Wenn es stimmt, dass sich potenzielle Aufsteiger auch dadurch auszeichnen, dass sie schlechte Spiele gewinnen, dann kann der Weg in Richtung Zweite Bundesliga in der laufenden Saison der dritten Liga nur über die Offenbacher Kickers führen. Denn der Tabellenführer bot beim 2:1 (0:1)-Heimsieg am Freitagabend gegen den SV Babelsberg wahrhaftig keine Glanzleistung, drehte die Partie nach einem Rückstand aber erneut und landete damit den zehnten Saisonsieg. „Bei dieser Mannschaft brauchst du keine Aufputschmittel“, sagte der Offenbacher Trainer Wolfgang Wolf. „Sie macht mich wahnsinnig.“
Obwohl Wolf tagelang an seine Spieler appelliert hatte, die Babelsberger ernst zu nehmen und das Pokalspiel am kommenden Mittwoch gegen Borussia Dortmund zu verdrängen, schien das nicht gefruchtet zu haben. Behäbig und ohne Präzision im Passspiel agierte der Tabellenführer, während der Aufsteiger aus einer massierten Deckung geschickte Konter setzte und die Kickers damit einige Male in arge Verlegenheit brachte. Einer der schnellen Angriffe führte nach 29 Minuten zum Elfmeter, den Almedin Civa souverän zum 1:0 für die Gäste verwandelte. OFC-Mittelfeldakteur Steffen Haas hatte zuvor den enteilten Süleyman Koc nur mit einem Griff ans Trikot bremsen können.
Auch nach der Pause Mühe
Die Kickers hatten dagegen nur wenige Szenen vor dem Babelsberger Tor, einmal köpfte der früh für den verletzten Denis Berger eingewechselte Thomas Rathgeber knapp vorbei (34.), dann klärte Rudolph nach einem erneuten Kopfball Rathgebers auf der Linie (42.).
Wolf reagierte zur Pause und wechselte Kai Hesse für den indisponierten Mesic ein. Doch zunächst besserte sich wenig. Die Offenbacher kamen nun zwar besser in die Zweikämpfe, aber dem Spiel nach vorne mangelte es weiter an Kreativität. Babelsberg hatte relativ wenig Mühe, den Vorsprung zu verteidigen und hätte seinerseits nach 53 Minuten das 2:0 erzielen können.
Als Kickers-Torhüter Robert Wulnikowski den Ball nach einem Schuss von Nicolas Hebisch abprallen ließ, musste Koc den Ball eigentlich nur noch ins fast leere Tor befördern. Doch der Babelsberger schoss den auf der Linie postierten OFC-Verteidiger Nils Teixeira an. „Hätten wir das 2:0 gemacht, wäre das Spiel anders gelaufen“, sagte ein enttäuschter Babelsberger Coach Dietmar Demuth. Die Gastgeber blieben allerdings im Spiel und landeten in den letzten Minuten die entscheidenden Treffer. Zunächst traf Hesse mit einem haltbaren Flachschuss aus 22 Metern (80.), und drei Minuten vor dem Ende war es Torjäger Olivier Occean vorbehalten, einen von links scharf nach innen gegebenen Ball von Hesse zum 2:1 zu verlängern. „Wir haben dieses Mal den Sieg erzwungen“, bilanzierte Wolf. „Aber das geht nicht immer so. Irgendwann werden wir so ein Spiel verlieren.“
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
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