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12. Dezember 2012

Neu-Isenburg Straßenbahntrasse: Keine Chance für Ausbau

 Von Maurice Farrouh
Endstation: Bislang fährt die Straßenbahnlinie 14 bis an die Isenburger Stadtgrenze.  Foto: Rolf Oeser

Die Verlängerung der Straßenbahntrasse von der Neu-Isenburger Stadtgrenze entlang der Frankfurter Straße nach Dreieich ist allenfalls in ferner Zukunft realisierbar. Bürgermeister Herbert Hunkel will das Projekt aber als Option im Blick behalten.

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Die seit Jahren diskutierte Verlängerung der Straßenbahntrasse von der Neu-Isenburger Stadtgrenze entlang der Frankfurter Straße bis nach Dreieich ist für die Stadt Neu-Isenburg nur eine langfristige Option. Das hat Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) nun klargestellt.
Sie sei zwar im regionalen Flächennutzungsplan enthalten und auch Teil einer Ideenskizze des Regionalverbands. Aber wegen der erwarteten Kosten von 20 bis 50 Millionen Euro sei eine Realisierung zurzeit nicht vorstellbar, so der Bürgermeister. Man wolle die Option aber weiter im Auge behalten, sagte Hunkel. Das Stadtparlament hat sich in der Vergangenheit bereits gegen den Ausbau ausgesprochen.

Hunkel machte klar, dass auch die Stadt den Weiterbau nicht nur aus finanziellen Gründen mit gemischten Gefühlen sieht. „Wir wollen keine Oberleitungen auf der Frankfurter Straße haben“, sagte Hunkel. Diese Stromtrassen verschandelten das Stadtbild. Zwar gebe es auch Straßenbahnen, die nicht mit Hilfe von Oberleitungen angetrieben werden. Die Umrüstung der Frankfurter Bahnen könne aber noch Jahre dauern.

Dass die Stadt den Ausbau als mögliche Option für die Zukunft auf dem Zettel behalten will, ist der Isenburger FDP schon zu viel. Bürgermeister Hunkel solle sich mit solchen „koalitionsmeinungsfernen“ Aussagen zurückhalten, maulten die Liberalen.

Die Priorität der Stadt Neu-Isenburg liegt jedoch ohnehin auf dem Bau der Regionaltangente West (RTW), wie Hunkel betonte. Dieses für Neu-Isenburg enorm wichtige Projekt gelte es weiter voranzutreiben. Gerade hat die Stadt mehr als eine Dreiviertelmillion Euro an Planungskosten für die geplante Trasse in den Haushalt eingestellt.

Gleichzeitig müsse Neu-Isenburg weiterhin durch die Straßenbahnlinie 14 an Frankfurt angebunden bleiben. Die Stadt Frankfurt plant zurzeit, die Linie in Frankfurt-Louisa enden zu lassen und Neu-Isenburg stattdessen über die vom Hauptbahnhof kommende neue Linie 17 anzufahren. „Wir wollen beide Linien“, betont Hunkel die Position der Stadt.

Im Januar werde sich das Stadtparlament von Vertretern der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaften VGF und Traffiq die Pläne der Nachbarstadt für den Ausbau des Straßenbahnnetzes und den Anschluss Neu-Isenburgs erläutern lassen.
Interesse an Car-Sharing
Dass die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Neu-Isenburg noch Raum für Verbesserungen bietet, ist auch dem Magistrat klar. „Vieles ist aber nicht einfach umzusetzen“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) und nennt als Beispiel das Thema Car- und Bikesharing. In der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments stand gerade ein Antrag der SPD zu diesem Thema auf der Tagesordnung.

Der Magistrat solle prüfen, ob private Unternehmen dazu gewonnen werden können, diese in Neu-Isenburg anzubieten. Die Stadt soll das nach Möglichkeit nichts kosten. Der Antrag wurde zur weiteren Erörterung zunächst in den Verkehrsausschuss verwiesen. In der Verwaltung haben sie allerdings schon Erfahrungen mit dem Thema gemacht. „Damit haben wir uns schon eingehend beschäftigt“, sagt Stadtrat Schmitt und betont das große Interesse, das der Magistrat an solchen Angeboten habe. „Das wäre ein großer Gewinn für die Mobilität in Neu-Isenburg.“

Es sei allerdings so, dass für kommerzielle Anbieter die Stadt wegen ihrer geringen Größe nicht gerade attraktiv sei. „Die wollen Großstädte“, sagt Schmitt. Selbst Offenbach könne einige seiner Car- und Bikesharing-Modelle nur anbieten, weil es sich entsprechende Fördergelder habe sichern können.

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