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Friedensinitiative Mörfelden-Walldorf: Hilfe für die Opfer von Tschernobyl

Die 27 Jahre alte Elena Bernhardt ist die neue Leiterin der Friedensinitiative Mörfelden-Walldorf. Auch unter ihrer Leitung wird sich die Friedensinitiative weiter für Opfer der Tschernobyl-Katastrophe einsetzen.

Elena Bernhardt möchte weiterhin Kinder aus Weißrussland nach Mörfelden-Walldorf einladen.
Elena Bernhardt möchte weiterhin Kinder aus Weißrussland nach Mörfelden-Walldorf einladen.
Foto: Timo Jaworr

Die Friedensinitiative Mörfelden-Walldorf hat eine neue Leiterin: die 27 Jahre alte Elena Bernhardt. Neu ist ihr Gesicht in diesem Kreis zwar nicht. Neu ist allerdings, dass sie nun erste Ansprechpartnerin der Initiative ist.

Bernhardt löst Claire Linke ab, die kürzertreten, ihre Nachfolgerin aber unterstützen möchte. Linke hatte sich 20 Jahre für die Opfer der Tschernobyl-Katastrophe aus dem weißrussischen Kreis Bychow eingesetzt und Kindern aus dem verseuchten Gebiet Gastaufenthalte in Mörfelden-Walldorf ermöglicht. „Es ist ein Punkt gekommen, an dem es Zeit war, das abzugeben. Ich bin aber überglücklich, dass es weitergeht“, sagt Linke.

„Ich hatte während der Abschiedsfeier des letzten Kinderbesuchs mitbekommen, dass Claire aufhören möchte“, sagt Bernhardt. Es sei ihr eine große Freude gewesen, ihre Hilfe anzubieten. „Ich hätte es schade gefunden, wenn das Projekt endet“, erklärt sie.

Bereits vor zwei Jahren, als sie in der Zeitung las, dass Gasteltern gesucht würden, habe sie nicht gezögert. „Für mich war klar, dass ich Kinder bei uns aufnehme“, sagt die 27-Jährige.
Schließlich war die gebürtige Ukrainerin als Zehnjährige selbst zu Gast in Deutschland. „Das war für mich ein intensives und prägendes Erlebnis“, sagt Elena Bernhardt. Die Gastfreundschaft und menschliche Wärme, die sie als junges Mädchen bei ihrem Besuch in Deutschland erfahren habe, seien Erlebnisse, die sich fest in ihrem Kopf verankert hätten. „Seitdem war es immer mein Traum, nach Deutschland zu ziehen“, sagt Bernhardt, die in der ukrainischen Stadt Schytomayr, knapp 150 Kilometer nördlich von Kiew, aufgewachsen ist.

Gasteltern gesucht

Doch von der Ukraine verschlug es sie nach ihrem Studium 2004 zunächst nach Dubai, wo sie drei Jahre lang bei einer Fluggesellschaft arbeitete. Dort lernte sei auch ihren heutigen Mann Daniel Bernhardt kennen – einen Deutschen. „Als ich schwanger wurde, gingen wir zurück in die Ukraine – und dann nach Deutschland“, erzählt Elena Berhardt.

Seit 2007 lebt das Paar in Mörfelden-Walldorf. Inzwischen haben die beiden zwei Töchter, vier Jahre und neun Monate alt. Derzeit kümmert sich Elena um die Kinder – und nun kommt noch die Arbeit bei der Friedensinitiative dazu. Elenas Mann Daniel will ihr Engagement unterstützen.

Kern des Einsatzes der Friedensinitiative wird weiterhin der Besuch einer Kindergruppe im Sommer sein. Es sei ihr ein Anliegen, wieder mehr Kinder aus Bychow nach Mörfelden-Walldorf einladen zu können, so Bernhardt. „Vor allem wollen wir eine Homepage für die Friedensinitiative einrichten“, sagt Daniel Bernhardt. Die Kommunikation werde dadurch wesentlich einfacher. Außerdem könnten so mehr Leute auf den Verein aufmerksam gemacht werden.

Auch auf die Unterstützung junger Gasteltern setzt Elena Bernhardt. „In unserem Freundeskreis gibt es einige Interessierte“, sagt sie. Außerdem hoffe sie, dass sich über Aushänge in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen sowie Mund-zu-Mund-Propaganda weitere Menschen finden, die den Besuch von Kindern ermöglichen. (tij./ers.)

Familien aus Mörfelden-Walldorf, die im Sommer Kinder aus Bychow bei sich aufnehmen möchten, können sich unter Telefon 06105/3400308 melden.

Datum:  18 | 1 | 2012
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