Ein ehrgeiziges Ziel verfolgen die Stadt Mörfelden-Walldorf und die Riedwerke: 20 Prozent des Energieverbrauchs in Mörfelden-Walldorf soll bis zum Jahr 2020 aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten am Dienstag Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) und Walter Astheimer, bei den Riedwerken für den Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz zuständig.
Die Kooperation sei ein Anfang, die Kommunen an der Absicht des Kreises Groß-Gerau zu beteiligen, 30 Prozent seines Verbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken, sagte Astheimer. "Die Bürgerbeteiligung ist der Knackpunkt", betonte Astheimer. Mörfelden-Walldorf sei eine der Kommunen im Kreis, die am weitesten sei. Astheimer verwies auf die Sonnendachbörse, bei der Bürger ihre Dächer für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen können. Dieses Angebot soll nun auch in anderen Kommunen des Kreises eingerichtet werden. Auch will die Stadt ein Solarkataster auf den Weg bringen, sagte Bürgermeister Becker, "um Bürgern, die an Photovoltaik interessiert sind, eine erste Hilfestellung zu geben, ob diese Investition sinnvoll und lohnend ist".
Solarstrom für alle
Die Stadt fahre seit vielen Jahren eine Kampagne zur Solarstadt, die Bürger, Vereine und Unternehmen von Sonnenenergie überzeugen soll. Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Projekte sei nun laut Kooperationsvertrag ein erstes Ziel. Danach sollten weitere Projekte zur alternativen Energiegewinnung umgesetzt werden, die nach Möglichkeit auch als Modell für andere Kommunen im Kreis geeignet sind. Als Beispiel nannten Astheimer und Becker die beabsichtigte Installation einer Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Berg der ehemaligen Deponie Mörfelden. Sollte dafür vom Regierungspräsidium eine Genehmigung erteilt werden, "könnten wir hier auch eine Bürgersolaranlage installieren, bei der jeder privat investieren kann".
Als langfristige gemeinsame Ziele sind in dem Abkommen Pilotprojekte bei der Kraft-Wärme-Kopplung und der Tiefengeothermie festgehalten. Als Basis werden die Riedwerke dafür im laufenden Jahr einen Wärmeatlas für den Kreis erstellen lassen. Darin wird Bezug auf das Klimaschutzkonzept von Mörfelden-Walldorf und die darin enthaltenen Handlungsanweisungen genommen und die Stadt als Modellkommune berücksichtigt. In dem Papier sollen nicht nur die Wärmepotenziale im Siedlungsbereich erfasst werden, sondern auch Informationen zum Angebot an Energieträgern wie etwa Biomasse, Geothermie und Solarenergie bereitgestellt werden.
Für die im Abkommen enthaltenen Projekte stellen die Riedwerke rund 30 000 Euro zur Verfügung, die Stadt Mörfelden-Walldorf beteiligt sich nach dem Wortlaut "mit einem ähnlich hohen Betrag". (sia)

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