Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 beschlossen, läuft 2012 aus und sollte dem Klimaschutz dienen. Das gleiche Ziel verfolgt auch das Folgeprotokoll, das im Dezember bei dem Weltklimagipfel in Kopenhagen die Ziele für 2020 festlegen wird. Derzeit halten Forscher die Folgen des Klimawandels noch für beherrschbar. Die Grenze dafür liegt bei einem Plus von zwei Grad Celsius - 0,8 Grad sind bereits erreicht.
Klimaforscher fordern: Industriestaaten müssen ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent senken - verglichen mit 1990. Die Emissionen aus Entwicklungs- und Schwellenlän- dern dürfen derzeit noch zunehmen.
Bis 2050 müssen die Treibhausgas- Emissionen global halbiert und die der Industriestaaten um 80 Prozent redu- ziert werden.
Die EU ist Vorreiter und will den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 20 Prozent senken. Ziehen noch andere Industriestaaten mit, würde sie auf 30 Prozent gehen. Der EU-Level liegt heute bei etwa minus fünf Prozent. Bis 2020 fehlen weitere 15 Prozent.
Die anderen Industrieländer haben bislang ihre Kyoto-Pflichten weitgehend ignoriert. US-Präsident Obama peilt nun an, die in den USA zwischenzeitlich um rund 16 Prozent angestiegenen Emissionen wieder auf das Niveau von 1990 abzusenken. Australien will um "fünf bis 15 Prozent" runter (bezogen auf 2000), Kanada zielt auf 20 Prozent (bezogen auf 2006). Japan und Russland haben sich bisher nicht geäußert.
Schwellenländer wie China sollen sich in Kopenhagen dazu verpflichten, die CO2-Wachstumskurve aktiv "abzu- flachen". Mit Hilfszusagen halten sich die Industrieländer aber zurück.
Der heute beginnende EU-Gipfel sollte hier konkrete Vorschläge machen. Doch das wird nicht mehr erwartet. Umweltschützer haben die Union aufgefordert, endlich "Zahlen auf den Tisch zu legen". jw
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