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Gipfel ohne Pause: Heiße Phase in Kopenhagen

Offiziell machte der Klimagipfel am Sonntag Pause. Doch tatsächlich wurde es in Kopenhagen spannend: Die Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard traf sich zu Gesprächen mit den Umweltministern wichtiger Staaten - um Druck zu machen.

Ivo de Boer, Leiter des UN-Klimasekretariats, und Connie Hedegaard,
Präsidentin der Klimakonferenz.
Ivo de Boer, Leiter des UN-Klimasekretariats, und Connie Hedegaard, Präsidentin der Klimakonferenz.
Foto: dpa

Kopenhagen. Offiziell machte der Klimagipfel am Sonntag Pause. Doch tatsächlich wurde es in Kopenhagen spannend: Die dänische Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard traf sich zu informellen Gesprächen mit den rund 50 Umweltministern wichtiger Staaten, um Druck zu machen. Sie forderte sie auf, bei den CO2-Reduktionszielen nachzulegen und höhere Finanzzusagen für den Klimaschutz in den Entwicklungsländern zu machen. "Wir suchen keinen Minimalkonsens, sondern ein ambitioniertes neues Klimaabkommen", sagte sie.

Dafür bleiben nun noch fünf Verhandlungstage. Vom heutigen Montag an verhandeln die Minister der 194 Gipfel-Länder, am Mittwoch beginnt die heiße Phase, am Donnerstag und Freitag reisen die Staats- und Regierungschefs an, um, wenn es gut geht, Nägel mit Köpfen zu machen.

Besonders die USA und China, die für rund 40 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, bekamen die Unzufriedenheit mit dem bisher zähen Verlauf zu spüren. Hedegaard und Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren als Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft forderten die Länder auf, konstruktiver zu werden. Sie blockieren sich aber gegenseitig, in dem sie neue Zusagen vom Vorangehen des jeweils anderen abhängig machen. "Was bisher vorliegt, reicht nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen", sagte Carlgren. Zwei Grad Erderwärmung gelten als gerade noch beherrschbar.

Aber auch die EU steht auf der Bremse. Sie will ihr CO2-Ziel für 2020 nur dann von minus 20 auf minus 30 Prozent erhöhen, wenn Kopenhagen ein Erfolg wird. Jetzt schon so weit zu gehen, wäre "ein billiger Ausverkauf", sagte Carlgren. Kanzlerin Angela Merkel hieb in dieselbe Kerbe: Man werde nicht weit vorangehen, wenn "andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument weniger Kosten für den Klimaschutz".

Zehntausende bei Kopenhagener Klima-Demonstration

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Ein Fortschritt ist, dass die seit Freitag auf dem Gipfel vorliegenden Entwürfe für neue Klimaabkommen inzwischen als Verhandlungsgrundlage akzeptiert sind. Sie benennen eine Erwärmungsgrenze von 1,5 oder zwei Grad als Ziel, fordern von Industriestaaten bis 2020 CO2-Reduktionen zwischen 25 und 45 Prozent und bis 2050 eine globale Minderung von 50, 85 oder aber 95 Prozent. Freilich sehen die Entwürfe wie Multiple-Choice-Bögen aus. Welche Ziele fixiert werden, ist offen.

Zur Frage der Finanzhilfen für die Entwicklungsländer, die Anpassung an den Klimawandel (etwa durch Deichbau oder veränderte Landwirtschaft) und die Umstellung auf "grüne" Technologien ermöglichen sollen, bleibt der Text vage. Es soll zwar "zusätzliche" Mittel gegeben, und das "verlässlich". Aber wie viel - Fehlanzeige. Hier ist Streit programmiert. Experten halten mittelfristig Summen von rund 100 Milliarden Euro jährlich für notwendig.

Verbände wie WWF, Greenpeace und Germanwatch forderten die Minister auf, die ambitioniertesten Ziele zu wählen. Zudem komme es darauf an, mögliche "Schlupflöcher" zu schließen. Hohe CO2-Ziele könnten danach etwa durch zu freizügige Anrechnung von CO2-speichernden Wäldern oder Klimamaßnahmen im Ausland konterkariert werden.

Autor:  Joachim Wille
Datum:  13 | 12 | 2009
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