Kiel. Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif hält nichts von den Ergebnissen des Kopenhagener UN-Klimagipfels. "Ich bin natürlich maßlos enttäuscht darüber, dass da nichts Substanzielles bei rausgekommen ist, ja eigentlich viel weniger als man sich in seinen schlimmsten Träumen vorgestellt hat", sagte der international bekannte Wissenschaftler des IFM-GEOMAR Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften der Deutschen Presse-Agentur dpa in Kiel.
Die Politiker hätten selbst die Messlatte dahin gelegt, dass man mit einem verbindlichen Abkommen habe rechnen können. "Aber davon sind wir nach wie vor - das hat Kopenhagen gezeigt - meilenweit entfernt", sagte Latif. Er warf allen Beteiligten eine Blockadehaltung vor. Ihn erinnere das an "eine Art Klimamikado, wer sich zuerst bewegt, der hat verloren".
Die Kopenhagen-Vereinbarung enthält nur sehr vage Klimaschutzziele. Die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad, die Wissenschaftler für dringend notwendig halten, soll lediglich "berücksichtigt" werden. Die Industrieländer sollen nationale Klimaschutzziele vorlegen. Kurz- und langfristige Finanzhilfen der reicheren Staaten für die Entwicklungsländer sind vorgesehen, bindende Verpflichtungen für aufstrebende Staaten wie China oder Indien aber nicht. Weitere Details sollen im kommenden Jahr bei Konferenzen in Bonn und Mexiko geklärt werden. (dpa)
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