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Kreis Groß-Gerau
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10. Februar 2016

Mörfelden-Walldorf: Kein Torjubel im Schwimmbad

In Frankfurt gab es bei der Fußball-WM 2006 Spiele auf dem Main zu sehen – im Waldschwimmbad wird es so etwas nicht geben.  Foto: dpa

Das Stadtparlament spricht sich mit den Stimmen von SPD, Grünen und DKP/LL gegen einen Vorstoß der FDP aus, zur Fußball-Europameisterschaft vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich ein Public Viewing auszurichten.

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Auf einem Liegestuhl im Waldschwimmbad Platz nehmen, auf der Großleinwand Fußball schauen und bei Toren für Jogis Jungs gemeinsam mit Hunderten Fans jubeln: Der Fußballsommer hätte in Mörfelden-Walldorf so schön werden können.

Nach dem Stand der Dinge wird daraus aber nichts werden, denn das Stadtparlament hat sich mit den Stimmen von SPD, Grünen und DKP/LL gegen einen Vorstoß der FDP ausgesprochen, zur Fußball-Europameisterschaft vom 10. Juni bis 10. Juli in Frankreich ein sogenanntes Public Viewing auszurichten. Die Liberalen hatten den Magistrat beauftragen wollen, bis Ende März ein Konzept zu erarbeiten. Die Finanzierung sollte nach der Vorstellung der FDP über Eintrittsgelder erfolgen.

Das Sport- und Kulturamt hat die Kosten für eine solches Public Viewing zur Überraschung der FDP allerdings auf rund 105 000 Euro beziffert. Im Stadtparlament warf Carola Freitag (FDP) der Verwaltung vor, nicht ergebnisoffen zu prüfen, sondern die Kosten viel zu hoch zu veranschlagen, um die Idee nicht weiter verfolgen zu müssen, weil der Briefkopf auf dem Antrag nicht stimme.

Freitag verwies auf die Handballer aus Frankfurt-Goldstein, die kurzfristig ein Public Viewing zum EM-Endspiel zwischen Deutschland und Spanien organisiert hätten. Eine solche Veranstaltung lasse sich auch günstiger ausrichten, zumal wohl auch ein lichtstarker Beamer genüge.

Baitinger weist Vorwürfe zurück

Mörfelden-Walldorfs Kulturamtsleiter Ralf Baitinger wies die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Weil viele Spiele am Tag ausgetragen würden, reiche ein Beamer – den man in einer Halle einsetzen könne – nicht aus. Eine geeignete LED-Wand für eine Mietdauer von 30 Tagen schlage mit 65 000 Euro zu Buche. In diesem Betrag seien auch die relativ hohen Versicherungsprämien sowie die Kosten für Auf- und Abbau enthalten. Das teure Gerät stünde auf einem mehr oder weniger frei zugänglichen Gelände, was zu hohen Versicherungskosten führe. Mieten müsse man es für die gesamte Dauer der EM, weil man schließlich nicht nur die Vorrundenspiele zeigen könne.

Weil Veranstaltungen dieser Größenordnung als kommerziell eingestuft würden, fordere die Uefa happige Lizenzgebühren, auch die Gema müsse bezahlt werden. Hinzu kämen die Kosten für Personal und Reinigung – summa summarum etwa 40 000 Euro. „Wenn im Bad jeden Abend Party ist, muss es nach dem Abpfiff wieder für den Badebetrieb am nächsten Morgen hergerichtet werden“, sagt Baitinger.

Gehe man von sieben Partien mit deutscher Beteiligung aus – dazu müsste die deutsche Mannschaft ins Endspiel vordringen – und durchschnittlich 500 Zuschauern bei diesen Begegnungen, ergäbe das einen rechnerischen Kartenpreis von 30 Euro, um die Kosten zu decken. „Das zahlt doch keiner“, meint Baitinger. Erschwerend komme hinzu, dass viele Partien zu den regulären Öffnungszeiten des Bads ausgetragen würden.

Ein großes Public Viewing im Waldschwimmbad zur Fußball-EM sei also weder finanzierbar noch praktikabel. mz

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