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Kreis Groß-Gerau
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07. Dezember 2012

Rüsselsheim: Hauptsache, es rockt

Die erste Bassgitarre stammt von seinem Bruder.Foto: Susanne Rapp

Micky Rauch macht seit 36 Jahren Musik. Der gebürtige Bochumer, der in Ginsheim aufwuchs und 1990 nach Rüsselsheim zog, stand erst hinte dem Keyboard, bevor er auf den Bass umschwenkte. Am Samstag steht er in Wiesbaden im Finale des Deutschen Rock & Pop Preises.

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Seine musikalische Laufbahn begann im Alter von etwa zehn Jahren mit klassischem Gitarrenunterricht. Die erste Band, bei der Michael Micky Rauch – damals 16 – mitmachte, hieß Dorschenanner. Sie bestand aus Schulkameraden und seinem Bruder Matthias.

Sie spielten Cover-Versionen ihrer Rockstars und eigene Stücke. Die gecoverten Originaltexte wandelten sie hessisch ab, „Smoke on the Water“ von Deep Purple hieß bei Dorschenanner dann „Qualm über Bauschem“. Mit Mike Sprunkel und Band steht Rauch morgen in Wiesbaden im Finale des Deutschen Rock & Pop Preises in der Kategorie „beste Rockband“ auf der Bühne.

Als Keyboarder fehlte ihm bald der Kontakt zum Publikum, erzählt der gebürtige Bochumer, der in Ginsheim aufwuchs und 1990 nach Rüsselsheim zog. Er ist gelernter Energieanlagen-Elektroniker, der seit 26 Jahren bei Opel seinen Lebensunterhalt verdient, inzwischen als Ingenieur.

Also trat er als Bassist mit verschiedenen kleineren Bands auf, probierte von Punkrock bis zum deutschen Schlager alles aus und gründete 1998 zusammen mit Bernd Bauer, Claus Lass und Joachim Pstross „laut?los!“. Sie spielten Rio Reiser, Marius Müller-Westernhagen und Tote Hosen.
2006 kamen sie beim Coverbandwettbewerb „Hessen rockt“ unter die besten zehn von 100 Mitbewerbern. Gute Werbung. Auch 2008 waren sie unter den besten zehn und hatten jährlich rund 20 Auftritte. Seit drei Jahren sind die High Knees Rauchs Hauptband.

Erst Keyboard, dann Bass

Als er noch Keyboard spielte, war Jon Lord von Deep Purple sein großes Vorbild, erzählt Rauch. Bis heute ist der Rock die Lieblingsmusik des 46-Jährigen. „Das ist die Musik, mit der ich aufgewachsen bin“, sagt er. „Das ist zeitlose, handgemachte Musik. Nicht umsonst halten sich die Titel von Bands wie den Stones bis heute.“

Mike Sprunkel lernte Rauch 2000 kennen. Es entstand eine Freundschaft und die Überlegung, etwas zusammen zu machen – „auch wenn es schwer ist, mit eigenen deutschen Titeln erfolgreich zu werden“. 2005 entstand die erste CD „Fundstücke“ mit Micky Rauch am Bass. 2011 folgte die CD „Ganz’n’Rotes“ mit Eigenkompositionen von Sprunkel. Rauch fragte: Was passiert jetzt mit dem aufgenommenen Material? Und entschied: „Das müssen wir stärker unter die Leute bringen.“ Sein Sinn fürs Organisieren war erwacht. Seit Sommer 2011 managt Michael Rauch den „Bärenrock“ im Königstädter „Bärenstübbsche“.

36 Jahre Musik bedeuten für ihn: 36 Jahre kreatives Hobby, bei dem man sich richtig ausleben kann. Lampenfieber hat er vor jedem Auftritt noch immer. Aber das bedeute, dass man Respekt vor dem hat, was man tut. Ein Ritual ist es für ihn, auf dem Weg zu einem Auftritt den Song „The Terminal Show“ von Motörhead zu hören.

Mit Sprunkels Stück „Ich dreh die Zeit zurück“ schaffte es die Band beim Deutschen Rock & Pop Preis unter 750 Mitbewerbern ins Finale. Rauch ist überglücklich, dass es geklappt hat. Nicht so sehr, um zu gewinnen, mehr, um von Talentsuchern gesehen zu werden. „Wir sind von uns überzeugt. Mal sehen, wo die Reise hingeht“, sagt er. (sura.)

Das Finale des Deutschen Rock & Pop Preises 2012 ist am Samstag, 8. Dezember, in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden.

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