Anfang November schreckte eine Meldung des US-Energieministeriums die Öffentlichkeit auf. Um sechs Prozent, so eine Hochrechnung, seien die Emissionen von Kohlendioxid und anderen klimaanheizenden Gasen von 2009 auf 2010 gestiegen. Wenige Tage später legte die Internationale Energie-Agentur nach: Das Ziel, die Emissionen auf ein Maß zu begrenzen, das einen Anstieg der globalen Temperatur um weniger als zwei Grad wahrscheinlich macht, ist kaum noch zu erreichen. Der Hauptgrund dafür: In vielen Schwellenländern steigen die Emissionen massiv an.
Natürlich tragen die alten Industrieländer weiterhin die Hauptverantwortung. Sie haben etwa 80 Prozent der menschengemachten Treibhausgase in die Atmosphäre gebracht. Und auch die aktuellen Pro-Kopf-Emissionen sind im Reichen-Club, den OECD-Staaten, deutlich höher als anderswo. Doch in den USA und Europa sinken die Emissionen spätestens seit der Krise 2008.
Die zusätzlichen neuen Treibhausgasmengen kommen dagegen fast ausschließlich aus den neuen Industrieländern und den Schwellenländern. Doch wo genau geht derzeit der Kampf gegen den Klimawandel verloren? Wo spielen sich Entwicklungen ab, durch die jetzt und in Zukunft hohe zusätzliche Kohlendioxid-Mengen in die Luft geblasen werden? Die Frankfurter Rundschau zeigt anhand von vier Beispielen, warum es so schwierig ist, den Klimawandel noch rechtzeitig in den Griff zu bekommen.
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