Die Botschaft auf der Tafel vor dem Bochumer Trainingsgelände ist eindeutig: Eine Westernlandschaft, dazu am rechten Rand ein paar Hochöfen und Fabrikschlote im Halbschatten – und auf der linken Seite, deutlich größer, ein Holzpfosten mit Wegweisern: Drei an der Zahl, die nach Dortmund, München und Gelsenkirchen weisen. Und ein vierter, abgeknickt, auf dem Aachen steht. Aachen, das ist zweite Liga – und in die möchten die Bochumer Mittwochabend Alemannias Nachbarn aus Mönchengladbach zerren. Und dafür im entscheidenden Duell mit der Borussia die eigene, stolze Serie fortschreiben – direkter Wiederaufstieg in die Bundesliga nach jedem ihrer bislang sechs Abstiege.
Vor dem ersten Relegationsspiel, das Gladbach durch ein Tor in letzter Sekunde 1:0 gewann, streute Friedhelm Funkel als Lockerungsübungen für sein Team noch einen gemeinsamen Kinoabend und einen ausgiebigen Besuch beim Tennisturnier in Düsseldorf ein. Aber erstens warteten, sehr zum Missfallen des VfL-Trainers, abends um halb elf im Kino-Foyer Dopingkontrolleure auf seine Spieler. Zweitens hat der 57-jährige Aufstiegsspezialist nun den ureigenen Charakter seiner Kicker entdeckt. „Wir sind Fußballer“, betonte Funkel. Und deshalb schauten sich die Bochumer gestern Abend gemeinsam das Rückspiel zwischen Osnabrück und Dresden um das letzte Zweitligaticket an.
Empfang im Rathaus
Eine Abteilung weiter oben hat sich an Borussias Favoritenstellung durch das Hinspiel kaum etwas geändert. Außer, dass die Funkel-Elf erfreut, ja fast erstaunt über ihren vor allem vor der Pause respektablen Auftritt war. „Das war unser bestes Saisonspiel, uneingeschränkt“, lobte der VfL-Trainer, dessen Mannschaften nie für tollkühne Offensivkunst bekannt waren, der in der Dämmerung des Showdowns jetzt aber großen Spaß am verbalen Angriff entwickelt hat.
„Entscheidend ist, Topleistungen im richtigen Moment abzurufen“, umreißt Funkel sein berufliches Credo. Das hat der zwischen den Ruhrpott-Giganten Schalke und Dortmund eingeklemmte Klub im Borussia-Park hinbekommen. Daher hat Funkel den meist mühevollen Marsch seiner Elf auf Relegationsplatz drei längst verdrängt – viel lieber warnt er nun den vom emsigen Schweizer Lucien Favre betreuten Erstligisten: „Das wird ein spannendes Spiel – mit einem Ausgang, der völlig offen ist.“ Zumal die Bochumer in den vergangenen Wochen ihre Fans zurückerobert haben. „Die Mannschaft, der Verein, die Anhänger und die Stadt sind wieder zu einer Einheit geworden“, sagt Sportchef Thomas Ernst und wiederholt damit fast wörtlich den Satz, den der Gladbacher Kollege Max Eberl nach dem Hinspiel für seinen Klub in die Welt hinausgetragen hatte.
Schon nach dem letzten Punktspiel gegen Duisburg rief der VfL sein Gefolge via Stadionmikrofon dazu auf, gleich am nächsten Morgen Karten fürs Relegations-Rückspiel zu kaufen. Die Live-Werbung war ein voller Erfolg: Unter den 29000 Zuschauern in der rappelvollen Bochumer Arena werden Mittwoch – ungewöhnlicherweise – maximal 4000 Borussen-Fans sein.
1992-1994: Nach einer miserablen Bundesliga- Hinrunde (8 Punkte) soll unter dem in der Winterpause geholten Jürgen Gelsdorf eine Aufholjagd beginnen. Am Ende wird der Klassenerhalt um einen Punkt verpasst. In der folgenden Zweitligasaison steht der VfL nur am ersten Spieltag nicht an der Tabellenspitze - Gelsdorf wird als Aufstiegsheld gefeiert.
1994-96: Nur fünf Punkte aus den ersten 12 Spielen kosten Gelsdorf den Job, für ihn kommt Klaus Toppmöller. Ein 1:2 in Uerdingen am drittletzten Spieltag besiegelt den Bundesliga-Abstieg, die Mannschaft fällt auseinander. Toppmöller gelingt dennoch der souveräne Wiederaufstieg. Bochum beendet die Saison als Spitzenreiter mit 12 Punkten vor den zweitplatzierten Bielefeldern.
1998-2000: Neun Niederlagen nach 12 Spielen und zum Saisonende sieben Niederlagen am Stück bedeuten das Tabellenende und kosten Toppmöller den Job. In der Zweiten Liga übernimmt Ernst Middendorp. Nach gutem Start folgen sieben Spiele ohne Sieg. Na ch dem 2:6-Debakel gegen TeBe Berlin übernimmt Bernard Dietz als Interimscoach das Training der Mannschaft. Im Januar verpflichtet der VfL Ralf Zumdick, der Bochumit 35 Rückrundenpunkten zum dritten direkten Wiederaufstieg führt.
2000-2002: Ab dem vierten Spieltag rangiert Bochum auf einem Abstiegsplatz, auch Trainer-Legende Rolf Schafstall kann den Abstieg nicht mehr verhindern. Schon am 32.Spieltag steht die Zweitklassigkeit fest. Das Projekt Wiederaufstieg beginnt unter Dietz, der als Cheftrainer wieder enttäuscht: Sechs Siege aus 15 Spielen sind zu wenig. Nachfolger Peter Neururer holt in der Rückrunde 48 Punkte und hievt Bochum noch auf Platz drei.
2004-2006: In den ersten sechs Spielen bleibt der VfL ungeschlagen, doch das Aus im UEFA-Cup gegen Standart Lüttich durch ein Tor in letzter Minute leitet den schleichenden Niedergang der Bochumer ein. Am Ende fehlt ein Punkt zum Klassenerhalt - die Ära Neururer ist zu Ende. Marcel Koller stellt in der Zweiten Liga einen neuen Startrekord auf (elf Spiele ohne Niederlage) und feiert schon am 30. Spieltag den Aufstieg. prkr
„Unsere Freude auf das Spiel ist riesengroß. Das ist noch mal ein Highlight, selbst für mich alten Hasen“, schwärmt Kapitän Christoph Dabrowski vorab. Während Funkel, der beim Hinspiel noch wie ein Rohrspatz wetterte, weil de Camargos Tor ein paar Sekunden nach Ablauf der offiziellen Nachspielzeit gefallen war, jetzt kühl erklärt: „Die Ausgangslage hat sich überhaupt nicht geändert. Auch wenn es 0:0 ausgegangen wäre, hätten wir ein Tor schießen müssen und hätten keins kassieren dürfen.“ Ehe er anschließend seine ausgeklügelte Taktik für den Abend ausgibt: „Wir werden Vollgas spielen – mit einer kontrollierten Offensive.“
Den Optimismus an der A40 kultiviert auch der 32-jährige Dabrowski, der betont: „Was am Donnerstag in Mönchengladbach passiert ist, hat uns stolz gemacht.“ So stolz und zuversichtlich, dass sie für morgen um 12 Uhr einen Empfang mit der Bochumer Oberbürgermeisterin auf dem Rathausbalkon vereinbart haben.
Zu ungewöhnlicher Stunde will der VfL mit seinen Fans also auf jeden Fall feiern. Als Erst- wie als Zweitligist – wobei der Trainer bei all den Parallelen zwischen Bochum und Mönchengladbach in Sachen Saisonverlauf einen entscheidenden Unterschied ausgemacht hat. Beide Klubs haben sich nach schwerem Start aus dem Schlamassel herausgearbeitet. „Bloß“, kommentiert der einst offensivstarke Mittelfeldspieler Funkel genüsslich, „dass Borussia Mönchengladbach dafür den Trainer wechseln musste – und der VfL Bochum nicht.“
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Real Madrid | 121:32 | 100 | ||
| 2 | FC Barcelona | 114:29 | 91 | ||
| 3 | FC Valencia | 59:44 | 61 | ||
| 4 | FC Malaga | 54:53 | 58 | ||
| 5 | Atletico Madrid | 53:46 | 56 | ||
| 6 | UD Levante | 54:50 | 55 | ||
| 7 | CA Osasuna | 44:61 | 54 | ||
| 8 | RCD Mallorca | 42:46 | 52 | ||
| 9 | FC Sevilla | 48:47 | 50 | ||
| 10 | Athletic Bilbao | 49:52 | 49 | ||
| 11 | Real Sociedad | 46:52 | 47 | ||
| 12 | Real Betis Sevilla | 47:56 | 47 | ||
| 13 | FC Getafe | 40:51 | 47 | ||
| 14 | Espanyol Barcelona | 46:56 | 46 | ||
| 15 | Rayo Vallecano | 53:73 | 43 | ||
| 16 | Real Saragossa | 36:61 | 43 | ||
| 17 | FC Granada | 35:56 | 42 | ||
| 18 | FC Villarreal | 39:53 | 41 | ||
| 19 | Sporting Gijon | 42:69 | 37 | ||
| 20 | Racing Santander | 28:63 | 27 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Manchester City | 93:29 | 89 | ||
| 2 | Manchester United | 89:33 | 89 | ||
| 3 | FC Arsenal | 74:49 | 70 | ||
| 4 | Tottenham Hotspur | 66:41 | 69 | ||
| 5 | Newcastle United | 56:51 | 65 | ||
| 6 | FC Chelsea | 65:46 | 64 | ||
| 7 | FC Everton | 50:40 | 56 | ||
| 8 | FC Liverpool | 47:40 | 52 | ||
| 9 | FC Fulham | 48:51 | 52 | ||
| 10 | West Bromwich Albion | 45:52 | 47 | ||
| 11 | Swansea City | 44:51 | 47 | ||
| 12 | Norwich City | 52:66 | 47 | ||
| 13 | AFC Sunderland | 45:46 | 45 | ||
| 14 | Stoke City | 36:53 | 45 | ||
| 15 | Wigan Athletic | 42:62 | 43 | ||
| 16 | Aston Villa | 37:53 | 38 | ||
| 17 | Queens Park Rangers | 43:66 | 37 | ||
| 18 | Bolton Wanderers | 46:77 | 36 | ||
| 19 | Blackburn Rovers | 48:78 | 31 | ||
| 20 | Wolverhampton Wand. | 40:82 | 25 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Sandhausen | 57:42 | 66 | ||
| 2 | VfR Aalen | 50:42 | 64 | ||
| 3 | Jahn Regensburg | 55:41 | 61 | ||
| 4 | 1. FC Heidenheim | 48:36 | 60 | ||
| 5 | Rot-Weiß Erfurt | 54:41 | 59 | ||
| 6 | Burghausen | 55:47 | 57 | ||
| 7 | VfL Osnabrück | 46:35 | 55 | ||
| 8 | Kickers Offenbach | 49:41 | 55 | ||
| 9 | Chemnitzer FC | 47:43 | 55 | ||
| 10 | 1. FC Saarbrücken | 61:51 | 54 | ||
| 11 | VfB Stuttgart II | 44:47 | 50 | ||
| 12 | Preußen Münster | 40:44 | 50 | ||
| 13 | Arminia Bielefeld | 51:57 | 50 | ||
| 14 | Darmstadt 98 | 51:47 | 49 | ||
| 15 | Unterhaching | 63:59 | 44 | ||
| 16 | Wiesbaden | 40:48 | 44 | ||
| 17 | SV Babelsberg | 44:59 | 44 | ||
| 18 | Carl Zeiss Jena | 39:59 | 39 | ||
| 19 | Oberhausen | 33:47 | 38 | ||
| 20 | Werder Bremen II | 29:70 | 22 | ||
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | EHC Dortmund | 151:45 | 58 | ||
| 2 | EC Bad Nauheim | 162:43 | 56 | ||
| 3 | Kassel Huskies | 145:57 | 51 | ||
| 4 | EV Duisburg | 133:46 | 44 | ||
| 5 | Löwen Frankfurt | 112:67 | 40 | ||
| 6 | Hammer Eisbären | 98:82 | 40 | ||
| 7 | Ratinger Ice Aliens | 109:76 | 34 | ||
| 8 | Königsborner JEC | 90:109 | 33 | ||
| 9 | ESC Moskitos Essen | 62:118 | 18 | ||
| 10 | Herforder EV | 71:175 | 16 | ||
| 11 | EHC Krefeld | 42:158 | 3 | ||
| 12 | EHC Netphen 08 | 35:234 | 3 | ||
| Mannschaft | Körbe | Punkte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Brose Baskets | 3033 | : | 2387 | 60 | |
| 2 | ratiopharm Ulm | 2778 | : | 2539 | 54 | |
| 3 | ALBA Berlin | 2825 | : | 2478 | 52 | |
| 4 | Artland Dragons | 2870 | : | 2655 | 48 | |
| 5 | FC Bayern München | 2672 | : | 2513 | 44 | |
| 6 | s.Oliver Baskets | 2431 | : | 2295 | 40 | |
| 7 | NY P. Braunschweig | 2645 | : | 2651 | 36 | |
| 8 | Baskets Bonn | 2730 | : | 2618 | 36 | |
| 9 | FRAPORT SKYLINERS | 2347 | : | 2337 | 34 | |
| 10 | Oldenburg | 2736 | : | 2755 | 32 | |
| 11 | Eisbären Bremerhaven | 2626 | : | 2731 | 32 | |
| 12 | Tigers Tübingen | 2628 | : | 2719 | 30 | |
| 13 | BBC Bayreuth | 2357 | : | 2643 | 24 | |
| 14 | TBB Trier | 2297 | : | 2509 | 22 | |
| 15 | Phoenix Hagen | 2689 | : | 3016 | 22 | |
| 16 | EnBW Ludwigsburg | 2601 | : | 2655 | 20 | |
| 17 | Gießen 46ers | 2341 | : | 2645 | 18 | |
| 18 | BG Göttingen | 2327 | : | 2787 | 8 | |
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