Der Erdgipfel von Rio 1992 gab das Startzeichen. Die Weltgemeinschaft einigte sich auf das Ziel, eine "gefährliche Störung des Klimasystems" zu verhindern. Doch passiert ist seither zu wenig. Nun soll der Weltklimagipfel in Kopenhagen die Wende bringen.
Von Montag an verhandeln in der dänischen Hauptstadt Vertreter aus 192 Staaten über ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, das Ende 2012 ausläuft. Rund 12.000 Teilnehmer werden zu der zweiwöchigen Mega-Konferenz erwartet. Darunter sind mehr als 70 Staats- und Regierungschefs. Etwa US-Präsident Barack Obama, Chinas Premier Wen Jiaboa, Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sowie die europäischen Spitzenpolitiker Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Gordon Brown.
Zuerst sollte Kopenhagen ein neues Protokoll bringen, das ambitionierte CO2-Minderungsziele für 2020 und milliardenschwere Finanzzusagen − für Technologiehilfe und Klima-Anpasssung der Entwicklungsländer − enthält. Blockaden bei den Vorbereitungstreffen verhinderten das. Nun sollen die Polit-Big-Shots den Stillstand beenden: Man hofft auf eine politische Erklärung, die klare Leitlinien für ein Protokoll enthält, das 2010 ausgearbeitet wird. Doch es gibt Widerstände.
Klimaforscher fordern, dass die Erderwärmung bei höchstens plus zwei Grad Celsius gestoppt wird. Nur so bleibe der Klimawandel beherrschbar. Kyoto verpflichtet die Industrieländer zu einer CO2-Minderung um fünf Prozent, bis 2020 müssten es 25 bis 40 Prozent sein, bis 2050 sogar 80.
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