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Albatrosse: Gewinner des Klimawandels

Der Klimaerwärmung erleichtert den Albatrossen im Südlichen Ozean die Futtersuche. In den letzten Jahren legen die Vögel im Durchschnitt zehn bis zwölf Prozent Körpermasse zu.

Albatrosse beeindrucken mit einer Flügelspannweite von über 3 Metern.
Albatrosse beeindrucken mit einer Flügelspannweite von über 3 Metern.
Foto: imago

Wenn von Klimawandel die Rede ist, dann stehen zumeist höhere Temperaturen oder wechselnde Niederschlagsmuster im Fokus. Doch es gibt noch weitere Klimafaktoren, die sich verändern, zum Beispiel der Wind. Über den Ozeanen weht er tendenziell stärker. Das hat Einfluss auf die dort lebenden Seevögel und zeigt überraschende Effekte, wie französische Forscher jetzt im Fachmagazin Science berichten. Seit 40 Jahren studieren Biologen des Instituts Chizé in Villiers en Bois das Leben der Wanderalbatrosse auf den Crozet-Inseln. Das kleine, von Winden umtoste Archipel liegt einsam im Südlichen Ozean, auf halbem Weg zwischen Madagaskar und der Antarktis. Ornithologen protokollieren dort jährlich den Bruterfolg. Sie wiegen die Vögel und statten sie mit Sendern aus, um per Satellit ihre Flugrouten über dem Meer zu protokollieren. Dabei beobachteten sie über die Jahre deutliche Veränderungen.

Über drei Meter Flügelspannweite

Wanderalbatrosse sind von Natur aus große Vögel, mit über drei Metern Flügelspannweite. Die Weibchen wiegen üblicherweise acht, die Männchen zehn Kilo. „Es hat uns sehr überrascht, dass die Wanderalbatrosse auf den Crozet-Inseln heute aber im Durchschnitt ein Kilogramm schwerer sind als noch vor 20 Jahren“, sagt Henri Weimerskirch, Leiter der Seevogelforschung des Instituts Chizé. Zehn bis zwölf Prozent mehr Körpermasse sei ein bedeutender Zuwachs.

Die Gewichtszunahme zeigt, dass sich die Ernährungslage der Tiere verbessert haben muss. Zumal die Vögel heute bei der Futtersuche deutlich weniger Aufwand betreiben. Die Dauer ihrer ausgiebigen Futtersuchflüge übers offene Meer hat sich von 13 auf neun Tage verkürzt. Sie brauchen deutlich weniger Zeit, um das nötige Futter zu finden.

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Autor:  Lucian Haas
Datum:  14 | 1 | 2012
Seiten:  1 2 3
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