Von Arie van Lent heißt es, dass er ein bodenständiger Kerl ist − und ein unkomplizierter sowie ausgesprochen netter Zeitgenosse. Bei seinen Stationen als Profifußballer, ob in Fürth, Mönchengladbach oder Frankfurt , war der 40 Jahre alte Niederländer Publikumsliebling.
Als van Lent am Montagmittag seinen ersten offiziellen Auftritt als neuer Trainer des Drittligisten Kickers Offenbach hatte, bestätigte er all das, was man über ihn sagt. Freundlich lächelnd ertrug er das Blitzlichtgewitter, und als er mit seinem Statement an der Reihe war, tat er das unaufgeregt, mit einer sympathischen Prise Selbstironie und Mutterwitz. Michael Sternkopf, neuer Organisationsleiter bei den Profis, bezeichnet van Lent „als Pfundskerl und Teamplayer“.
Der einstige Mittelstürmer ist von den führenden Köpfen des OFC dazu auserkoren worden, bei den Kickers nach der verkorksten Saison 2010/2011 für Aufbruchstimmung zu sorgen und sie alsbald wieder in die zweite Liga zu führen. Van Lent ist laut Geschäftsführer Thomas Kalt „unser absoluter Wunschtrainer“. Und das nicht erst seit gestern. Kalt bestätigte, dass der aus Opheusden in der niederländischen Provinz Gelderland stammende van Lent „in unseren Überlegungen schon öfter eine Rolle gespielt hat“.
Nun hat es mit der Verpflichtung geklappt, und van Lent ist froh, dass es so gekommen ist. Der 1,90 Meter lange Fußballlehrer hat nach eigenem Bekunden nicht lange nachdenken müssen, als er die Offerte des OFC erhielt. „Nach eine Stunde war das erledigt“, sagt van Lent über die Verhandlungen. „Ich weiß, was Kickers Offenbach ist − nämlich Tradition pur. Und es ist Leben in der Bude.“ Nach seinen Stationen beim Oberligisten 1. FC Kleve und bis zum vergangenen Wochenende beim Drittligisten Rot-Weiss Ahlen empfindet er sein Engagement beim OF C nun „als den nächsten Schritt“ seiner Trainerkarriere.
Pressing und hohes Tempo
Van Lent weiß um die Schwere der Aufgabe. Die desolate Rückrunde der just beendeten Saison ist eine nicht unerhebliche Hypothek. Aber er sieht in dem Kader, von dem 16 Spieler noch Verträge in Offenbach besitzen, „die Qualität da“ und will ihn nur „auf gewissen Positionen verstärken“. Dazu will in der nächsten beiden Tage zu intensiven Sondierungsgesprächen mit der OFC-Führung nutzen − und mit Sternkopf sowie Sport-. und Nachwuchskoordinator Ramon Berndroth.
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Denn neben der Rückkehr in die zweite Liga wollen die Kickers auch wieder eine gute Adresse für Talente der Region werden und daraus die Profimannschaft speisen. Priorität besitzt aber die kommende Drittliga-Saison. Am Dienstag, 14. Juni, wird van Lent sein Team zum ersten Training bitten. Deswegen soll zeitnah auch geklärt werden, was aus den bisherigen Co-Trainern Tobias Dudeck und Manfred Binz sowie Torwartcoach Rene Keffel wird.
Unabhängig davon will van Lent in Offenbach künftig offensiven Fußball mit Pressing und hohem Tempo spielen lassen. Vollmundige Ziele formuliert der neue Hoffnungsträger indes nicht. „Oben mitspielen“, will er mit den Kickers. Und „versuchen, jedes Spiel zu gewinnen“. Aber, ergänzt er und lächelt hintersinnig, „das will ja jeder“.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
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