Einer achtköpfigen Familie aus Dietzenbach, die seit 1992 in Deutschland lebt, droht die Abschiebung. Die Ausländerbehörde des Kreises Offenbach behauptet, die Familie stamme nicht aus Palästina, sondern aus Jordanien.
Schon im Dezember 2007 standen die Khateebs daher trotz massiver Proteste und trotz Dokumenten, die offenbar bestätigen, dass der Vater aus Djenin stammt, vor der Abschiebung. Damals habe sich, wie Hassan Khateeb (21), der älteste Sohn, sagt, allerdings der Pilot geweigert, die verängstigte Familie mitzunehmen.
Der Vater wurde später trotzdem nach Jordanien abgeschoben. Seit Gründung der AG Wohlfahrt, einer Ermittlungsgruppe von Kreis und Polizei, sind 49 Palästinenser, die die AG für Jordanier hält, abgeschoben worden. 70 verließen Deutschland nach Druck "freiwillig".
Nun droht offenbar den in Dietzenbach verbliebenen Familienmitgliedern ebenfalls die Abschiebung. Die Ausländerbehörde habe seinen Anwalt vor einer Woche angerufen, und gesagt, die Familie solle freiwillig ausreisen, sonst werde sie abgeschoben, sagt Khateeb, ein Jura-Student.
Die jüngeren Kinder sprechen kein Arabisch
Er ist als Kind nach Deutschland gekommen, die jüngeren Geschwister sind alle hier geboren, sprechen kein Arabisch. Einer der Brüder steht vor seinem Fachabitur, eine Schwester besucht die zwölte Klasse des Gymnasiums.
Kreissprecherin Kordula Egenolf sagte gestern, es gebe einen Vergleich, nach dem die Familie bereits hätte ausreisen müssen, sobald Hassan Khateeb Abitur hat. Bisher hätten allerdings noch Papiere gefehlt. Khateeb betont, der Vergleich sei nur unter der Drohung, sonst direkt ausreisen zu müssen, zustande gekommen.
Die Pläne der Ausländerbehörde stoßen in Dietzenbach auf Empörung. Das Aktionsbündnis gegen Abschiebung und Wohlfahrt-Hetze will, wie Sprecher Zabih Nawabi am Freitag sagte, mit einer Mahnwache gegen die Abschiebung ihrer Nachbarn demonstrieren. Das Bündnis plant zudem für den 19. September eine Demo in Offenbach, um die Auflösung der AG Wohlfahrt zu fordern.
Der Verein Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach hat am Donnerstag dem Petitionsausschuss des Hessischen Landtags eine Petition für ein Aufenthaltsrecht der Familie übermittelt. "Uns vorliegende Dokumente bestätigen, dass die Familie tatsächlich Palästinsener sind", heißt es. Das sei etwa eine Registration Card des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge. Der Vorwurf, sie hätten falsche Angaben gemacht und sich Sozialleistungen erschlichen, sei somit hinfällig.
Kontakt zur Gruppe gegen Abschiebung: 0163 / 2 93 19 58.

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