Wer auf der Bundesstraße 486 zwischen Langen und dem Dreieicher Stadtteil Offenthal unterwegs war, hat sich sicherlich schon gefragt, was da zwischen den Wipfeln der Buchen und Eichen herausragt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat dort einen Turm errichten lassen, in den bald High-Tech einziehen wird. Das Bauwerk ist rund 40 Meter hoch und gehört künftig zum Radarverbundsystem des Deutschen Wetterdienstes.
Weitere 16 Standorte wurden in ganz Deutschland eingerichtet, um wichtige Informationen über die Wetterentwicklung zu gewinnen. Sobald die Technik in dem Turm in Betrieb genommen wird, soll ein rotierendes Radargerät elektromagnetische Wellen in die Atmosphäre senden. Diese werden bereits von den kleinsten Wassertropfen reflektiert. Anhand dieser Daten ist es Meteorologen dann möglich, Wolken und Niederschlagsbildung genau zu verfolgen und Vorhersagen und Warnungen für die kommenden Stunden herauszugeben.
Das Beobachtungsinstrument empfängt Informationen aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Der Standpunkt zwischen Offenthal und Langen ist dabei nach Darstellung des Wetterdienstes von besonderem Interesse für den Flughafen Frankfurt. Dieser nutzt kontinuierlich die Informationen, um die Flugsicherheit zu gewährleisten.
Wetter kann genauer vorhergesagt werden
Auch das Technische Hilfswerk sowie Feuerwehren sind an das Radarverbundnetz des DWD angeschlossen, um bei Sturmwarnungen zu sehen, welche Gebiete besonders betroffen sind und wann sich die Lage wieder entspannt. "Von dem Radarsystem profitiert jeder - der Katastrophenschutz ebenso wie derjenige, der einfach nur per Telefon oder Internet Auskunft über die allgemeine Wetterentwicklung erfragen will", betont Gerhard Lux, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes.
In den vergangenen drei Jahren nutzten die Meteorologen einen Turm der Fraport direkt am Flughafen. Doch ein größerer Abstand zum Flugplatz verbessere die Sicherheit des Ergebnisses, sagt Lux. Deshalb habe der Wetterdienst sich schon vor einiger Zeit mit den Kommunen zu Gesprächen zusammengesetzt und nun das Grundstück gepachtet.
Der Rohbau des Turmes an der B486 ist bereits abgeschlossen. Zwischen Mai und Juni soll mit Hilfe eines Spezialkrans das Herzstück aufgesetzt werden, das Radom. Die weiße Radarkuppel enthält das eine Million Euro teure Wetterradar, das laut Lux eines der modernsten in ganz Europa ist und extra aus den USA importiert würde. Bis die Meteorologen das komplexe Gerät schließlich in Betrieb nehmen, kann es laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes jedoch Herbst werden.
Die Rillen und Maserungen an der Außenwand des Turmes sollen dazu dienen, dass sich das Gebäude optisch an die Waldlandschaft anpasst. "Der Wetterturm ist der schickste in ganz Deutschland und wird sich als Markierungspunkt eignen", meint Lux.

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