Fritz Vahrenholt provoziert mit seinem Buch "Die kalte Sonne". Foto: dpa
Die Klimakatastrophe bleibt aus – mit dieser These provoziert der RWE-Aufsichtsrat und ehemalige Politiker Vahrenholt. Dem Weltklimarat wirft er einseitiges Denken vor; dieser unterschätze die Wirkung von zwei wichtigen Effekten.
Fritz Vahrenholt
Fritz Vahrenholt, 62 Jahre alt, ist von 1991 bis 1997 Umweltsenator in Hamburg (SPD). Anschließend arbeitet er für den Ölkonzern Shell und für einen Windkrafthersteller. Inzwischen sitzt er bei RWE im Aufsichtsrat.
Er hat einen Schnurrbart wie Sarrazin und die gleiche Lust an der Provokation: Die globale Erwärmung bleibe bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius, sagt Fritz Vahrenholt in einem Spiegel-Gespräch, also unter der tolerierbaren Grenze.
Vahrenholt ist RWE-Aufsichtsrat, bis vor Kurzem war er bei dem Energieriesen für den Ausbau regenerativer Energien zuständig. Jetzt hat er ein Buch über den Klimawandel veröffentlicht, das die gängige Lehrmeinung infrage stellt. Der Titel: "Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet".
Vahrenholt bestreitet nicht, dass Kohlendioxid zu einem Anstieg der Temperatur führt. Allerdings habe die Wissenschaft zwei Effekte unterschätzt:
- Die Sonnenaktivität, die in den kommenden Jahren abnehme. Dies führt laut Vahrenholt dazu, dass wegen des schwächeren Magnetfelds sogenannte Aerosole gebildet werden, welche die Wolkenbildung beschleunigen. Dies führe zur Abkühlung, das beweise eine Studie des Teilchenzentrums CERN.
- Kältere Meeresströmungen sorgen laut Vahrenholt seit 2000 für eine weitere Abkühlung.
Ihm zufolge können nur diese Effekte erklären, dass die Erdtemperatur in den letzten 14 Jahren trotz zunehmender CO2-Emissionen nicht weiter anstieg.
Ist der Klimarat parteiisch?
Er hat auch eine Erklärung dafür, wieso die Experten vom Weltklimarat daraus andere Schlüsse ziehen: Von den 32 Mitgliedern, die den wichtigsten Bericht schreiben, seien „fast ein Drittel mit Umweltorganisationen wie Greenpeace oder dem WWF verbunden“, kritisiert er. In seinen Augen ist der Rat vor allem ein politisches Gremium.
Mehrheit tut nichts gegen Klimawandel
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Mehrheit tut nichts gegen Klimawandel
Nur etwa ein Drittel der Befragten achten auf ihre eigenen CO2-Emissionen. Foto: Marcus Brandt
Die Klimabewussten sparen vor allem beim Strom, heizen weniger und lassen das Auto öfter stehen. Foto: Frank Rumpenhorst
84 Prozent der Befragten meinen, dass es den Regierungen - etwa beim derzeitigen UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban - nicht gelingen werde, den Klimawandel zu stoppen. Foto: Elizabeth Ruiz
Zwar haben die meisten der Befragten keine konkrete Angst vor einer Klimakatastrophe, doch bewerten sie die Entwicklung des Klimas zumeist pessimistisch. Foto: Frank Rumpenhorst
Allein die Luftverschmutzung aus Industriebetrieben kostet jeden Bürger in der EU durchschnittlich 200 bis 330 Euro pro Jahr. Foto: Robert B. Fishman
Afrika ist schon jetzt ein Opfer des Klimawandels. Dabei verursacht niemand so wenig Treibhausgase wie der kaum entwickelte Kontinent. Nun sind die die finanziellen Erwartungen der Entwicklungsländer an die industrialisierte Welt gewaltig. Foto: Boris Roessler
Die meisten Deutschen haben ihren persönlichen Lebensstil angesichts des Klimawandels nicht verändert. In einer Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin «Stern» erklärten zwei Drittel, sie täten nicht mehr für den Klimaschutz als früher. Foto: Tim Brakemeier
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Ökostrom ist so oder so gut
Der Physikprofessor Werner Weber von der Uni Dortmund hat an dem Buch mitgearbeitet – und bläst ins selbe Horn. „Die maßlosen Hitze-Prognosen des Weltklimarats sind reine Angstmache!“, schreibt er in der Bild-Zeitung.
Der Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts Jochem Marotzke sieht das Buch kritisch, viele Thesen darin seien widerlegt. Trotzdem räumt er ein, dass die Klimaforschung es teils versäumt habe, Phänomene des Klimawandels zu erklären.
Falls er Recht habe, sagt Vahrenholt, sei das kein Grund, den Ausbau regenerativer Energien zu stoppen. Es gebe auch so genügend Gründe für eine Umstellung: Die Öl-und Gasknappheit zum Beispiel und die Abhängigkeit von Diktatoren beim Öl-und Gasimport. (jno)
Klimawandel: Wenn das Wetter verrückt spielt
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Klimawandel: Wenn das Wetter verrückt spielt
...sei es in Thailand, wo Teile des Landes im November 2011 worden waren ...
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...verheerende Fluten in New Orleans...
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...oder der Schneesturm, der Washington 2010 lahmlegt hatte.
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In den nächsten Jahren soll es zwar weniger Hurrikane geben - dafür aber stärkere.
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In vielen Regionen ist das Wasser bereits extrem knapp.
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Die Zahlen des Versicherungskonzerns Munic Re zeigen: Die Zahl von Wetterschäden durch Überschwemmungen und Stürme hat sich seit 1980 nahezu verdreifacht.
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Der IPCC-Bericht prophezeit Rekordsommer und Temperaturen bis 50 Grad - auch in Europa. Im Bild zu sehen ist ein Tornado über Helgoland.
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Schuld an dem Klimadrama ist vor allem die Zunahme der Kohleenergie, die auch in Deutschland wegen des Atomausstiegs wieder ausgebaut wird.
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Bleibt die Hoffnung, dass sich der Ausbau regenerativer Energien nicht weiter verzögert.
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Hunger, Dürre und Flutkatastrophen prophezeien UN-Klimaforscher, falls die Welt ihren CO2-Ausstoß nicht drastisch reduziert. Bereits heute ist eine Zunahme von Katastrophen messbar...
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