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Kreis Groß-Gerau
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24. September 2014

Rüsselsheim: Polizeischütze wird angezeigt

Viele Tierfreunde sind aus Protest mit ihren Hunden zum Friedensplatz gekommen.  Foto: Jens Etzelsberger

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Hunde ist die Stimmung aufgeheizt. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Darmstadt sind in seiner Behörde mittlerweile mehrere Strafanzeigen gegen den Polizeischützen eingegangen.

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Die Polizei hat zu ihrem Einsatz auf dem Rüsselsheimer Friedensplatz nach harscher Kritik Stellung genommen: Ein Beamter hatte dort am Dienstag zwei American Staffordshire Terrier erschossen. Dies habe zu kontroversen Diskussionen geführt. Deshalb wolle das Polizeipräsidium Südhessen das Handeln der Beamten transparent darstellen.

In der Stellungnahme wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die Polizeistation Rüsselsheim von Bürgern gegen 7.40 Uhr angerufen wurde. Die Anrufer hätten gemeldet, dass zwei herrenlose Hunde am Friedensplatz frei herumliefen. Eine Polizeistreife habe daraufhin vor Ort zwei American Staffordshire Terrier ausmachen können. Mehrere Versuche der Beamten, die Tiere einzufangen, seien fehlgeschlagen.

Die Polizei schildert, dass ein zufällig hinzukommender 41 Jahre alter Rüsselsheimer – wohl der Onkel des Besitzers – versuchte, gemeinsam mit den Polizisten, die Tiere zu beruhigen und ihrer habhaft zu werden. Dieser sei von einem Hund angegriffen und durch mehrere Bisse erheblich an der Hand und am Unterarm verletzt worden. Der Mann habe sich nur noch in einen Streifenwagen retten können, da der Hund nicht von ihm abgelassen habe. Zwischenzeitlich habe er Strafanzeige bei der Polizei erstattet und sich bei den Polizeibeamten für seine Rettung bedankt, heißt es weiter.

Verletzung durch Biss ins Gesäß

Auch auf einen vorbeilaufenden Passanten sei einer der Terrier losgegangen und habe ihn durch einen Biss ins Gesäß verletzt. Auch dieser Mann habe in einem Fahrzeug der Polizei Schutz vor den Tieren gesucht. Über Personalien dieser Person verfüge die Polizei allerdings nicht, erklärt Sebastian Trapmann, Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt.

Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt ist bei der Zentralen Leitstelle des Kreises auch für den Einsatz der Rettungswagen zuständig. Er bestätigt eine Alarmierung um 8.18 Uhr durch die Polizei. Die Sanitäter hätten am Ort jedoch im Rettungswagen bleiben müssen. Gründe dafür könne er nicht nennen.

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Die Verletzten hätten nicht versorgt werden können, weil sie sich in einem Polizeiauto befunden hätten. Kritiker planen Demo Später habe die Zentrale die Meldung erhalten, dass die Hunde erschossen wurden. Die Sanitäter hätten einen Verletzten in die Notfall-Chirurgie des GPR transportiert, schildert Schmidt.

Polizeisprecher Trapmann bestätigt, dass zwei Frauen, die angaben, mit den Hunden vertraut zu sein, nicht zu ihnen durchgelassen worden seien. Wegen ihrer Beharrlichkeit habe die Polizei einen Platzverweis angedroht. Interne Nachforschungen hätten allerdings ergeben, dass die Worte „Halt die Fresse“ und „Verpisst euch“ von Seiten der Polizei nicht gefallen seien, so Trapmann.

Bislang kein Ermittlungsverfahren eingeleitet

Der Hundehalter sei zwischenzeitlich informiert worden, er habe es aber nicht geschafft, rechtzeitig zum Friedensplatz zu kommen. Da eine Gefährdung für weitere Unbeteiligte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auszuschließen gewesen sei, habe die Polizei die beiden Terrier getötet.

Abschließend weist die Polizei darauf hin, dass ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video, das die Schussabgaben auf die beiden Hunde zeigt, lediglich wenige Augenblicke des Polizeieinsatzes umfasse, der fast eine Stunde gedauert habe.

Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Noah Krüger, sind in seiner Behörde mittlerweile mehrere Strafanzeigen gegen den Polizeischützen eingegangen. Die Anzeigen seien sowohl bei der Staatsanwaltschaft direkt als auch bei einigen Polizeidienststellen erstattet worden.

Die Staatsanwaltschaft selbst habe bislang kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Man wolle erst die vorliegenden Anzeigen prüfen, sagte Krüger.

Die Kritiker des Polizei-Einsatzes haben online für Sonntag zu einer Demonstration vor der Rüsselsheimer Polizeistation aufgerufen. Dazu haben sich bereits 2500 Personen angemeldet. (ers)

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