kalaydo.de Anzeigen

Merkel in Kopenhagen: Klimapolitik bedeutet nicht nur Verzicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor übertriebener Sorge gewarnt, dass die Bekämpfung des Klimawandels bei den Bürgern vor allem zu Einschränkungen führen wird. Spezial: Klimawandel

Merkel setzt sich für einen weltweiten Handel mit Co2-Zertifikaten ein.
Merkel setzt sich für einen weltweiten Handel mit Co2-Zertifikaten ein.
Foto: dpa

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor übertriebener Sorge gewarnt, dass die Bekämpfung des Klimawandels bei den Bürgern vor allem zu Einschränkungen führen wird.

Der "Bild am Sonntag" sagte sie: "Wohlstand ist nicht in erster Linie eine Frage der Verbrauchsmenge, sondern es hat auch etwas mit Wohlbefinden zu tun." Wenn an den Beginn des notwendigen Wandels die Angst vor Verzicht gestellt werde, "dann blockieren wir uns unnötig und verspielen unsere Zukunft", warnte die Kanzlerin. Zugleich sprach sie sich für den weltweiten Handel mit CO2-Emissionsrechten aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Wohlstand hat etwas mit Wohlbefinden zu tun.
Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Wohlstand hat etwas mit Wohlbefinden zu tun."
Foto: dpa

"Es wäre wünschenswert, dass wir in Zukunft CO2-Zertifikate weltweit handeln und international überwachen, so dass wir CO2 dort einsparen, wo dies am billigsten und einfachsten geht", sagte Merkel. "Es hat wenig Sinn, mit riesigen Kosten in der Stahlindustrie letzte Einsparreserven zu mobilisieren, wenn an anderer Stelle - zum Beispiel bei der Sanierung des gesamten Altbaubestandes - schneller deutlich günstigere Einsparungen erzielt werden können."

Die Kanzlerin äußerte Sympathie für die unterschiedlichen Gruppen, die weltweit gegen den Klimawandel kämpfen. "Viele Gruppen kämpfen darum, wie Globalisierung menschlicher gestaltet werden kann. Das ist auch ein Thema in der deutschen Politik." Zu der Forderung von Ex-Beatle Paul McCartney, zugunsten des Klimaschutzes auf Fleisch zu verzichten, sagte Merkel: "Ich will hier keine Konsum-Vorgaben verkünden, aber das Gesundheitsbewusstsein der Menschen steigt doch ständig. Wir werden in vielem lernen, bewusster zu leben."

Zehntausende bei Kopenhagener Klima-Demonstration

Bildergalerie ( 14 Bilder )

Merkel für weltweites Klima-Regime

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für ein weltweites Kohlendioxid-Regime zur Eindämmung des Klimawandels ausgesprochen. Der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte Merkel: "Es wäre wünschenswert, dass wir in Zukunft CO2-Zertifikate weltweit handeln und international überwachen, so dass wir CO2 dort einsparen, wo dies am billigsten und einfachsten geht. " Nach Ansicht der Kanzlerin macht es wenig Sinn, mit riesigen Kosten in der Stahlindustrie letzte Einsparreserven zu mobilisieren, wenn an anderer Stelle, so zum Beispiel bei der Sanierung des gesamten Altbaubestandes, schneller deutlich günstigere Einsparungen erzielt werden können.

Die Regierungschefin hegt Sympathien für die unterschiedlichen Gruppen, die weltweit gegen den Klimawandel kämpfen. "Viele Gruppen kämpfen darum, wie Globalisierung menschlicher gestaltet werden kann. Das ist auch ein Thema in der deutschen Politik." Zugleich bekannte sich Merkel zum Dialog mit Nicht-Regierungsorganisationen. "So lange Gruppen in der Gesellschaft gewaltfrei und mit interessanten Ideen auftreten, bringt es Menschen zum Nachdenken. Das ist mir recht."

(dpa/ddp)

Datum:  13 | 12 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Die Gletscher schmelzen
Ressort

Nachrichten zum Klimawandel, CO2, Treibhauseffekt, saure Meere und Gletscher-Schmelze.

Videos
Spezial
Ölverschmierter Pelikan

Der Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" führt zur schwersten Ölpest der US-Geschichte. Aktuelles und Hintergründe im Spezial.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Sie sollte das Studium vereinfachen, das Hochschulwesen europaweit vereinheitlichen. Die Kritik an der Bologna-Reform lässt nicht nach.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.