Die Kunden der Stadtwerke Langen werden vom nächsten Jahr an gleich mit einer dreifachen Preis-Steigerung konfrontiert. Der Energieversorger verlangt ab 2010 mehr für die Müllentsorgung sowie für die Gas- und Stromlieferung.
Ein Vier-Personen-Haushalt, der eine 120-Liter-Abfalltonne alle 14 Tage leeren lässt, wird nach den Berechnungen der Stadtwerke im Jahr 14 Euro mehr zahlen müssen. Die Entsorgung kostet dann für zwölf Monate 242 Euro.
Die drei Stadtwerke im Westkreis Offenbach sind bei den Strompreisen im Vergleich zu bundesweiten Anbietern teurer. Dreieich liegt im Internet-Vergleichsrechner Verivox bei den Jahreskosten um rund 260 Euro höher als der günstigste Anbieter, Neu-Isenburg um etwa 240 Euro - und Langen liegt sogar rund 300 Euro über dem günstigsten Mitbewerber.
Langens Stadtwerke-Chef Manfred Pusdrowski sagt, er halte nichts von der Internet-Recherche bei Verivox, weil man die unterschiedlichen Tarife nur schwer vergleichen könne. Er gibt jedoch zu, dass mancher Internet-Anbieter günstiger sei, hebt aber die lokale Präsenz der Stadtwerke hervor und weist seine Kunden auf die "garantierte Störungsbeseitigung" hin. aim
Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Pusdrowski versucht seine Kunden mit dem Hinweis zu trösten, dass die Preise für die Müllabfuhr trotz der Steigerungen noch unter den Gebühren von 2002 liegen.
Auch beim Strom müssen die Langener und Egelsbacher tiefer in die Tasche greifen. Ein typischer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 3500 Kilowattstunden zahlt künftig per annum ungefähr 55 Euro mehr für den Strom als bisher. Last but not least erhöhen die Stadtwerke den Gaspreis.
Die Steigerung mache in einem Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr ein Plus von 54 Euro (Prima-Tarif) oder 96 Euro (Basis-Tarif) aus. Beim Strom liegt die Erhöhung bei 6,5 Prozent, beim Gas bei 3,5 und bei den Müllgebühren bei 6,1 Prozent.
Zickzackkurs bei den Gaspreisen
Die Gaspreise fahren wegen der Koppelung an den Ölpreis einen Zick-Zackkurs. Die Stadtwerke haben ihn früher schon mehrmals erhöht, in diesem Jahr dreimal gesenkt und ab Januar steigt er wieder.
Zurück zum Müll. Bei der Suche nach den Ursachen der Ausgabensteigerung beim Abfall hat der Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Pusdrowski den eigenen Wertstoffhof und die Rhein-Abfallgesellschaft (RMA) im Blick.
Letztere hat die Preise für die Entsorgung des Hausmülls seit 2006 um fast 50 Prozent erhöht, klagt Pusdrowski. Er stellt fest, dass es in einigen Kommunen wegen dieser Steigerung brodele. Andererseits hat er Verständnis für die Erhöhung, denn die RMA "muss viel Geld für die Deponie-Nachsorge aufwenden".
Mehr Bauchschmerzen bereitet dem Geschäftsführer der Stadtwerke allerdings, dass die Einnahmen für den Verkauf der auf dem Wertstoffhof angelieferten Alt-Rohstoffe wie Papier oder Metall stark zurückgegangen seien.
Durch die Veräußerung des Altpapiers konnten die Stadtwerke 2008 auf der Einnahmenseite knapp 250.000 Euro verbuchen. Für das nächste Jahr seien lediglich 96.000 Euro prognostiziert, sagt Pusdrowski auf Nachfrage. Beim Metall konnte der Energieversorger vergangenes Jahr 124.000 Euro erwirtschaften. Diese Einnahme werde 2010 voraussichtlich auf 30.000 Euro sinken.
Die Erlöse aus dem Verkauf der Wertstoffe gehen nach Darstellung des Stadtwerke-Chefs im vierten Quartal 2008 gar gegen Null. "Uns fehlen 200.000 Euro im Jahr", sagt Pusdrowski.
Wenn die Stadtwerke von ihren Kunden vom nächsten Jahr an mehr Geld verlangen, reiche diese Summe nach Auskunft von Manfred Pusdrowski bei weitem nicht aus, um alle Kosten zu decken. Es werden weitere Sparmöglichkeiten gesucht. Die Stadtwerke setzen dabei auf die Biotonne, die ab 2011 ins Rollen kommen soll.
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