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Klimawandel

03. Mai 2012

Deutscher Wetterdienst: Klimawandel verändert Großwetterlagen

Mähdrescher im Einsatz. Zunehmend trockene Sommer werden Landwirten zu schaffen machen. Foto: dpa

Der langfristige Trend zu steigenden Temperaturen ist ungebrochen. Hoch- und Tiefdruckgebiete verlagern sich durch den Klimawandel hin zu den Polen. In Europa werden die Sommer trockener und die Winter milder.

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Berlin –  

Der Klimawandel wird dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge im Winterhalbjahr mehr regenreiche Tiefdruckgebiete und im Sommer mehr Trockenheit bis hin zu Dürren bringen. „Der langfristige Trend zu steigenden Temperaturen ist in Deutschland und weltweit ungebrochen“, sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker am Donnerstag in Berlin. Angesichts der derzeit beobachteten Trends könne es verstärkt zu Hochwasser kommen. Bauern müssten den Anbau auf robuste und vor allem Hitze-resistente Sorten umstellen. Wegen der steigenden Temperaturen schloss Becker auch Tornados in Deutschland nicht aus.

Die Durchschnittstemperatur des vergangenen Jahres lag in Deutschland um 1,4 Grad über dem langjährigen Mittel von 8,2 Grad. Es war das viertwärmste Jahr seit Beginn deutschlandweiter Messungen im Jahr 1881. Weltweit war das Jahr 2011 laut DWD mit einer Mitteltemperatur von 14,4 Grad Celsius etwa 0,4 Grad wärmer als das vieljährige Mittel. Ein Blick auf das laufende Jahr zeige, dass das erste Quartal 2012 in den USA das wärmste seit 1895 sei, sagte Becker. Auch in Deutschland lägen die Temperaturen wieder über langjährigen Durchschnittswerten.

Laut Erkenntnissen des DWD verlagern sich die Hoch- und Tiefdruckgebiete durch den Klimawandel hin zu den Polen, sagte Klaus-Jürgen Schreiber, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung im DWD. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hätten sie sich bereits um 180 Kilometer sowohl auf der nördlichen wie der südlichen Halbkugel polwärts bewegt. Die vorherrschende Westwindzone in Mitteleuropa verlagere sich damit nordwärts. Milde Wetterlagen im Winterhalbjahr und eine Abnahme der kalten Strömungen gingen mit der Entwicklung einher, sagte Schreiber.

Becker forderte mehr Anstrengungen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes und für Anpassungsmaßnahmen an das wärmere Klima. „Die Ergebnisse der Klimaforschung müssen bei Bund, Ländern und Kommunen umfassend in Entwicklungspläne und gesetzliche Regelungen einfließen“, sagte er. (afp)

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