Ans Baujahr 1955 erinnern nur noch die Treppen und ihre Geländer. Davon abgesehen wirkt die Baustelle des Neu-Isenburger Rathauses wie ein fast fertig gestellter Neubau. Ein Teil des Gebäudes ist noch im Stadium eines Rohbaus, in einem anderen Teil sind die Büros bereits gestrichen.
Die Eingangshalle wird in Zukunft eine Rampe für Rollstuhlfahrer haben, auch die Toiletten sind behindertengerecht umgebaut – die eine ist von links zu benutzen, die andere von rechts.
Die Struktur des Hauses ist noch die alte. Doch es hat sich so viel verändert, dass eine städtische Mitarbeiterin beim Rundgang durchs Rathaus sagt: „Irgendwo hier war mein Büro – wenn ich es genau wissen wollte, müsste ich die Türen zählen.“
Neben der energetischen Sanierung wurden auch die elektronische Infrastruktur, die Toiletten und Heizung komplett erneuert. Statt vieler kleiner Klimaanlagen wird die kühle Luft in Zukunft an drei zentralen Stellen gemacht. Und zum Stromsparen ist bereits die Solaranlage auf dem Dach installiert. „ Wir werden eigentlich kein sanierte s Rathaus bekommen, sondern ein neues“, sagte Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos).
Aufträge für 9,6 Millionen Euro hat die Stadt bisher vergeben. Eingeplant hatte sie reine Baukosten von etwa 10,4 Millionen Euro. Plus 1,54 Millionen für die Unterbringung im Übergangsquartier in der Siemensstraße.
Schon im vergangenen Jahr hatte die Stadt mit Gesamtkosten von rund zwölf Millionen gerechnet. Zweieinhalb Millionen dafür bekommt sie aus dem Konjunkturpaket, das die Bundesregierung während der Finanzkrise aufgelegt hatte.
Hinzugekommen sind nun noch Kosten in Höhe von 245 000 Euro. 200 000 Euro davon fallen für eine neue Telefonanlage und für die Aktualisierung der IT-Infrastruktur an, die bereits im Interimsrathaus zum Einsatz kommen. Um alle Arbeitsplätze mit Energie zu versorgen und zu vernetzen, werden insgesamt 16,4 Kilometer IT-Kabel und 31 Kilometer Elektroleitungen verlegt. Auf sechs schrankgroßen Servern wird die Stadt ihre Daten speichern.
Der Umbau der Polizeistation wird wohl 300 000 Euro teurer als in der Kostenschätzung 2009 veranschlagt. Das solle das Land als zuständige Behörde zahlen, so die Stadt. Darüber verhandelt sie derzeit mit dem Land.
Auf der Baustelle selbst läuft alles nach Plan. Die Stadt geht davon aus, dass ihre Mitarbeiter Ende Oktober wieder in die Hugenottenallee einziehen werden. Damit kein Baumaterial verschwindet, bewacht nun ein Schließdienst die Baustelle.

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