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Klimawandel

25. Mai 2012

Klimakonferenz in Bonn: Treibhausgas-Ausstoß auf neuem Rekordhoch

 Von Joachim Wille
Das Wärmekraftwerk Jänschwalde im Südosten Brandenburgs. Foto: Getty Images

Die Versuche den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren, bleiben wirkungslos. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) erreichen die Emissionen 2011 ein neues Rekordhoch. Auf der Bonner Klimakonferenz gibt es keine Fortschritte.

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Die Versuche den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren, bleiben wirkungslos. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) erreichen die Emissionen 2011 ein neues Rekordhoch. Auf der Bonner Klimakonferenz gibt es keine Fortschritte.

Die neueste Alarmmeldung zum globalen Treibhausgas-Ausstoß kam passgenau zum Ende der jüngsten Weltklima-Konferenz in Bonn – und belegte die Fruchtlosigkeit der bisherigen Bemühungen, auf die CO2-Bremse zu treten. Die Emissionen haben 2011 laut der Internationalen Energieagentur (IEA) mit 31,6 Milliarden Tonnen ein neues Rekordhoch erreicht −   ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber 2010. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre lieg damit um fast 50 Prozent über dem Wert von 1990, als die  Klimaverhandlungen begannen. 

Welt steuert auf Temperaturplus von sechs Grad zu

IEA-Chefvolkswirt Faith Birol äußerte sich sehr pessimistisch. Ohne Trendwende steuere die Welt auf eine Temperaturerhöhung um sechs Grad Celsius zu, sagte er. Dies würde „verheerende Auswirkungen auf den Planeten haben“. Klimaforscher halten nur eine Temperaturzunahme um zwei Grad für beherrschbar. Um das noch erreichen zu können,  müsste der CO2-Ausstoß spätestens ab 2020 deutlich sinken.

China als oberster Treibhaus-Einheizer hatte laut IEA 2011 mit 9,3 Prozent den höchsten Anteil am der CO2-Zunahme, Hauptgrund war die erhöhte Nutzung von Kohle. Die USA, Nummer zwei unter den Emittenten, verzeichnete einen Rückgang um 1,9 Prozent. Hier wirkte sich aus, dass  Erdgas – das jedoch mit der umstrittenen „Fracking“-Methode gewonnen wird − die Kohle zum Teil verdrängt hat. In den EU-Ländern sank der CO2-Ausstoß   um 1,7 Prozent. Gründe: milde Winter und Wirtschaftskrise.

Fast alle Fragen werden in Bonn verschoben

Auf der Bonner Klimakonferenz, an der Vertreter von 192 Ländern  teilnahmen, blieben die erhofften Fortschritte aus. Auf dem letzten Weltklimagipfel im südafrikanischen Durban war beschlossen worden, dass ab 2013 eine zweite Verpflichtungsperiode für die Kyoto-Industrieländer, darunter die EU, gelten soll. Eigentlich sollten sie neue, ambitioniertere CO2-Ziele für 2020 vorlegen. Das passierte aber auch jetzt in Bonn nicht. Immerhin wurde der neue Verhandlungsprozess zu einem umfassenden internationalen Klimavertrag, der  2020 in Kraft treten soll, auf das Gleis gesetzt („Durban Platform“). Fast alle wesentlichen Fragen wurden aber  auf später verschoben.

Unter anderen dadurch steigt der Druck auf die EU, durch ein Vorangehen mit einem erhöhten Klimaziel neuen Schwung in die Verhandlungen zu bringen. „Die EU muss das CO2-Ziel für die zweite Kyoto-Periode von minus 20 auf minus 30 Prozent erhöhen“, sagte der Klimaexperte der Organisation Germanwatch, Christoph Bals, unserer Zeitung. Nur dann könne man gemeinsam mit den Entwicklungs- und Schwellenländern Druck auf die anderen Industriestaaten ausüben, die sich vor Klimaschutzverpflichtungen drücken wollten.

Unter den Beobachter der Bonner Konferenz war die Enttäuschung über den zähen Verlauf groß. „Das Ergebnis der Bonner Klima-Runde steht in keinem Verhältnis zu der Dringlichkeit des Klimawandels“, kommentierte Jan Kowalzig von der Hilfsorganisation Oxfam.

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