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Dreieich: Vernetztes Wissen im Klassenzimmer

Im Haus des lebenslangen Lernens gibt es den ersten digitalen Schulungsraum in Hessen. Er macht Stift und Papier im Unterricht aber nicht überflüssig, ist Strothoff-Schulleiter Koini sicher.

Wie Bildung in Zukunft vermittelt werden kann, wird jetzt im Haus des lebenslangen Lernens (HLL) auf dem Campus in Dreieich-Sprendlingen ausprobiert. Dort gibt es jetzt das angeblich erste digitale Klassenzimmer Hessens.
Wie Bildung in Zukunft vermittelt werden kann, wird jetzt im Haus des lebenslangen Lernens (HLL) auf dem Campus in Dreieich-Sprendlingen ausprobiert. Dort gibt es jetzt das angeblich erste digitale Klassenzimmer Hessens.
Foto: Sascha Rheker

Wie Bildung in Zukunft vermittelt werden kann, wird jetzt im Haus des lebenslangen Lernens (HLL) auf dem Campus in Sprendlingen ausprobiert. Das HLL, die dort ansässige Strothoff International School und die Unternehmen Intel und Adobe haben eine Kooperation beschlossen.

Die Bereitstellung von Knowhow, von Hard- und Software sowie Schulungen der Lehrkräfte durch die Hersteller sind die Basis dieses Schrittes in Richtung eLearning, dem Lernen mit Hilfe von elektronischen Medien.

Manifestiert wird die neue Zusammenarbeit im ersten digitalen Schulungs- und Präsentationsraum Hessens im dritten Obergeschoß des HLL. Er ist ausgestattet mit besonders robusten Computern und der Adobe-eLearning-Suite und soll auch von Besucherklassen aus dem gesamten Kreis Offenbach genutzt und auf seine Praxistauglichkeit geprüft werden können, sagte Landrat Peter Walter (CDU).

Die von den Kooperationspartnern Adobe Systems und der Intel-Bildungsinitiative gestellten Mittel ermöglichen es den Schülern künftig, sich sowohl untereinander als auch mit ihren Lehrkräften zu vernetzen und multimediale Lerninhalte zu erstellen und zu bearbeiten.

Stift und Papier würden deshalb im Unterricht nicht überflüssig, betonte Andreas Koini, Leiter der Strothoff-Schule. Die Laptops sollten vielmehr als Gebrauchsgegenstand den Unterricht erleichtern. "Die Herausforderung des lebenslangen Lernens lässt sich nicht mit tradierten Lernformen stemmen," sagte Peter Walter. "Wir wollen aber auch an den Schulen keine Friedhöfe von Hardware schaffen", die Lehrer müssten überzeugt und geschult sein, die neuen Medien auch anzuwenden.

Deutschlandweit habe das Programm "Intel - lehren für die Zukunft", entwickelt für die Lehrerfortbildung, bereits weit mehr als 400.000 Pädagogen erreicht, sagte Dietmar Rohlf, "Director Embedded Business Public Sector" von Intel Deutschland. Da die Schüler oft im Umgang mit Computern vertrauter seien als manche Lehrer, sei eine ganz neue Chance für die Zusammenarbeit im Unterricht gegeben.

"Unsere Produkte unterstützen Pädagogen dabei, die Sprache ihrer Schüler zu sprechen und Lerninhalte den jungen Menschen genau so anzubieten, wie diese in ihrem privaten Umfeld schon längst kommunizieren: mit Videos, Bildern und Audio-Inhalten," sagte Harald Esch, Geschäftsführer Zentraleuropa Adobe Systems.

Auch das hessische Kultusministerium verfolgt mit Interesse das Projekt im Haus des lebenslangen Lernens: Es sei ein erster Ansatz, sagte Rudolf Peschke, Referatsleiter für Neue Medien - und wünschenswert, dass das Beispiel des HLL hessenweit ausstrahlen werde.

Autor:  Sigrid Aldehoff
Datum:  5 | 11 | 2009
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