Die Offenbacher Kickers haben die Sensation geschafft und sind in die dritte Runde des DFB-Pokals eingezogen. Am Mittwochabend besiegten sie den Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga Borussia Dortmund mit 4:2 (0:0, 0:0) nach Elfmeterschießen und stehen damit im Achtelfinale, das im Dezember stattfindet.
OFC-Trainer Wolfgang Wolf hatte vor dem Spiel gefordert, dass seine Mannschaft gegen Dortmund auf keinen Fall nur verteidigen dürfe. Die Kickers, bei denen Nicolas Feldhahn im Mittelfeld den verletzten Denis Berger ersetzte, brachten die Forderung ihres Trainers rechtschaffen auf den Platz. Obwohl der BVB erwartungsgemäß von Beginn an die reifere Spielanlage zeigte und technische Vorteile hatte, suchten die Offenbacher sofort die Offensive, wenn sie mit unbändigen Einsatz den Ball erobert hatten.
So musste sich BVB-Keeper Roman Weidenfeller bereits nach fünf Minuten anstrengen, um einen Freistoß von Elton da Costa aus 22 Metern Entfernung zu entschärfen. Dann war erst mal Dortmund am Zug, doch außer Fernschüssen von Shinji Kagawa (7.) und Robert Lewandowski (20./ 25.), die OFC-Torwart Robert Wulnikowski sicher parierte, konnten sie das Offenbacher Tor nicht ernsthaft in Gefahr bringen.
Gefährlich wurde es dagegen nach 26 Minuten vor dem Dortmunder Gehäuse, als ein Schuss des aufgerückten Kickers-Linksverteidigers Nils Teixeira von Weidenfeller an die Latte gelenkt wurde. Die Gastgeber gestalteten die Begegnung nun zunehmend offener, weil sich einerseits mehr zutrauten und die Borussia bei ihren Pässen die nötige Präzision vermissen ließen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kam der Favorit zweimal durch, beide Male hatte Torjäger Lucas Barrios das 1:0 auf dem Fuß. Beim ersten Mal rettete Teixeira für den bereits ausgespielten Wulnikowski auf der Linie (41.), beim zweiten Mal lenkte der OFC-Torhüter den Ball zur Ecke (43.). Dennoch war Kickers-Präsident Dieter Müller mit der Vorstellung „sehr zufrieden“ und forderte in der Pause: „Wir müssen im Mittelfeld weiter dagegen halten.“
Der OFC-Mannschaft war des Präsidenten Wunsch Befehl. Auch nach der Pause bearbeiteten die Kickers die Westfalen mit großer Hingabe und erzwangen somit ein offenes Spiel. Dortmund spielte hingegen weiter ungenau und wirkte zudem pomadig. Was bei BVB-Coach Jürgen Klopp an der Seitenlinie mehrfach Wutausbrüche herausforderte. Der OFC kam zu guten Kontersituationen, allerdings mangelte es Wolfs Spielern an der nötigen Ruhe. So mussten Zufälle herhalten, damit es Chancen gab.
Erst gegen Ende der Begegnung machte sich bei den Offenbachern der große läuferische und kämpferische Aufwand bemerkbar, so dass die Gäste Druck aufbauen konnten. Doch die Kickers-Spieler warfen sich in die Bälle, wenn Dortmund mal in den Strafraum kam, und den Rest bereinigte Wulnikowski, der kurz vor Schluss bei Lewandowskis Schuss aus wenigen Metern überragend parierte (90.). So blieb es nach 90 Minuten beim 0:0 und die Partie musste verlängert werden.
In der Verlängerung passierte zunächst kaum etwas, ehe der beste Offenbacher Wulnikowski nach einem Schuss von Barrios erneut glänzend hielt (115.). Einen Sieger brachte sie aber auch nicht hervor, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste. Dort wurde Wulnikowski zum Kickers-Helden, weil der OFC-Keeper die Elfmeter von Barrios und Lewandowski parierte.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
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