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Greenpeace: Weniger fliegen verbessert Klimabilanz

Wer seine Flugreisen einschränkt, kann mit einem Schlag seine persönliche Klimabilanz erheblich verbessern. Ganz aufs Fliegen zu verzichten ist aber nur eine mögliche Lösung des Problems.

Klimaschädlich: Eine einzige Flugreise kann die persönliche CO2-Bilanz erheblich belasten.
Klimaschädlich: Eine einzige Flugreise kann die persönliche CO2-Bilanz erheblich belasten.
Foto: dpa

Hamburg/Dessau. Wer seine Flugreisen einschränkt, kann mit einem Schlag seine persönliche Klimabilanz erheblich verbessern. Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace in Hamburg, rechnet vor:

Bei einem Flug von Hamburg nach Teneriffa und zurück zum Beispiel werde pro Person so viel Kohlendioxid ausgestoßen, wie ein Mittelklassewagen auf 12.000 Kilometern freisetzt. "Da kann man mit einer Reise seine ganze schöne Klimabilanz verhageln", sagt der Experte. "Da müssten Sie ihren sonstigen Alltag massiv ändern, um das wieder auszugleichen."

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Online-Rechner zur persönlichen Flug-Klimabilanz: http://dpaq.de/Atmosfair

Auf dem Teneriffa-Flug werden nach Angaben von Atmosfair in Berlin rund zwei Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Das Jahresbudget eines deutschen Verbrauchers beträgt durchschnittlich etwa zehn Tonnen - Ernährung, Heizung und Verkehr inklusive. Und der klimaverträgliche jährliche Ausstoß an Treibhausgasen sollte sogar drei Tonnen pro Erdenbürger nicht überschreiten.

Weltweit ist der Flugverkehr laut Smid für rund zehn Prozent aller Treibhausgase verantwortlich - wenn seine besondere Klimaschädlichkeit eingerechnet wird. Denn Flugzeuge verursachen in der Höhe Effekte, die zur Klimaerwärmung mindestens genauso stark beitragen wie das CO2, erklärt Frank Wetzel vom Umweltbundesamt in Dessau. Zum Beispiel enthielten die Abgase Stickoxide, die den Ozongehalt erhöhen.

Besser nur alle paar Jahre fliegen

Zur Erwärmung tragen auch die Rußpartikel bei. "Und ein ganz großes Thema sind die Wolken, die aus Kondensstreifen entstehen", sagt Wetzel. Wegen dieser Effekte würden die CO2-Emissionen von Flugzeugen gemäß der Empfehlung des Klimarates IPCC mit dem Faktor 2,7 multipliziert. Andere Modelle arbeiten mit dem Faktor 2.

Es sei aber nicht die einzig mögliche Lösung des Problems, dass Menschen grundsätzlich auf das Fliegen verzichten, sagt Smid. "Aber wenn man in die Ferne fliegt, dann besser nur alle paar Jahre und dafür für einen längeren Zeitraum." Das schlimmste Klimagift seien Wochenendausflüge mit dem Flugzeug. Und in puncto Erholung seien diese stressigen Kurztrips ebenfalls fragwürdig. Deshalb bedeute weniger zu Fliegen nicht unbedingt eine Verringerung der Lebensqualität. Wie gut ein Urlaub ist, hänge schließlich nicht von der Entfernung ab.

Wer mit gutem Gewissen fliegen will, kann für die ausgestoßenen Treibhausgase Kompensationen bei Organisationen wie Atmosfair bezahlen. Für den Flug von Hamburg nach Teneriffa und zurück werden 46 Euro fällig. Dafür würden nach Angaben des Unternehmens zum Beispiel Biogasanlagen in Indien oder Wasserkraftwerke in Honduras gebaut. Wer über Land reist, steigt besser gleich in den Zug - oder in den Reisebus. Denn dieser sei eine klimaschonende Reiseform mit Zukunft, sagt Smid. Bezüglich der Klimaverträglichkeit schneide der Reisebus wahrscheinlich sogar besser ab als die Bahn. In modernen Bussen sei der Spritverbrauch pro Fahrgast optimiert, während die Bahn ihre Elektrizität zu einem großen Teil aus Kohlekraftwerken beziehe.

Beim zwölftägigen Klimagipfel in Kopenhagen verhandeln seit Montag (7. Dezember) Regierungsvertreter aus 192 Staaten über ein Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels. (dpa/tmn)

Datum:  9 | 12 | 2009
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