Klimawandel

16. Juli 2012

3. Petersburger Klimadialog: Altmaier fordert mehr Klimaschutz

Bundesumweltminister Altmaier eröffnet am Montag den Petersburger Klimadialog in Berlin.  Foto: Reuters

Beim dritten internationalen Klimadialog in Berlin setzt sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) für mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel ein. Die Finanzkrise dürfe sich nicht negativ auf den Klimaschutz auswirken.

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Beim dritten internationalen Klimadialog in Berlin setzt sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) für mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel ein. Die Finanzkrise dürfe sich nicht negativ auf den Klimaschutz auswirken.

Vertreter aus 35 Staaten wollen den Klimaverhandlungen neuen Schwung verleihen. „Wir wollen heute helfen, den internationalen Klimaschutz wieder flott zu machen“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier am Montag zum Auftakt des Petersberger Klimadialogs, der diesmal in der deutschen Hauptstadt stattfindet. Auf dem zweitägigen Treffen wollen Umweltpolitiker über neue Ideen und Partnerschaften im Kampf gegen den Klimawandel beraten. Altmaier äußerte sich besorgt, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichten, das Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.

Langfristiges Denken, trotz Wirtschaftskrise

Seit dem ersten Petersberger Dialog vor zwei Jahren beherrsche nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Wirtschafts- und die Finanzkrise das internationale Geschehen, sagte Altmaier. Beiden Krisen gemeinsam sei kurzfristiges Denken. Nachhaltiges Wirtschaften könne jedoch helfen, diese Krisen zu überwinden.

Zugleich versicherte Altmaier, dass sich die Wirtschaftskrise nicht negativ auf die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen auswirken werde. „Wir werden trotz der Schuldenkrise, trotz der wirtschaftlichen Krise dafür sorgen, dass es neue und innovative Finanzierungsinstrumente gibt“, sagte er. Zugleich wolle er sich dafür einsetzen, dass die Zusagen zur Klimafinanzierung auch wirklich eingehalten würden. Deutschland sei hier auf einem guten Weg.

Altmaier drängt zur Eile

Auf der letzten Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hatten sich Vertreter von 194 Staaten auf einen Fahrplan für weitere Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verständigt. Bis 2015 soll ein Abkommen ausgehandelt werden, dem alle Staaten angehören sollen. Umgesetzt werden soll es ab 2020.

Beschlossen wurde außerdem eine neue Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, mit dem sich Industriestaaten zu einer Minderung des Treibhausgasausstoßes verpflichten. Allerdings wollen Kanada, Russland und Japan keine neuen Verpflichtungen zur Emissionsminderung eingehen, kurz nach der Konferenz in Durban verkündete Kanada offiziell seinen Ausstieg aus dem Protokoll.

Von der nächsten Klimakonferenz, die Ende des Jahres in Doha stattfindet, forderte Altmaier ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz. „Alle sind sich bewusst, dass die Zeit knapp ist“, betonte er. Die Beratungen in Berlin sollten nun dazu dienen, die Verhandlungen vorzubereiten und zugleich konkrete Schritte einzuleiten.

Merkel: "Es bringt nichts, auf Zeit zu spielen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einer Erderwärmung um bis zu vier Grad mit verheerenden Folgen gewarnt, wenn die Welt sich nicht auf stärkere Klimaschutzzusagen einigt. „Es bringt nichts, auf Zeit zu spielen“, sagte Merkel beim Klimadialog. Bleibe es bei den bisherigen freiwilligen Zusagen zur Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes sei das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht mehr zu halten. Dann drohe eine Erwärmung um drei bis vier Grad. (dapd/ dpa)

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