Saarbrücken. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hält an dem Plan für ein globales Klimaabkommen auch nach dem weitgehend gescheiterten Gipfel von Kopenhagen fest. Die Bundesregierung werde weiter dafür arbeiten, sagte Westerwelle der "Saarbrücker Zeitung" (Montagausgabe). Die für nächsten Sommer geplante Klimakonferenz in Bonn werde "hoffentlich" ein wichtiger Schritt.
"Europa wird weiter eine Vorreiterrolle spielen", betonte der Vizekanzler. Allerdings könne Europa das Weltklima allein nicht retten. "Erfolg können wir nur haben, wenn alle Länder mitziehen." Er habe sich "mehr gewünscht" von dem Klimagipfel in Kopenhagen, räumte Westerwelle ein. Es seien "extrem schwierige Verhandlungen" gewesen. Das gemeinsame Bekenntnis, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, sei aber gut.
"Noch sehr viel klarer muss der Weg dahin beschrieben werden. Wir sind noch lange nicht am Ziel", sagte der FDP-Politiker. In Kopenhagen habe sich gezeigt, welche wichtige Rolle China, Indien, Brasilien und andere Schwellenländer spielen. "Wir müssen Wege finden, die großen Zukunftsfragen mit ihnen zu lösen. Ohne sie geht es nicht", mahnte Westerwelle.
Auch Röttgen nicht zufrieden
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat angesichts des mageren Gipfel-Ergebnisses von Kopenhagen vor Resignation beim Klimaschutz gewarnt. "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns gewünscht haben, aber das, was erreicht werden konnte", sagte Röttgen. "Die Alternative von wenig wäre nichts gewesen." Immerhin hätten in dem Schlussdokument jetzt auch China und die USA das Zwei-Grad-Ziel anerkannt, die Bereitschaft zur Überprüfbarkeit ihrer Klimamaßnahmen erkennen lassen und sich zu finanziellen Anschubhilfen für Klimaschutz in Entwicklungsländern bekannt.
Deutschland steht zu seinen Klimaschutzzielen und wird sich auf der nächsten Ministerkonferenz im Juni in Bonn aktiv dafür einsetzen, dass der Prozess weiter vorangetrieben wird." Die Umweltminister der Europäischen Union (EU) würden bereits am kommenden Dienstag wieder darüber beraten. "Trotz der Enttäuschungen von Kopenhagen dürfen wir das Ziel eines umfassenden, weltweiten Klimaschutzabkommens nicht aufgeben."
Das Plenum des UN-Gipfels hatte am Samstag eine von 25 Staaten ausgehandelte Vereinbarung, die unter anderem die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius vorsieht, aber keine klaren Reduktionsziele für den Kohlendioxid-Ausstoß nennt, lediglich anerkannt. Damit wurde weder ein rechtlich verbindliches noch ein politisch bindendes globales Klimaschutzabkommen erreicht. Umweltschützer kritisierten das Ergebnis als "Farce" und "Ohrfeige" für den weltweiten Klimaschutz.
(ddp/dpa)
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