Sind der Eisbär und sein Lebensraum den Deutschen egal?
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Sind der Eisbär und sein Lebensraum den Deutschen egal?
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Während im fernen Durban die Staaten beim Klimagipfel um eine Verringerung der Treibstoffgase ringen, zucken die meisten Deutschen beim Thema Klimaschutz mit den Schultern. Eine Umfrage bringt an den Tag: Die meisten tun selbst nichts gegen den Klimawandel.
Auf der UN-Klimakonferenz im fernen südafrikanischen Durban ringen die Staaten um eine stärkere Reduktion von Treibhausgasen - doch die meisten Deutschen scheint das kaum zu interessieren. Ihren persönlichen Lebensstil hat die Mehrheit angesichts des Klimawandels nicht verändert. In einer Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin „Stern“ erklärten zwei Drittel, sie täten nicht mehr für den Klimaschutz als früher. Nur etwa ein Drittel der Befragten sagte, sie achteten auf ihre eigenen CO2-Emissionen. Die Klimabewussten sparen vor allem beim Strom, heizen weniger und lassen das Auto öfter stehen.
Nicht einmal jeder dritte Deutsche fürchtet sich vor einer Klimakatastrophe. Nur 31 Prozent sind beängstigt angesichts der dramatischen Folgen einer solchen Entwicklung für Umwelt und Natur. Eine große Mehrheit von 84 Prozent meinten, dass es den Regierungen - etwa beim derzeitigen UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban - nicht gelingen werde, den Klimawandel zu stoppen.
Röttgen will außereuropäische Staaten ins Boot holen
Damit könnten sie richtig liegen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) räumte im ARD-"Morgenmagazin" ein: „Es ist es nicht realistisch, dass hier ein Abkommen unterzeichnet wird.“ Röttgen forderte in Durban, wo noch bis Freitag Vertreter aus 194 Staaten über wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz beraten, von den außereuropäischen Ländern mehr Einsatz zur Reduzierung von CO2-Emissionen. „Die Europäer und insbesondere Deutschland müssen bereit sein zu verpflichtenden Reduzierungen von CO2-Emissionen. Wir müssen aber auch die anderen ins Boot holen“, sagte Röttgen im „Morgenmagazin“.
Den Schlüssel für das Gelingen der Klimakonferenz sieht Röttgen in den Händen von China. „Wenn es zu einer tatsächlichen Bewegung von China kommen sollte, würde damit die politische Landschaft anders aussehen“, sagte Röttgen in Durban. Es habe sich aber herausgestellt, dass dies derzeit noch nicht der Fall sei. „Wir müssen den Druck auf China aufrechterhalten, sich nun auch tatsächlich zu bewegen“, fügte er hinzu. Die Rolle der USA bewertet Röttgen hingegen skeptisch. Die Situation in den Vereinigten Staaten sei „anhaltend bedauerlich“. Es bestehe „nicht der Hauch einer Erwartung“, dass ein möglicher Klimakompromiss überhaupt eine Mehrheit finden könnte.
Brasilien schockt mit "Kahlschlag"-Gesetz
Für Ärger beim Klimagipfel sorgte die Ankündigung Brasiliens, den Schutz des Regenwaldes und ökologisch sensibler Gebiete zu schwächen. Der Senat in der Hauptstadt Brasilia billigte die heftig umstrittene Novelle des Waldgesetzes in der Nacht mit 59 Ja- und sieben Nein-Stimmen. Der Gesetzentwurf geht nun zur Abstimmung ins Parlament, bevor er Präsidentin Dilma Rousseff zur Unterschrift vorgelegt wird. Das Verfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Umweltschützer sehen in dem Text einen Freibrief für weiteren Kahlschlag im Amazonas-Gebiet.
Mehrheit tut nichts gegen Klimawandel
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Mehrheit tut nichts gegen Klimawandel
Nur etwa ein Drittel der Befragten achten auf ihre eigenen CO2-Emissionen. Foto: Marcus Brandt
Die Klimabewussten sparen vor allem beim Strom, heizen weniger und lassen das Auto öfter stehen. Foto: Frank Rumpenhorst
84 Prozent der Befragten meinen, dass es den Regierungen - etwa beim derzeitigen UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban - nicht gelingen werde, den Klimawandel zu stoppen. Foto: Elizabeth Ruiz
Zwar haben die meisten der Befragten keine konkrete Angst vor einer Klimakatastrophe, doch bewerten sie die Entwicklung des Klimas zumeist pessimistisch. Foto: Frank Rumpenhorst
Allein die Luftverschmutzung aus Industriebetrieben kostet jeden Bürger in der EU durchschnittlich 200 bis 330 Euro pro Jahr. Foto: Robert B. Fishman
Afrika ist schon jetzt ein Opfer des Klimawandels. Dabei verursacht niemand so wenig Treibhausgase wie der kaum entwickelte Kontinent. Nun sind die die finanziellen Erwartungen der Entwicklungsländer an die industrialisierte Welt gewaltig. Foto: Boris Roessler
Die meisten Deutschen haben ihren persönlichen Lebensstil angesichts des Klimawandels nicht verändert. In einer Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin «Stern» erklärten zwei Drittel, sie täten nicht mehr für den Klimaschutz als früher. Foto: Tim Brakemeier
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Die Änderungen sehen unter anderem Straffreiheit für bis Juli 2008 vorgenommene illegale Abholzungen vor, wenn die betroffenen Flächen wieder aufgeforstet werden. Kleinere Landbesitzer bis etwa 400 Hektar Fläche sollen auch von dieser Auflage befreit werden. Vorgesehen ist zudem landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten an Hangflächen auszuweiten, Schutzzonen an Flussufern zu verringern und gesetzlich fixierte Mindestquoten für Naturflächen unter bestimmten Bedingungen zu reduzieren.
Vom Klimawandel bedrohte Tiere
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Vom Klimawandel bedrohte Tiere
Der Eisbär ist zum Symbol des Klimwawandels geworden. Denn an den Polen, wo das Eis schmilzt, zeigen sich die klimatischen Veränderungen besonders deutlich.
Foto: Greenpeace/dpa
Nicht nur beim Eisbär in der Arktis zeigt sich der Klimawandel - auch die Königspinguine in der Antarktis leiden unter den sich ändernden Wetterbedingungen.
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Korallenriffe reagieren heute schon empfindlich auf die steigenden Wassertemperaturen. Sie bleichen rascher aus und sterben ab.
Foto: Census of Marine Life/David Shale/dpa
Das Treibhausgas Kohlendioxid säuert die Weltmeere an. Der sinkende PH-Wert der Ozeane beeinträchtigt die Lebensbedingungen vieler Tiere, zum Beispiel der Seeigel.
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Auch der beliebte Speisefisch Kabeljau ist vom Klimawandel betroffen. Nicht genug, dass sein Bestand durch Überfischung stark dezimiert wurde. Warme Wintertemperaturen beeinflussen seinen Biorhythmus. Er legt seine Eier zu früh ab und viele Larven sterben, weil sie nach dem Schlüpfen nicht genug Nahrung finden.
Foto: ddp
Das Hamburger NDR-Maskottchen Antje ist bereits seit 2003 tot. Ihre Artgenossen in der Arktis könnten es ihr bald gleich tun, denn Walrösser leiden ebenso wie andere Robbenarten unter der Eisschmelze.
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So wie auf die Ozeane, wirkt sich der Klimawandel auch auf die Bewohner der Lüfte aus. Einige Zugvögel-Arten finden ihre lebenswichtigen Rastplätze überschwemmt vor und Meeresvögel verhungern, weil die Fische in tiefere - kühlere - Gewässer abgetaucht sind.
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Auch die Landbewohner sind vom Klimawandel betroffen. Denn schreitet der weiter fort, werden sich die Vegetationszonen stetig in Richtung der Pole verschieben. Ihnen zu folgen ist für Tiere wie den Roten Panda kaum möglich - weil wir Menschen die Erde bereits zu dicht besiedelt haben.
Foto: Patrick Lux/dpa
Der Klimawandel bedroht nicht nur die Zukunft der Menschheit, sondern auch viele Tierarten weltweit. Der Koalabär etwa könnte zu den ersten Opfern der globalen Erwärmung gehören - denn Treibhausgase reduzieren den Nährstoffgehalt in Koalas Lieblingsspeise: Eukalyptusblättern.
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Dem Gesetzentwurf ist seit Jahren Kern eines erbitterten Streits zwischen der Agrar-Lobby und Umweltschützern. Präsidentin Rousseff hatte 2010 im Wahlkampf versprochen, keinem Entwurf zuzustimmen, der illegale Abholzung begünstige oder Amnestie-Regelungen enthalte. Gegner des Entwurfs fordern nun ihr Veto.
Brasilien hat sich international zum Klimaschutz verpflichtet und will dazu bis 2020 die Abholzung um 80 Prozent reduzieren. 2012 findet in Rio de Janeiro der UN-Umweltgipfel «Rio+20» statt.
Umweltschützer fürchten um Millionen Hektar Regenwald
Die Umweltorganisation WWF reagierte entsetzt auf die Entscheidung in Brasilia. Damit werde der Weg bereitet "für die Zerstörung von 76,5 Millionen Hektar Regenwald, einer Fläche so groß wie Deutschland, Österreich und Italien zusammen." Das neue Forstgesetz hätte einen zusätzlichen Ausstoß von bis zu 28 Milliarden Tonnen CO2 zur Folge: "Das entspräche etwa dem Treibhausgassaustoß von Deutschland in drei Jahrzehnten." WWF-Vorstand Eberhard Brandes bezeichnete das Votum des brasilianischen Senats als „kurzsichtige Fehlentscheidung mit Folgen für die ganze Welt“. Brasilien torpediere mit dieser Entscheidung den weltweiten Wald- und Klimaschutz. (dpa/afp/dapd)
Zeugnisse des Klimawandels
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Zeugnisse des Klimawandels
Von 1990 bis 1995 gab es eine ungewöhnlich lange "El Nino"-Warmphase. Es wird für viele Tiere immer schwieriger, Nahrung zu finden, auch für Pinguine am Strand nahe Sydney.
Foto: afp
Weltweit ist ein Anstieg des Meeresspiegels um 10 bis 25 Zentimeter innerhalb der letzten 100 Jahre festzustellen, hauptsächlich als Folge der Ausdehnung des Wassers aufgrund der Erhöhung der Wassertemperatur. Kleine Inseln verschwinden als erste im Meer.
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In Alaska wird ein Anstieg der Oberflächentemperatur von 2 bis 4 Grad Celsius gemessen.
Foto: dubhe/cc-by
Über Land wird eine Zunahme der Wolkenbildung beobachtet.
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In den Alpen nimmt die Schneedecke rapide ab.
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In der Antarktis bricht das Schelfeis ab.
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Die Zukunft sieht düster aus. Weitere mögliche Auswirkungen des Klimawandels könnten zum Beispiel das Abschmelzen der Polkappen ...
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... oder ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels sein.
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Extreme Wetterereignisse könnten in Zukunft weiter zunehmen, wie zum Beispiel Überschwemmungen.
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Meeresströmungen könnten sich verschieben, mit den dadurch verbundenen extremen regionalen Klimaveränderungen.
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Der Klimawandel ist bereits heute deutlich zu spüren. In allen Erdteilen gibt es Veränderungen: In den Tropen wird eine Zunahme der Luftfeuchtigkeit festgestellt.
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Klimaveränderungen im Zeitvergleich
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Klimaveränderungen im Zeitvergleich
...das ist ein Bild der gleichen Perspektive von 2004.
Foto: nsidc
Die Klimawandel zeigt sich auch sehr deutlich am Schmelzen des Nordpol-Eises in den vergangenen 30 Jahren. Bild: Arktis 1979.
Foto: nasa/goddard
Zwischen 1979 und 2005 nahm die Eisfläche um 1,5 bis 2,0 Prozennt alle zehn Jahre ab. Bild: Arktis 1993.
Foto: nasa/goddard
Am 8. August 2007 wurde die geringste je ermittelte Ausdehnung des Eises am Nordpol gemessen. Bild: Arktis 2007.
Foto: nasa/goddard
Als Folge der Erderwärmung erhöht sich auch der Meeresspiegel, derzeit etwa 3 Zentimeter alle zehn Jahre.
Foto: nasa/goddard
Ein Anstieg des Meeresspiegels hätte an den Küsten der Nordsee erhebliche Folgen. Das Bild zeigt die Landnahme bei einem Anstieg von zwei Metern.
Foto: nasa/goddard
Wie stark die Durchschnittstemperatur in den nächsten Jahrzehnten steigt, ist noch nicht wirklich absehbar. Die Messwerte aus der Vergangenheit lassen an der Erderwärmung aber keinen Zweifel. Die nächsten Bilder zeigen Veränderung der Oberflächentemperatur im Vergleich zum Durchschnitt. Blau zeigt kältere, rot wärmere Regionen an. Bild: 1885.
Foto: nasa/goddard
Im Jahr 2007 überwiegen Regionen mit Temperaturen deutlich über dem Durchschnitt.
Foto: nasa/goddard
Der vom Menschen verursachte Klimawandel hat tiefgreifende Folgen. So sah der Muir-Gletscher in Alaska 1941 aus...
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nsidc
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