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Kommunalwahl 2016
Kommunalwahl 2016

06. Januar 2016

Kommunalwahl Stadtteile: Mehr Wohnraum, weniger Verkehr

 Von Dennis Pohl
Der neue Henninger Turm in Sachsenhausen ist die zur Zeit wohl prominenteste Baustelle Frankfurts.  Foto: Christoph Boeckheler

Den Bevölkerungszuwachs in Frankfurt bekommt der Ortsbezirk 5 unmittelbar zu spüren. Die CDU will deshalb nachverdichten, Wohnraum müsse bezahlbar bleiben mahnt die SPD. Die Grünen wollen mehr Platz für Radfahrer, die FDP wil den Einzelhandel fördern

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Wohnen, Bildung, Verkehr, Fluglärm - die drängendsten Themen im Ortsbezirk 5 liegen auf der Hand. Dazu kommt: Die drei Bezirke sind 2014 noch einmal gewachsen – im Schnitt um rund drei Prozent mehr Einwohner. Und die Probleme wachsen mit: Wohnraum wird immer knapper, die Preise steigen. Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf die Schulen.

Es ist Zeit, etwas zu tun. Darin ist man sich fraktionsübergreifend einig. Man brauche mehr Wohnraum, mehr Bildungsplätze und Lösungen für die steigende Verkehrsbelastung. Die CDU möchte das durch „sinnvolle Nachverdichtung“ schaffen, wie Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) sagt. Das heißt für ihn: Baulücken schließen und Dachgeschosse ausbauen. Außerdem ist es Becker ein besonderes Anliegen, weiter in die Bildung zu investieren. Schulplätze sollten dort gesichert sein, wo die Kinder wohnen, fordert er. Dazu müsse es auch eine neue Grundschule in Niederrad geben.

Höhere Gebühren für Krachmacher

Beim Fluglärm möchte die CDU den Flughafenbetreiber in die Pflicht nehmen. Durch höhere Landegebühren für notorische Krachmacher soll regulierend in den Betrieb eingegriffen werden. „Es darf sich für laute Flugzeuge einfach nicht mehr lohnen, hier zu landen“, sagt Becker.

Auf der Agenda der SPD findet sich das Wohnen an erster Stelle. Allerdings fordern die Sozialdemokraten konkret bezahlbaren Wohnraum für den Süden. Städtische Neubau-Projekte dürften nicht auf Gewinn abzielen, sondern allein auf günstigen Wohnraum. „30 Prozent müssen sozialer Wohnungsbau sein“, sagt die Fraktionsvorsitzende Rosita Jany. Auch die Bildung soll für die SPD sozialer werden. „Sie darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, so Jany. Daher fordert sie eine bedarfsgerechte Erhöhung der Bildungsplätze sowie eine weitere Förderung integrierter Gesamtschulen (IGS). Der Fluglärm soll mit einem generellen Nachtflugverbot eingedämmt werden.

Parkplätze für Anwohner

Dem schließt sich auch die Linke an - allerdings gibt sich Spitzenkandidat Knut Dörfel radikaler: „Neben einem Nachtflugverbot treten wir für eine Schließung der Landbahn Nordwest ein“, sagt er. Weiterhin möchte seine Partei mehr soziale Gerechtigkeit im Frankfurter Süden erreichen. „Alle Menschen müssen die gleichen Chancen haben“, so Dörfel. Das gelte für Wohnen, Arbeit und Bildung.

Den Grünen ist ein Nachtflugverbot sowie bezahlbares Wohnen und Bildung für alle ebenfalls wichtig. Allerdings sorgen sie sich in ihrem Programm vorrangig um den Verkehr. „Wir möchten Raum für Fußgänger und Radfahrer schaffen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Reinhard Klapproth. Das Fahrrad sei heute unerlässlich, da müssten die Verkehrswege sich anpassen. Weiterhin sollen von Pendlern übervölkerte Parkplätze in Sachsenhausen-Süd für die Anwohner zurückgewonnen werden.

Der FDP liegt hingegen der Einzelhandel in Sachsenhausen am Herzen. Dieser müsse gestärkt werden, um den Charakter des Bezirks zu erhalten, so Spitzenkandidat Uwe Schulz. Der Verkehr müsse weiterhin ungestört fließen können, ein echter Kreisel am Schweizer Platz und rot gestrichene Fahrradwege sollen für Entspannung bei Rad- und Autofahrern sorgen. „Zudem brauchen wir endlich ein zukunftsfähiges Konzept für Alt-Sachsenhausen“, sagt Schulz. Dies werde von den anderen Parteien verlässlich übersehen. dp

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