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Kriminalität in Frankfurt/Rhein-Main
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01. Juni 2014

Frankfurt: Koran-Klau im Portikus

 Von 
Der britische Konzeptkünstler John Latham platzierte in seinem Werk "God is great" je ein Exemplar des Koran, der Bibel und des Talmud auf einem Feld mit zersplittertem Glas. Den Koran hat einer der Unbekannten aus dem Kunstwerk im Portikus an sich gerissen.  Foto: John Latham / Portikus

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt geht davon aus, dass der Angriff gegen ein Werk bei einer Kunstausstellung im Frankfurter Portikus religiös motiviert war.

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Frankfurt –  

Der Angriff auf ein Kunstwerk in der Ausstellungshalle Portikus hat möglicherweise einen islamistischen Hintergrund. Drei Männer hatten am Samstag einen Koran aus der Installation des britischen Künstlers John Latham gestohlen. Vieles spreche dafür, dass die Tat aus religiösen Gründen begangen worden sei, sagte Polizeisprecher André Sturmeit. Auch eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, die Tat sei „offensichtlich glaubensmotiviert“ gewesen. Die Ermittlungen habe die Abteilung Staatsschutz übernommen.

Die Installation des verstorbenen Künstlers Latham trägt den Titel „God is Great“ und besteht aus einem Feld mit zersplittertem Glas, auf dem je eine Ausgabe der Bibel, des Koran und des Talmud liegt. Am Samstag hätten die drei Männer zwischen 25 und 35 Jahren zunächst „lautstark und aggressiv“ mit dem Aufsichtspersonal über das Kunstwerk diskutiert, sagte Sturmeit. Dann hätten sie den Koran aus der mit rund 150.000 Euro versicherten Installation herausgenommen. Das Aufsichtspersonal und ein Besucher hatten die Täter noch zurückhalten wollen. „Es gab ein Gerangel“, sagte Sturmeit. Doch die Männer konnten schließlich entkommen.

Der hessische Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) verurteilte die Tat: Es dürfe nicht zugelassen werden, dass sich selbsternannte religiöse Sittenwächter anmaßten zu entscheiden, welche Kunst genehm sei und welche nicht. Auch im Portikus ist man schockiert und am Montag damit beschäftigt, „das restliche Kunstwerk zu sichern“, sagt Kuratorin Sophie von Olfers. Der Portikus bleibe daher vorerst geschlossen. (mit dpa)

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