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Kommunalwahl 2016
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07. März 2016

Die Partei in Frankfurt: „Wir machen’s mit jedem“

 Von 
Nach allen Seiten offen: Partei-Party am Wahlabend.  Foto: Rolf Oeser

Die 2004 vom Satiremagazin „Titanic“ gegründet Spaßpartei Die Partei macht Ernst und zieht in den Römer. Die Zahl der Sitze ist noch unklar, das Ziel aber schon: Frankfurt soll echte Großstadt werden.

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Am Montagmittag wirkt Nico Wehnemann immer noch ein wenig benommen. Das liege aber nicht, versichert der Spitzenkandidat der Partei Die Partei, an der gegenwärtig bei Politikern extrem trendigen Hitler-Droge, sondern schlicht an „zuviel billigem deutschen Riesling“.

Grund für zuviel Riesling gibt’s allemal. 1,4 Prozent waren am Vorabend für die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative ausgezählt worden. Wehnemann hofft am Mittag darauf, dass es vielleicht noch ein bisschen mehr werden dürfte. Aber so oder so: Die 2004 vom Satiremagazin „Titanic“ gegründete Spaßpartei wird im neuen Stadtparlament vertreten sein, lediglich die Anzahl der Sitze ist noch unklar. Doch Wehnemann ahnt bereits: „Um Fraktionsstatus zu erreichen, werden wir wohl noch auf mindestens einen weiteren Deppen angewiesen sein.“

Solche hofft Wehnemann auch im neuen Stadtparlament zu finden, und die Chance stehen ganz gut. Die Bürger für Frankfurt (BFF) etwa haben noch mehr Stimmen eingefahren und ist ebenfalls im Römer dabei. Zwar ist die BFF so etwas wie der Lieblingsfeind der Partei, und kurz vor der Wahl hatten die rechtslastigen Wutbürger der Spaßpartei offiziell vorgeworfen, „keine Vision, kein ernsthaftes Programm, das über altbekannte Ressentiments hinausreicht“, zu haben. Das sei aber auch „zum Teil richtig“, sagt Wehnemann, und so spreche nichts gegen eine zukünftige gedeihliche Zusammenarbeit. „Wir machen’s mit jedem“, gibt sich Wehnemann nach allen Seiten offen. Nur totschaffen wolle man sich nicht und die nächsten fünf Jahre „im Stadtparlament nicht so viel machen“ – vielleicht „werden bei der AfD mal ein paar Torten fliegen“.

Nicht mehr mit Offenbach

Das jüngste Wahlergebnis der Partei ist beachtlich, aber nicht singulär. Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl etwa errang sie im Stadtteil Sternschanze 5,8 Prozent und zog damit gar mit der CDU gleich. Bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl der 2012 schaffte OB-Kandidat Oliver Maria Schmitt mit seinem Programm „9,5 Thesen für Frankfurt – und keine für Offenbach“ 1,8 Prozent der Wählerstimmen das bis dahin beste Wahlergebnis der Partei in einer Großstadt.

Frankfurt, sagt Wehnemann heute, sei aber gar keine Großstadt. Seine Partei werde sie erst dazu machen. Allerdings nicht durch die Eingemeindung Offenbachs, diesen alten Plan habe man aufgegeben, „was uns letztlich nun auch den Rückhalt in der Bevölkerung verschafft hat“.

Im Gegensatz zum Parteivorsitzenden Martin Sonneborn, der mittlerweile als Europaabgeordneter echtes Geld verdient, kann Wehnemann nicht hoffen, im Römer reich zu werden, aber er werde zusehen, dass er da über Aufwandsentschädigungen und Spesenabrechnungen was drehe.
Ansonsten sind die kommunalen Vorhaben der Partei machbar. „Wir wollen weg vom Bier-Image“, sagt Wehnemann, „hin zu billigem deutschem Riesling“. Das kann ja heiter werden.

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