"Fromm, bescheiden und sittsam", zitiert das Shirt, auf einem anderen steht: "Schamloses Weib". "Das schenken Eltern gerne ihren Töchtern", sagt Richard Haxel und grinst.
Mit drei Geschäftspartnern verkauft er seit einem Jahr Merchandising-Artikel zu Büchern. "Das geht besonders da, wo man eine langanhaltende Fangemeinde hat", sagt Haxel, und deshalb steht er am Samstag an einem der zwölf Stände des 24. Buchmesse Convents (BuCon).
Um die 300 Fantasy-Liebhaber tauschen sich im Sprendlinger Bürgerhaus bei der Parallelveranstaltung zur Frankfurter Buchmesse über ihr Lieblingsgenre aus. Fans aus dem gesamten deutschsprachigen Gebiet, sagt Roger Murmann, einer von drei Organisatoren. Fans, die teilweise schon seit Jahren dabei sind. Wie Volkmar Kuhnle, der verkauft, was zu Hause so rumfliegt: Fantasy- und Science-Fiction-Romane, dazwischen ein Buch über Hamsterpflege.
Inzwischen sind Werwölfe en vogue
Klassische Science Fiction, sagt Kuhnle, "ist ein bisschen ins Hintertreffen geraten". Nach den "Herr der Ringe"-Filmen habe es einen Fantasy-Boom gegeben. In jüngster Zeit waren Vampire angesagt. "Die sind aber fast schon wieder out", sagt Kuhnle, denn Stéphenie Meyer, Autorin der erfolgreichen "Twilight"-Serie, schreibt inzwischen über Werwölfe.
Die Fantasy-Szene ist vielfältig. Neben Familien blättern im Bürgerhaus Frauen in langen schwarzen Gewändern in dicken Romanen. Sie tragen Kreuze um den Hals, eine einen Zylinder mit Schleier. "Die Fantasy-Szene steht teilweise der Gothic-Szene nah", erklärt Richard Haxel. "Mittelalter, das Viktorianische, Vampirismus", das gehöre alles dazu. Fantasy ist offen für jedermann. Die bekanntesten deutschen Autoren heißen Christoph Hardebusch, Markus Heitz und Karl Heinz Witzko. Sie schreiben über Dämonen, Drachen, Werwölfe.
Auf dem BuCon stellen sich 50 Autoren vor. "Auf der Buchmesse gehen die unter", sagt Roger Murmann. "Wir sind im Vergleich klein, aber wichtig für die Szene. Hier hat manche Karriere begonnen." Vielleicht auch bald die des Autorenensembles Dark Knights.
"In Zeiten, wo die Realität härter wird, flüchten die Leute gerne in Welten, die garantiert nichts mit ihrer zu tun haben", sagt Autorin Tanya Carpenter. Mit ihren Mitstreitern schreibt sie Fantasygeschichten, gerne mit humoristischen, romantischen und erotischen Elementen. Gar nicht fromm, bescheiden und sittsam.

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