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Steigerung der Energieeffizienz: Die bessere Herdprämie

Effiziente Haushaltgeräte können ganze Kraftwerke einsparen - und damit gäbe es auch keine Stromlücken, wie sie die Energielieferanten androhen.

        

Moderne Küchenherde helfen Energie sparen.
Moderne Küchenherde helfen Energie sparen.
Foto: imago stock&people

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt davor, die Chancen zur Steigerung der Energieeffizienz und Stromeinsparung nicht voll auszunutzen. Vor einem Treffen der EU-Energieminister am heutigen Donnerstag in Brüssel sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth im Gespräch mit der Berliner Zeitung: „Der Plan von EU-Kommissar Günter Oettinger ist absolut richtig, wonach die Energieversorger verpflichtet werden sollen, gemeinsam mit ihren Kunden jährlich 1,5 Prozent einzusparen.“

Würden die Möglichkeiten der Energieeffizienz genutzt, seien alle Debatten über drohende Stromlücken obsolet. Die sukzessive Abschaltung der acht in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke sei dann gut zu bewältigen.

Über die von Oettinger vorgelegte Effizienz-Richtlinie gibt es in der Bundesregierung Streit. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt eine Einsparpflicht als Zwangsmaßnahmen für die Unternehmen ab, das sei Planwirtschaft. Laut Oettinger könnte zum Beispiel Anreizprogramme aufgelegt werden, bei denen die Versorger ihren Stromkunden Zuschüsse für den Kauf besonders sparsamer Haushaltgeräte – Waschmaschinen, Kühlschränke, Geschirrspüler – auszahlen.

Großes Potenzial

Flasbarth verweist auf Berechnungen aus seinem Amt. Danach kann in Deutschland die Leistung von rund zehn Großkraftwerken eingespart werden, wenn alle die Stromsparmöglichkeiten ausgenutzt werden, also etwa Haushaltgeräte nach Ende ihrer Lebensdauer durch sparsame Neugeräte ersetzt werden. Erkennen kann man sie am Effizienzstandard A+++ oder am Blauen Engel.

Geräte wie Waschmaschine oder Kühlschrank werden im Schnitt nach zehn Jahren ausgetauscht. Laut Freiburger Öko-Institut beträgt das Strom-Einsparpotenzial im Hausgeräte-Sektor bis zu 37 Prozent, wenn statt der marktüblichen Geräte nur die sparsamen Alternativen genutzt werden. „Die effizienten Geräte sind in der Anschaffung zwar teurer, unter dem Strich sparen sie den Käufern aber Geld, da die Stromkosten deutlich niedriger sind“, sagte Flasbarth. Für Haushalte mit geringem Einkommen seien gezielte Programme denkbar, um ihnen den Kauf der sparsamen Geräte zu ermöglichen.

Autor:  Joachim Wille
Datum:  24 | 11 | 2011
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