Jede Menge zu tun gibt es in den nächsten Wochen und Monaten für Katharina Diergarten. Seit Anfang Februar arbeitet sie bei der Stadt Mörfelden-Walldorf und soll dort das Amt für Umwelt, Nachhaltigkeit und Energie (UNE) aufbauen. Parallel dazu ist die 28-jährige Biogeografin aus Kaiserslautern noch damit beschäftigt, ihre Promotion an der Universität Trier abzuschließen.
Ein eigenes Umweltamt in der Stadtverwaltung war eine der zentralen Forderungen, mit denen die Grünen in den Kommunalwahlkampf 2011 gezogen waren.
Die Themen Natur- und Landschaftsschutz, Flughafen, die Verhandlungen über die neuen Strom- und Gasverträge, die Waldentwicklung und der Abfallsektor werden im Umweltamt zusammengefasst. Darüber hinaus soll das Amt mit dem städtischen Energie- und Klimaschutzbüro Bürger informieren und beraten.
Sieben Mitarbeiter wird die neue Leiterin Katharina Diergarten nach jetzigen Planungen haben.
Was ihr an der Stelle in Mörfelden-Walldorf gefallen habe, sei die Gelegenheit, eine völlig neue Einrichtung zu gestalten, das Team zusammenzustellen, Projekte zu koordinieren und eigene Ideen einzubringen. „Als Amtsleiterin habe ich die Chance, etwas zu bewirken. Ein Umweltamt kann direkt vor Ort Verbesserungen erzielen“, sagt Diergarten.
Fokus auf Nachhaltigkeit
Das neue Amt, das in den Zuständigkeitsbereich des Ersten Stadtrats Franz-Rudolf Urhahn (Grüne) fällt, ist unter anderem für das Thema Flughafen zuständig. Am 13. März beginnen die mündlichen Verhandlungen vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Mörfelden-Walldorf klagt. „Lärmschutz ist ein Thema, das die Mörfelden-Walldorfer und die gesamte Region beschäftigt. Aufgabe des Umweltamtes ist es, die Interessen der Bürge zu vertreten“, so Diergarten. Ein Tag gegen den Lärm sei in Planung.
„Mein Ziel ist es, ein ökologisches Bewusstsein zu schaffen“, erklärt die neue Amtsleiterin – und umreißt damit auch, was sie antreibt. Für besonders wichtig hält sie den Kontakt zu den Bürgern. „Es ist erschreckend, wie wenig wir über die heimischen Tiere und Pflanzen wissen. Dabei gibt es so eine große Vielfalt an Arten im Rhein-Main-Gebiet, die man unbedingt sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen näher bringen sollte.“ Diergarten weiß: Was man kennt und liebgewinnt, will man auch erhalten.
Die Verbundenheit zur Natur ist ihr in die Wiege gelegt worden: Sie wuchs in einer Großfamilie auf einem Bauernhof mit vielen Tieren im Nordpfälzer Bergland auf. „Ökologie und Nachhaltigkeit spielten bei uns eine große Rolle.“ Aus der Liebe zur Natur entwickelte sich der Wunsch, etwas zu studieren, das mit Naturschutz zu tun hat.
In Trier widmete sich Diergarten dann der „Angewandten Biogeografie“ mit den Schwerpunkten Biogeografie, Geobotanik, Bodenkunde und Ökotoxikologie (Wissenschaft von den Umweltgiften). Seit dem Studium ist sie auch mit dem Thema „Energiewende“ vertraut.
Wichtiges Thema ist für sie die Nachhaltigkeit. Damit nicht noch mehr natürliche Ressourcen verschwinden, wünscht sich Katharina Diergarten, dass jeder bei sich anfängt, der Natur gegenüber aufmerksamer zu werden. Zu erkennen, was man von der Natur nimmt und was man ihr zurückgeben sollte.
Wenn Diergarten sich nicht beruflich für den Umweltschutz engagiert, liest sie Krimis oder reitet durch den Wald. Denn ganz ohne Natur geht es bei ihr auch in der Freizeit nicht. (mz.)

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