In Mörfelden-Walldorf soll es künftig alle zwei Jahre einen Tag der Menschenwürde geben. Diesen Vorschlag hat eine von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzte Arbeitsgruppe zur Erinnerungsarbeit und dem Gedenken an Opfer des Nazi-Regimes in Mörfelden-Walldorf jetzt unterbreitet. Als Datum ist der 23. Mai vorgesehen, der Tag der Verkündung des Grundgesetztes. Außerdem soll die Wanderausstellung "Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke" des Bonhage-Museums Korbach im September und Oktober gezeigt werden. Die Schau befasst sich mit der NS-Euthanasie. Sie soll mit Ergebnissen der lokalen Forschung zur Euthanasie in Mörfelden-Walldorf ergänzt werden.
Dem Stadtparlament, das sich am Dienstag, 23. März, mit den Ergebnissen der Arbeitsgruppe befasst, schlägt der Magistrat vor, für eine Broschüre und die Ausstellung selbst 5000 Euro zur Verfügung zu stellen. Für den Tag der Menschenwürde soll im Haushalt 2011 ein Betrag von 15 000 Euro eingeplant werden. Außerdem soll sich eine weitere Arbeitsgruppe dem Schicksal politisch Verfolgter in der NS-Zeit annehmen.
Neben den hauptamtlichen Magistratsmitgliedern gehörten der Arbeitsgruppe Vertreter der Fraktionen, Bürger und Mitarbeiter der Verwaltung an. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) sprach von einer "interessanten Diskussion", lediglich die ablehnende Haltung der CDU in einigen Punkten bedauerter er. Nach Einschätzung von Klaus Gohlke sind keine weiteren Gedenktafeln, Gedenksteine oder Stolpersteine nötig, die an die NS-Zeit erinnern sollen. Auch eine Broschüre zur Ausstellung sei nicht nötig. Skeptisch äußerte sich Gohlke auch zum Tag der Menschenwürde. Wenn die bestehenden Gedenktage angenommen würden, wäre allem Genüge getan. (mz)
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