Nach den aktuellen Daten wird das Arktiseis am Ende des Sommers nur ein Ausmaß von etwa 4,9 Millionen Quadratkilometern haben. Zum vierten Mal in Folge sei die Arktis damit mit weniger Eis überzogen, als selbst nach dem Abwärtstrend der vergangenen Jahrzehnte zu erwarten gewesen wäre, stellt Professor Lars Kaleschke vom KlimaCampus der Universität Hamburg fest.
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„Die Ergebnisse sind deshalb bedenklich, weil sich die Negativentwicklung beschleunigt hat“, sagte Kaleschke, der die Daten zusammen mit Professor Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in einer Pressekonferenz mit dem Klimahaus Bremerhaven 8° Ost vorstellte. Gerdes sagte, die Entwicklung sei nicht allein durch natürliche Ursachen, sondern vor allem durch den vom Menschen verursachten Klimawandel zu erklären.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass aufgrund der Klimaveränderungen die Meereisbedeckung für das Nordpolarmeer in den Sommern weiter abnehmen wird. Modellberechnungen sehen bereits in wenigen Jahrzehnten eine im Sommer eisfreie Arktis. Während im Winter die Eisfläche weiter bei etwa 14 Millionen Quadratkilometer liegt, schmilzt sie im Sommer deutlich ab.
Der Schwund des Sommereises in der Nordpolregion gilt als eines der deutlichsten Symptome des Klimawandels. 1980 wurden noch 7,8 Millionen Quadratkilometer Sommereis gemessen, der Mittelwert der vergangenen 40 Jahre liegt bei 6,7 Millionen Quadratkilometern. Der dramatische Einbruch kam 2007. Nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts waren es nur noch 4,3 Millionen Quadratkilometer, nach anderen Berechnungen gar nur 4,1 Millionen, der bisherige Minusrekord. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Meereisfläche im Vergleich zu 2007 leicht zugenommen hatte, keimte die Hoffnung, dass der Negativtrend gebrochen werden könnte. „Diese Erwartung bestätigte sich jedoch nicht“, erklärten KlimaCampus, AWI und Klimahaus.
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