kalaydo.de Anzeigen

Nach der Klimakonferenz: Westerwelle gibt die Hoffnung nicht auf

Außenminister Guido Westerwelle hält ein globales Klimaabkommen immer noch für möglich. Doch auch er ist von den Ergebnissen der Klimakonferenz enttäuscht.Spezial: Klimawandel

Guido Westerwelle ist mit den Ergebnissen der Klimakonferenz nicht zufrieden.
Guido Westerwelle ist mit den Ergebnissen der Klimakonferenz nicht zufrieden.
Foto: afp

Saarbrücken. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hält an dem Plan für ein globales Klimaabkommen auch nach dem weitgehend gescheiterten Gipfel von Kopenhagen fest. Die Bundesregierung werde weiter dafür arbeiten, sagte Westerwelle der "Saarbrücker Zeitung" (Montagausgabe). Die für nächsten Sommer geplante Klimakonferenz in Bonn werde "hoffentlich" ein wichtiger Schritt.

"Europa wird weiter eine Vorreiterrolle spielen", betonte der Vizekanzler. Allerdings könne Europa das Weltklima allein nicht retten. "Erfolg können wir nur haben, wenn alle Länder mitziehen." Er habe sich "mehr gewünscht" von dem Klimagipfel in Kopenhagen, räumte Westerwelle ein. Es seien "extrem schwierige Verhandlungen" gewesen. Das gemeinsame Bekenntnis, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, sei aber gut.

"Noch sehr viel klarer muss der Weg dahin beschrieben werden. Wir sind noch lange nicht am Ziel", sagte der FDP-Politiker. In Kopenhagen habe sich gezeigt, welche wichtige Rolle China, Indien, Brasilien und andere Schwellenländer spielen. "Wir müssen Wege finden, die großen Zukunftsfragen mit ihnen zu lösen. Ohne sie geht es nicht", mahnte Westerwelle.

Auch Röttgen nicht zufrieden

Zehntausende bei Kopenhagener Klima-Demonstration

Bildergalerie ( 14 Bilder )

Schrecken und Schönheit des Gipfelprotestes

Bildergalerie ( 18 Bilder )

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat angesichts des mageren Gipfel-Ergebnisses von Kopenhagen vor Resignation beim Klimaschutz gewarnt. "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns gewünscht haben, aber das, was erreicht werden konnte", sagte Röttgen. "Die Alternative von wenig wäre nichts gewesen." Immerhin hätten in dem Schlussdokument jetzt auch China und die USA das Zwei-Grad-Ziel anerkannt, die Bereitschaft zur Überprüfbarkeit ihrer Klimamaßnahmen erkennen lassen und sich zu finanziellen Anschubhilfen für Klimaschutz in Entwicklungsländern bekannt.

Deutschland steht zu seinen Klimaschutzzielen und wird sich auf der nächsten Ministerkonferenz im Juni in Bonn aktiv dafür einsetzen, dass der Prozess weiter vorangetrieben wird." Die Umweltminister der Europäischen Union (EU) würden bereits am kommenden Dienstag wieder darüber beraten. "Trotz der Enttäuschungen von Kopenhagen dürfen wir das Ziel eines umfassenden, weltweiten Klimaschutzabkommens nicht aufgeben."

Das Plenum des UN-Gipfels hatte am Samstag eine von 25 Staaten ausgehandelte Vereinbarung, die unter anderem die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius vorsieht, aber keine klaren Reduktionsziele für den Kohlendioxid-Ausstoß nennt, lediglich anerkannt. Damit wurde weder ein rechtlich verbindliches noch ein politisch bindendes globales Klimaschutzabkommen erreicht. Umweltschützer kritisierten das Ergebnis als "Farce" und "Ohrfeige" für den weltweiten Klimaschutz.

(ddp/dpa)

Datum:  20 | 12 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Die Gletscher schmelzen
Ressort

Nachrichten zum Klimawandel, CO2, Treibhauseffekt, saure Meere und Gletscher-Schmelze.

Videos
Spezial
Ölverschmierter Pelikan

Der Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" führt zur schwersten Ölpest der US-Geschichte. Aktuelles und Hintergründe im Spezial.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Sie sollte das Studium vereinfachen, das Hochschulwesen europaweit vereinheitlichen. Die Kritik an der Bologna-Reform lässt nicht nach.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.