Die Auseinandersetzung um das geplante Einkaufszentrum Opel-Forum zieht immer weitere Kreise. Jetzt meldet sich auch Christoph Adam von Opel, Ur-Ur-Enkel des Firmengründers Adam Opel, zu Wort. Er plädiert für die Realisierung des Projekts.
„Als ich erfahren habe, dass es eine Bürgerinitiative gegen das geplante Opel-Forum gibt, habe ich mich gefragt, wie man sich so eine einmalige Chance für die Rüsselsheimer Innenstadt entgehen lassen kann“, sagt der 31-Jährige. Deshalb sei es ihm ein Bedürfnis, sich zu dem Thema zu äußern, auch wenn er nicht in Rüsselsheim lebe. Und er formuliert es noch etwas drastischer: „Mein Ur-Ur-Großvater, der die Stadt maßgeblich geprägt hat, würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass seine alte Fabrik die Entwicklung einer ganzen Stadt behindert.“
Entwicklung nicht verhindern
Christoph Adam von Opel, der für seinen 2006 verstorbenen Vater Heinz von Opel im Beirat der Bürgerstiftung Festung sitzt, lebt zwar in Wiesbaden, hat aber nach eigenem Bekunden „als Familienmitglied der Gründerfamilie des Opel-Werks wie kaum ein anderer einen emotionalen Bezug zu Rüsselsheim“.
Rüsselsheim sei eine „Stadt der Bewegung und des Fortschritts“, sagt der in der Werbebranche Selbstständige. Dafür stehe auch der Name Opel. „Das heißt nicht, dass wir nicht traditionell verhaftet sind. Aber bei jeder Tradition muss auch das Neue und Zukünftige ins Auge gefasst werden. “ Die Entwicklung der Innenstadt dürfe nicht verhindert werden, vielmehr sei eine konstruktive Beteiligung an einer Neugestaltung gefragt.
„Rüsselsheim hat die einzigartige Chance, eine Innenstadt mit 100 Jahre alten Industriefassaden für die Zukunft zu entwickeln“, so sein Standpunkt. Die Realisierung müsse unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werden. Die Mischung von Kultur, Einkaufen und Automobil sei einmalig. Gerade das Automobilmuseum biete Rüsselsheim auch die Chance für eine überregionale Wahrnehmung. Für den Autohersteller Opel sei eine solche Markenbindung „schon lange überfällig“.
Die Gebäude hinter den Fassaden seien nie für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen, die Innenstadt bleibe aber durch die Fassaden des Opel-Altwerks immer mit der Vergangenheit verbunden, sagt Christoph Adam von Opel. Er warnt: „Es darf aus Liebhaberei zum alten Gemäuer keine Kulturruine entstehen.“ (es.)

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