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Kreis Offenbach
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02. Juli 2014

Rödermark Schulen: Demo für freie Schulwahl

 Von 
Schüler und Eltern aus Rödermark sind sauer, weil die Ricarda-Huch-Schule fast nur noch Kinder aus Dreieich aufnimmt.  Foto: Renate Hoyer

Rödermärker Eltern fordern, dass ihre Kinder das Dreieicher Gymnasium besuchen dürfen. Vor dem Dietzenbacher Kreishaus demonstrieren sie für freie Schulwahl.

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Rödermark. –  

Für ihr Recht auf freie Schulwahl haben Rödermärker Eltern gestern vor dem Dietzenbacher Kreishaus demonstriert. Sie halten es für ungerecht, dass ihre Kinder nach den Sommerferien nicht die Ricarda-Huch-Schule in Dreieich besuchen dürfen, und fordern ein gerechtes Auswahlverfahren für das Gymnasium, bei dem Kinder aus Dreieich keinen Ortsbonus genießen.

„Lassen Sie die Rödermärker nicht hängen“, appellieren die Eltern in einem Flugblatt an Landrat Oliver Quilling (CDU). „Schaffen Sie Freiraum und fordern Sie Gleichbehandlung!“ Quilling war gestern auf Dienstreise. Er bot den Eltern aber über eine Mitarbeiterin ein Gespräch in der kommenden Woche an.

In Rödermark gibt es kein Gymnasium, sondern lediglich eine integrierte Gesamtschule, die Nell-Breuning-Schule. Seit Jahren schicken daher Rödermärker, die ihre Kinder lieber an einem Gymnasium unterrichtet haben wollen, diese auf die Ricarda-Huch-Schule. Zum kommenden Schuljahr dürfen aber nur sechs Rödermärker Kinder, deren Geschwister das Gymnasium besuchen, auf die Ricarda-Huch-Schule wechseln.

Schulleiter Knud Dittmann musste zum ersten Mal in seiner Zeit als Direktor des Gymnasiums 22 Kindern absagen. Die Schule sei verpflichtet, zunächst die Kinder aus Dreieich zu nehmen, sagt er. Deren Anzahl sei diesmal besonders groß gewesen.

Eltern ziehen vor Gericht

„Ich verstehe den Unmut der Eltern. Sie sind jetzt in einer schwierigen Lage“, sagt Dittmann. Er sei bereit gewesen, sieben fünfte Klassen anzubieten, um die Schüler aufzunehmen. Als Bedingung habe er vom Kreis als Schulträger aber gefordert, dass in den kommenden drei bis fünf Jahren zusätzliche Räume entstehen. Das habe dieser mit der Begründung abgelehnt, dass an der Nell-Breuning-Schule und der Weibelfeldschule, einer kooperativen Gesamtschule, Räume vorhanden seien.

Die Eltern der abgelehnten Kinder setzen nicht nur auf öffentlichen Protest. Einige von ihnen wollen gerichtlich durchsetzen, dass ihre Kinder auf das von ihnen gewünschte Gymnasium wechseln dürfen. Die Wiesbadener Rechtsanwältin Sybille Schwarz wird sie vertreten. Sie sieht die Wahlfreiheit der Eltern verletzt. Das Ortsprinzip bei der Auswahl der Schüler sei nicht durch das Gesetz gedeckt, sagt sie der Frankfurter Rundschau. Nach eigenen Angaben hat sie bereits mit mehreren ähnlichen Klagen Erfolg gehabt.

Der Rödermärker Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste/Grüne) hofft, dass die Angelegenheit rechtlich geklärt wird. Dass der Wohnort ein Kriterium für die Schulwahl sein soll, hält er für problematisch. Alle Kinder müssten prinzipiell den gleichen Zugang zu den verschiedenen schulischen Angeboten haben, betont Kern.

Der Leiter des Staatlichen Schulamts für Stadt und Kreis Offenbach, Peter Bieniussa, sieht die Wahlfreiheit der Eltern dagegen nicht verletzt. „Wir müssen kein Gymnasium, sondern einen gymnasialen Bildungsweg anbieten“, sagte er jüngst der FR.

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