewusst werde und diese täglich einsetzen könne. Auf dem Weg dorthin seien viele Ängste zu überwinden – auch vor der Ungewissheit der Zukunft.

Wissen zu teilen ist immer „ein freiwilliger Akt“

Es sei sehr schwierig, mit Unsicherheiten umzugehen, befand auch Dagmar Woyde-Köhler in der Pressekonferenz zur Messe. Die Geschäftsführerin der EnBW Akademie verwies auf einen „Gap“ zwischen dem technischen Fortschritt und dem persönlichen Umgang der Menschen mit den zum Teil „phantastischen“ neuen Kommunikations- und Lernformen. Die Überwindung dieser Lücke sei ein gerade erst begonnener Prozess. „Wir stehen am Beginn eines Paradigmenwechsels.“ Viele Menschen hätten noch nicht begriffen, dass es keine Sicherheit mehr gebe. Hinzu komme, dass Menschen ihr Wissen bislang bewusst für sich behielten. „Wissen miteinander zu teilen, ist ein freiwilliger Akt.“, gab Woyde-Köhler zu bedenken. Dazu müssten die Menschen ausdrücklich ermuntert werden, zumal es kontraproduktive Erfahrungen in bestimmten Unternehmenskulturen dazu gebe.

Erfahrungen mit diesem Punkt hat auch Viola Ploski. „Wir müssen diesen Brocken ‚Wissen ist Macht‘ aufbrechen“. Den Menschen sei klarzumachen, dass sie ihre Fachkompetenz auf einer Austauschplattform erst richtig zur Geltung bringen könnten. Die Bereitschaft, sein Handeln und Denken anderen zugänglich zu machen, sich gleichsam beim Arbeiten zuschauen zu lassen, sei aber auch eine Persönlichkeitsfrage: Manche befürchten, dass sie sich blamieren könnten, wenn sie etwas falsch machen oder wissen nicht, wie sie andere, etwa ihre Vorgesetzen, ansprechen sollen.“ Die Einführung dieses komplett neuen Arbeitsstils brauche in jedem Fall Zeit und Unterstützung: „Das Enterprise 2.0 ist kein „nice to have“, sondern da steckt wirklich Arbeit drin.“

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