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DFB-Pokal: Offenbacher Ausrufezeichen

Nach vier Punktspiel-Siegen gewinnt der Spitzenreiter der 3. Fußball-Liga auch im DFB-Pokal - ebenso deutlich wie verdient.

Trainer Wolfgang Wolf (rechts) feiert mit seinen Spielern (15.08.2010).
Trainer Wolfgang Wolf (rechts) feiert mit seinen Spielern (15.08.2010).
Foto: Bongarts/Getty Images
Offenbach –  

In den vergangenen Wochen hatte Wolfgang Wolf stets auf der Bremse gestanden. Trotz eines optimalen Saisonstarts in der dritten Liga mit vier Siegen aus vier Spielen hatte der Trainer der Offenbacher Kickers darauf hingewiesen, dass sein Team noch Steigerungsmöglichkeiten besitzt. „Wir haben noch gar nicht alles gezeigt“, hatte der 52-Jährige jüngst noch gesagt.

Seit Sonntagabend dürfte die Konkurrenz wissen, dass diese Aussage richtig war. In der Erstrundenpartie des DFB-Pokals besiegte der momentane Tabellenführer der dritten Liga den VfL Bochum mit 3:0 (2:0), und weniger als der Erfolg gegen den Bundesliga-Absteiger an sich machte die Vorstellung der Kickers Eindruck. „Wir haben gezeigt, dass wir Qualität haben“, sagte Torjäger Olivier Occean, und auch Teamkollege Sead Mehic schlug in die gleiche Kerbe. „Jeder hat gesehen, was wir zu leisten imstande sind“, sagte der 35 Jahre alte Routinier und schob nach: „Wir haben den Gegner dominiert.“

Dieser Einschätzung konnte sich niemand verwehren, der die Partie gesehen hatte. Auch nicht Friedhelm Funkel. Der ehemalige Frankfurter und neue Bochumer Coach sprach nach einer „enttäuschenden Leistung meiner Mannschaft“ davon, dass „der Sieg des OFC hochverdient war. Da gibt es überhaupt keine Fragezeichen.“

In der Tat hatten die Offenbacher einen sehr guten Tag erwischt. Von Anfang zwangen sie den klassenhöheren Kontrahenten in die Zweikämpfe und entschieden die meisten für sich. Neben der Überlegenheit in den Duellen Mann gegen Mann waren die Kickers auch fußballerisch besser, weswegen durch Mittelfeldakteur Nicolas Feldhahn (11.) und Occean, dessen Kopfball Bochums Torhüter Philipp Heerwagen glänzend parierte (24.), frühzeitig gute Chancen vorhanden waren. Und nachdem der OFC bei einem Pfostenschuss des nordkoreanischen WM-Teilnehmers Chong Tese Glück gehabt hatte (29.), legten Feldhahn mit einem nicht ganz unhaltbaren 25-Meter-Schuss zum 1:0 (33.) und Steffen Haas, der einen mustergültig vorgetragenen Angriff aus kurzer Distanz zum 2:0 abschloss (45.), den Grundstein für den Erfolg.

Freitag
Samstag
Sonntag

SV Wilhelmshaven - Eintracht Frankfurt 0:4 (0:2)
FC Ingolstadt 04 - Karlsruher SC 2:0 (1:0)
VfB Lübeck - MSV Duisburg 0:2 (0:0)
FSV Frankfurt - SC Paderborn 2:0 (0:0)
VfL Osnabrück - 1. FC Kaiserslautern 2:3 n.V. (1:1,1:0)
Jahn Regensburg - Arminia Bielefeld 5:6 i.E. (1:1,1:1,0:1)

FK Pirmasens - Bayer Leverkusen 1:11 (0:1)
Wacker Burghausen - Borussia Dortmund 0:3 (0:2)
SV Babelsberg 03 - VfB Stuttgart 1:2 (1:2)
FC Oberneuland Bremen - SC Freiburg 0:1 (0:1)
SC Pfullendorf - Hertha BSC 0:2 (0:0)
Rot Weiss Ahlen - Werder Bremen 0:4 (0:1)
SC Verl - TSV 1860 München 1:2 (1:0)
Hansa Rostock - 1899 Hoffenheim 0:4 (0:4)
Chemnitzer FC - FC St. Pauli 1:0 (1:0)
SV Sandhausen - FC Augsburg 1:3 i.E. (4:4,3:3,2:1)
SV Elversberg - Hannover 96 5:4 i.E. (0:0)
Eintracht Braunschweig - SpVgg Greuther Fürth 1:2 n.V. (0:0)
Erzgebirge Aue - Bor. Mönchengladbach 1:3 (0:1)

Schwarz-Weiß Essen - Alemannia Aachen 1:2 (0:2)
TuS Koblenz - Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0)
SC Victoria Hamburg - Rot-Weiß Oberhausen 1:0 (1:0)
ZFC Meuselwitz - 1. FC Köln 0:2 (0:2)
TuS Heeslingen - Energie Cottbus 1:2 (0:2)
Eintracht Trier - 1. FC Nürnberg 0:2 (0:1)
Berliner AK 07 - FSV Mainz 05 1:2 (0:1)
Hallescher FC - 1. FC Union Berlin 1:0 (1:0)
Torgelower SV Greif - Hamburger SV 1:5 (1:1)
Preußen Münster - VfL Wolfsburg 1:2 (0:0)
Kickers Offenbach - VfL Bochum 3:0 (2:0)

Nach der Pause blieb der OFC am Drücker und der sehr starke Denis Berger sorgte schließlich per Volleyabnahme zum 3:0 (84.) dafür, dass sich die Dominanz auch im Ergebnis niederschlug.

Hinterher sah man im Offenbacher Lager nur strahlende Gesichter. Selbst Wolfgang Wolf nahm den Fuß von der Bremse. „Das war eine runde Leistung“, sagte der OFC-Trainer, „wir haben uns keine Blöße gegeben und keine Fehler gemacht.“ Zudem haben die Kickers durch den Einzug in die zweite Runde weitere etwa 300000 Euro sicher. Ob die für in Personal investiert werden, ist offen. Klar ist dagegen, dass Kai Hesse keine große Zukunft mehr am Bieberer Berg hat. Dem Stürmer, der seit seiner Verpflichtung im vergangenen Januar die Erwartungen nicht erfüllen konnte und gegen Bochum nicht im Kader war, wurde nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen.

Autor:  Andreas Hunzinger
Datum:  15 | 8 | 2010
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3. Liga
Mannschaft Tore Punkte
1 SV Sandhausen 57:42 66
2 VfR Aalen 50:42 64
3 Jahn Regensburg 55:41 61
4 1. FC Heidenheim 48:36 60
5 Rot-Weiß Erfurt 54:41 59
6 Burghausen 55:47 57
7 VfL Osnabrück 46:35 55
8 Kickers Offenbach 49:41 55
9 Chemnitzer FC 47:43 55
10 1. FC Saarbrücken 61:51 54
11 VfB Stuttgart II 44:47 50
12 Preußen Münster 40:44 50
13 Arminia Bielefeld 51:57 50
14 Darmstadt 98 51:47 49
15 Unterhaching 63:59 44
16 Wiesbaden 40:48 44
17 SV Babelsberg 44:59 44
18 Carl Zeiss Jena 39:59 39
19 Oberhausen 33:47 38
20 Werder Bremen II 29:70 22
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