Pakistan war 2010 das am stärksten von Wetterkatastrophen geschundene Land. Es folgen Guatemala und Kolumbien, wie aus dem Klima-Risiko-Index der Organisation Germanwatch hervorgeht, den diese am Dienstag beim Klimagipfel in Durban veröffentlichte. Der Klima-Risiko-Index basiert maßgeblich auf Daten des Rückversicherers Munich Re und bezieht unter anderem die Zahl der Toten pro 100 000 Einwohner und den wirtschaftlichen Schaden ein.
Auf dem vierten Platz folgt die Hitzewelle in Russland 2010, die demnach 55.000 Tote verursachte. Sie war nach einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Folge der Erderwärmung. China, der weltgrößte Kohlendioxid-Emittent, liegt wegen Überschwemmungen und anderer Extremwetter-Ereignisse auf Platz 9. Deutschland landete auf Platz 46.
Überschwemmung in Oman
Von Überschwemmungen waren vor allem Pakistan, Kolumbien und der Wüstenstaat Oman (Platz 6) betroffen. In Pakistan kämpften 84 der 121 Distrikte mit dem Wasser, mehr als 1700 Menschen starben. Guatemala und Honduras (Platz 5) liegen wegen Hurrikan-Schäden auf den vorderen Rängen.
Insgesamt starben dem Bericht zufolge in den vergangenen 20 Jahren mehr als 710.000 Menschen an den direkten Folgen von 14.000 Wetterextremen. Den Langzeitindex (1991 bis 2010) der am stärksten betroffenen Länder führt erneut Bangladesch an, gefolgt von Birma und Honduras. Auf dieser Liste befindet sich nur ein Industriestaat unter den ersten 20 Ländern und zwar auf Platz 18 Russland infolge der Hitzewelle 2010.
„Wenngleich die Auswertungen über die Schäden und Todesopfer keine Aussage darüber erlauben, welchen Einfluss der Klimawandel bereits bei diesen Ereignissen hatte, so lässt sich doch ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten zeichnen“, schreibt Germanwatch. (dpa)
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