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Interview mit Lauftreff-Chef: "Das Wetter ist Nebensache"

Laufen, auch wenn es kalt und dunkel ist? Der Neu-Isenburger Läufer Burkhard Ammon spricht im FR-Intrerview über Motivation und die richtige Ausrüstung.

Burkhard Ammon leitet den Lauftreff Neu-Isenburg.
Burkhard Ammon leitet den Lauftreff Neu-Isenburg.
Foto: FR/Müller

Hallo Herr Ammon, ganz schön mieses Wetter zurzeit. Waren Sie heute morgen schon laufen? Nein, heute noch nicht.

Und gestern? Auch nicht.

Zur Person

Burkhard Ammon leitet den Neu-Isenburger Lauftreff. Seit mehr als 20 Jahren schnürt der 71-Jährige regelmäßig seine Laufschuhe.

Der Lauftreff startet an vier Tagen in der Woche vom Sportpark aus. Die Teilnahme ist kostenlos. Infos: www.lauftreff-neu-isenburg.de. (mf )

Aha, es ist ihnen wohl zu nass und kalt draußen. Da muss ich Sie leider enttäuschen. Am Wetter liegt es nicht. Ich gehe seit Jahren an zwei festen Tagen in der Woche laufen: mittwochs und samstags.

Bei Wind und Wetter? Ja, bei Wind und Wetter.

Viele Läufer meinen ja, ihr Sport sei die großartigste Beschäftigung überhaupt. Aber mal ehrlich: Wem macht es Spaß, bei Eiseskälte und in Dunkelheit durch den Wald zu rennen? Wissen Sie, das Wetter ist eigentlich Nebensache. Ich bin jetzt seit mehr als 20 Jahren Läufer. Es macht mir Spaß. Es tut mir gut. Ich freue mich darauf. Deshalb denke ich nicht darüber nach, ob es draußen nass und kalt ist. Ich ziehe mir meine Laufsachen an und gehe los.

Also gibt es keinen inneren Schweinehund, den Sie austricksen müssen? Manchmal schon, aber mit dem Austricksen habe ich es leicht. Als Leiter des Isenburger Lauftreffs weiß ich, dass die Gruppe auf mich wartet. Ich kann also nicht einfach zuhause bleiben.

Haben Sie einen Tipp für Anfänger, wie man trotz widriger Witterungsbedingungen dabei bleibt? Man sollte sich am besten Laufpartner suchen. Das motiviert. Es gibt fast in jeder Stadt einen Lauftreff, wo man ganz ohne Verpflichtungen Kontakt zu Gleichgesinnten findet. Bei uns in Neu-Isenburg etwa kommen bis zu 100 Leute, die dann in Gruppen auf verschiedenen Strecken durch den Wald laufen. Nicht nur Läufer, sondern auch Walker und Nordic-Walker sind dabei. Da findet jeder Anschluss.

Im Herbst und Winter ist es bereits dunkel, wenn Sie mit ihren Leuten loslaufen. Ist da nicht gerade im Wald die Verletzungsgefahr groß? Die Hauptwege sind auch bei Dunkelheit noch ganz gut erkennbar - besonders dann, wenn die Bäume schon ihre Blätter verloren haben. Es gibt aber auch Stirnlampen, mit denen man den Boden vor seinen Füßen beleuchten kann.

Wo Sie gerade das Thema Ausrüstung ansprechen: Laufen gilt ja als recht kostengünstiger Sport - zumindest im Sommer, wenn man nur Schuhe, kurze Hose und T-Shirt braucht. Aber im Winter wird es teuer, oder? Das kommt darauf an. Es macht schon Sinn, im Winter Kleidung aus atmungsaktivem Mikrofaserstoff zu benutzen. Denn Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, wird kalt und schwer. Speziell für Sportler entwickelte Funktionskleidung dagegen transportiert die Feuchtigkeit nach außen und hält den Körper trocken. Diese Dinge haben ihren Preis. Wer sparen will, wird aber unter Umständen auch beim Discounter fündig.

Gibt es auch etwas, das Sie am Laufen in der dunklen Jahreszeit besonders schätzen? Ja, die Luft ist meist sehr frisch. Das ist angenehmer als im Sommer.

Interview: Maurice Farrouh

Datum:  17 | 10 | 2009
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