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Flughafen Frankfurt: Gemeinsam gegen Ausbau

Menschen aus Rödermark fürchten noch mehr Tiefflieger über ihren Dächern. Und die Flugsicherung macht ihnen auch keine Hoffnung auf eine neue Route.

Rödermärker Bürger rüsten sich für den Widerstand gegen den Ausbau des Flugplatzes Egelsbach. Sie befürchten, dass er ihnen noch mehr Lärm beschert. Schon jetzt flögen an manchen Tagen zehn Business-Jets allzu niedrig über die Häuser im Breidert und im Urberacher Süden. „Irgendwann sind es 50“. Das sagte Rainer Hoffmann von der Rödermärker Bürgergruppe gegen Fluglärm und Tiefflüge am Mittwochabend zu den 100 Zuhörern, die zur ersten Informationsversammlung der vor einem Jahr gegründeten Initiative in den Bücherturm gekommen waren. Die Gefahr bestehe, dass der noch zum größten Teil von Kleinflugzeugen genutzte Flugplatz zu einer Dependance des Frankfurter Flughafens für den Geschäftsverkehr werde, sagte Hoffmann.

Noch im Jahr 2000, so führte sein Kollege Klaus Neumann aus, habe es nur 91 Jet-Flüge im Jahr gegeben, im vergangenen Jahr seien es schon mehr als 1000 gewesen. Die Hessische Flugplatzgesellschaft bestätigt auf Anfrage, dass die Zahl der Jet-Flüge steigen soll. Derzeit flögen durchschnittlich zwei Jets am Tag den Flugplatz an, nach dem Ausbau könnten es im Schnitt vier werden, sagt Pressesprecherin Nina Lamprecht.

Jets sollen in Wald ausweichen

Die Gruppe drängt zudem, wie die Stadt, auf einen Sitz Rödermarks in der Fluglärmkommission, wo sie bisher nur Gaststatus genießt, und auf eine Veränderung der Anflugroute für die Jets. Diese fliegen seit 2008 von Osten geradewegs über den Süden der Stadt auf die Landebahn zu. Schon vor zwei Jahren forderte Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) das wieder zu ändern und schlug eine Alternative vor, die etwas südlich versetzt über Wald Richtung Flugplatz führt.

Doch auch trotz einer Resolution und eines Stadtverordnetenbeschlusses vom Februar, die die Forderung wiederholten, hat sich die Situation für Rödermark seitdem eher verschlechtert. Zwar haben Rödermärker Politiker und die Initiative ihre Bedenken und Vorschläge inzwischen der Deutschen Flugsicherung und am 8. Juli auch dem Regierungspräsididenten vortragen können. Doch ohne Erfolg. Die Deutsche Flugsicherung hält an der Route fest.

Sie sei Ergebnis einer Risikobewertung, in die verschiedene Faktoren eingeflossen seien, auch, was fliegerisch machbar ist. Über den Wald müssten die Maschinen einen großen Radius fliegen. Dieses Ergebnis habe man der Stadt auch beim Treffen mitgeteilt, sagt Pressesprecherin Kristina Kelek.

Dass sich die Rödermärker Bürger gegen mehr Lärm wehren müssen, war am Mittwochabend Konsens. Umstritten waren nur die Wege des Widerstandes. Mancher bezweifelte etwa, dass Beschwerdeanrufe beim Flugplatz viel bewirken. Eine Zuhörerin warnte davor, lediglich auf Flugsicherung und Regierungspräsidium als Gesprächspartner zu setzen. Der richtige Adressat für die Forderungen sei Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP). „Wann wird die juristische Keule herausgeholt?“, fragte ein Bürger.

Tanja Richter von der Egelsbacher Initiative Flag-E, die schon lange gegen die Ausbaupläne kämpft, sagte, ihre Gruppe bereite Mustereinwendungen gegen den Ausbau vor. Sie rechne damit, dass die Flugplatzbetreiberin noch diesen Herbst den Austrag für den Ausbau stelle und ein Planfeststellungsverfahren folge. Es sei sehr wichtig, dass sich jetzt auch die Rödermärker organisieren. Die Bürger müssten gemeinsam auch in Richtung des US-Investors Warren Buffet ihre Botschaft transportieren. Geplant ist für 21. August auch wieder eine Sternfahrt mit anschließendem Fahrradcorso um den Flugplatz.

Die Stadt brauche schnell professionelle Rechtsberatung, um Strategien für das Verfahren zu entwickeln, sagte CDU-Fraktionschef Michael Gensert. Stadtverordnetenvorsteher Jörg Rotter (CDU) versprach, zu einer Bürgerversammlung mit der Deutschen Flugsicherung auf dem Podium einzuladen.

Autor:  Christoph Manus
Datum:  22 | 7 | 2011
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