Am Ende wollte sich Thomas Gerstner das Resultat nicht schlechtreden lassen. „Wir haben einen Punkt geholt gegen eine Truppe, die zu Recht aufsteigen wird“, sagte der Trainer der Offenbacher Kickers auch am Sonntag. Der 44 Jahre alte Fußballlehrer, der mit seinen Spielern nach dem peinlichen 0:1 im Nachholspiel am vergangenen Dienstag beim Tabellenletzten FC Bayern München II noch hart ins Gericht gegangen war, konnte sich mit dem 0:0 im Spitzenspiel der dritten Liga bei Hansa Rostock durchaus arrangieren.
Denn obwohl der OFC im Ostseestadion beileibe nicht brilliert hatte, war Gerstner der Ansicht, dass das torlose Remis beim Tabellenzweiten ein Schritt in die richtige Richtung war. „Kämpferisch haben wir alles in die Waagschale geworfen“, sagte der Kickers-Trainer. „Wir haben Moral und Charakter gezeigt und uns gut gewehrt.“ Positiv hob der neue Offenbacher Trainer vor allem die Leistung seiner Defensive hervor. Die zuletzt etwas wackelige Abwehr um Kapitän Marko Kopilas schaffte es, die zuletzt so starke Offensive der Rostocker in ihrer Wirkung deutlich einzuschränken. So hatte Hansa bei einem abgefälschten Schuss von Radovan Vujanovic (55.) sowie einem Schrägschuss von Mohammed Lartey, der knapp vorbeiging (85.), lediglich zwei gute Möglichkeiten zu einem Treffer.
So fleißig die Offenbacher gegen den Ball arbeiteten und so sicher sie in der Defensive standen, so wenig konnten sie allerdings ihrerseits Torgefahr verbreiten. Ein abgeblockter Kopfball von Markus Husterer (67.), ein Schuss von Nicolas Feldhahn, der knapp über das Tor ging (89.): Mehr Szenen hatte der OFC nicht. „Die Spielweise war nicht so, wie sie einem Trainer gefällt“, urteilte Gerstner über die Offensivbemühungen seiner Mannschaft. „Da war auch viel Krampf.“ Der neue Mann beim OFC glaubt aber auch erkannt zu haben, wo bei den Kickers die Defizite liegen. „Die Explosivkraft ist nicht so da“, seine Mannschaft weise in punkto Handlungs- und auch Sprintschnelligkeit Mängel auf. Mit gezieltem Kraft- und Intervalltraining will Gerstner nun dafür sorgen, „dass wir die Power reinkriegen“. Der OFC-Coach denkt, dass die Defizite bis zum ersten Spiel nach der Länderspielpause, am 1.April bei Werder Bremen II, behoben sein werden.
Bangen um Occean
Doch erst gilt es noch, am kommenden Samstag zu Hause gegen die TuS Koblenz zu bestehen. Gerstner hofft darauf, dass dann auch Olivier Occean wieder fit ist. Der kanadische Torjäger hatte in Rostock wegen muskulärer Probleme oberhalb des Knies kurzfristig passen müssen. Noch ist nicht klar, woher die Beschwerden stammen. Gerstner geht jedoch davon aus, dass Occean nicht länger ausfallen wird. Der Kickers-Trainer hofft, „dass wir mit Olivier ab Dienstag oder Mittwoch wieder normal arbeiten können“. Denn der OFC braucht Tore und Siege. Der Punkt in Rostock war zwar gut für die Moral, aber die Konkurrenz im Rennen im Platz drei ist wieder näher gekommen.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
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