kalaydo.de Anzeigen

Klimaschutz: Heiße Luft in Tianjin

China will sich mit einer eigenen Vorbereitungskonferenz für die UN-Klimarunde in Cancún profilieren. Das Land ist nicht nur der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen, sondern auch das mit dem am schnellsten steigenden CO2-Ausstoß.

Kühltürme eines Kraftwerks im chinesischen Tianjin
Kühltürme eines Kraftwerks im chinesischen Tianjin
Foto: REUTERS

Wie viel Flugkerosin da wieder verbrannt wurde: 3000 Klimaschutz-Experten aus mehr als 170 Ländern sind in den vergangenen Tagen in die chinesische Hafenstadt Tianjin gereist, um an der letzten Vorbereitungskonferenz vor dem Klimagipfel Ende November im mexikanischen Cancún teilzunehmen.

Bei der Eröffnung der sechstägigen Veranstaltung rief UN-Klimachefin Christiana Figueres am Montag dazu auf, die Bemühungen für einen Durchbruch in Cancún zu erhöhen. „Jetzt ist die Zeit, uns unserer Herausforderung zu stellen“, sagte Figueres.

In Klimaschutzkreisen gilt es als höchst unwahrscheinlich, dass in Cancún ein verbindliches Regelwerk für die Reduktion von klimaschädlichen Emissionen beschlossen werden kann. Mit einem Nachfolge-Abkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ist frühestens bei der folgenden UN-Klimakonferenz 2011 in Südafrika zu rechnen.

Daran dürfte auch die Konferenz von Tianjin nichts ändern. China, das zum ersten Mal einen internationalen Kongress im Rahmen der UN-Klimakonvention ausrichtet, hatte bereits vorher vor überzogenen Erwartungen gewarnt, zumal an dem Treffen so gut wie keine hochrangigen Entscheidungsträger teilnehmen. Stattdessen dürfte die Konferenz in erster Linie der Image-Pflege des Gastgebers dienen: China ist nicht nur der weltweit größte Produzent von Treibhausgasen, sondern auch das Land mit dem am schnellsten steigenden Ausstoß.

Beim Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember gaben viele Länder der chinesischen Verhandlungsstrategie die Hauptschuld dafür, dass keine Einigung auf verbindliche Einsparziele möglich war. China weist die Kritik von sich und besteht darauf, dass beim Klimaschutz die Industrienationen die Hauptlast tragen müssten und die Entwicklungsländer nicht zu verbindlichen Emissionsreduktionen verpflichtet werden könnten. China hat aber angekündigt, seine Emissionen gemessen an der Wirtschaftsleistung bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber 2005 reduzieren zu wollen. Kürzlich hatte Peking jedoch eingeräumt, dass die bisherigen Ziele in vielen Provinzen nicht erreicht werden.

Autor:  Bernhard Bartsch
Datum:  4 | 10 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Die Gletscher schmelzen
Ressort

Nachrichten zum Klimawandel, CO2, Treibhauseffekt, saure Meere und Gletscher-Schmelze.

Videos
Spezial
Ölverschmierter Pelikan

Der Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" führt zur schwersten Ölpest der US-Geschichte. Aktuelles und Hintergründe im Spezial.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Sie sollte das Studium vereinfachen, das Hochschulwesen europaweit vereinheitlichen. Die Kritik an der Bologna-Reform lässt nicht nach.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.