Aktuell: Kommunalwahl 2016 Frankfurt | Kommunalwahl 2016 Hessen | Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen | Regionale Startseite
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Kriminalität in Frankfurt/Rhein-Main
In Kriminalitäts-Statistiken steht die Stadt Frankfurt immer wieder ganz oben. Zu recht? Was ist statistischer Effekt, was spiegelt die Wirklichkeit wider?

08. Januar 2016

Frau erstochen: Verdächtigte Brüder festgenommen

 Von Detlef Sundermann
In diesem Haus in der Hanauer Innenstadt starb eine 30-jährige Frau am Donnerstag nach Messerstichen.  Foto: dpa

Die Polizei hat zwei 21 und 26 Jahre alte Männer in der Nähe von Trier festgenommen. Sie sollen am Donnerstagabend ihre 30-jährige Schwester in Hanau erstochen haben. Die Getötete stammt aus Syrien.

Drucken per Mail

Nach der Ermordung einer 30-jährigen schwangeren Frau bei einem mutmaßlichen Familiendrama im hessischen Hanau hat die Polizei die beiden unter dringendem Tatverdacht stehenden Brüder des Opfers in der Nähe von Trier festgenommen. Spezialkräfte griffen die Männer im Alter von 21 und 26 Jahren an einer Straßensperre auf der Bundesstraße 51 in einem Taxi auf, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau mitteilten. Bei ihrer Festnahme leisteten die beiden keinen Widerstand - sie hatten nur Ausweise bei sich, aber kein Bargeld.

Die 30-jährige ist am Donnerstagabend mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt worden. Die Frau hinterlässt einen Mann und ein sechsjähriges Kind, teilt die Polizei mit. Laut bisheriger Erkenntnis soll ein Familienstreit die Tat ausgelöst haben. Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze schließt einen sogenannten Ehrenmord als Motiv nicht aus. Die Frau und ihre Familie sowie die gesuchten Brüder sind Flüchtlinge aus Syrien.

Nach bisherigen Informationen der Ermittler geschah die Tat gegen 22.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Freigerichtstraße in der südöstlichen Innenstadt von Hanau. Mutmaßlich ist es in der Wohnung zwischen der 30-Jährigen und ihren Brüdern zu einer Auseinandersetzung gekommen. Über den Inhalt konnten noch keine Angaben gemacht werden. Oberstaatsanwalt Heinze erklärt, dass der Ehemann, der bei der Auseinandersetzung leichte Verletzungen erlitten haben soll, mittlerweile „umfänglich vernommen“ worden sei. Gegen den ebenfalls 30 Jahre alten Mann liege jedoch kein Tatverdacht vor, betont Heinze.

Frau war schwanger

In der Wohnung soll die Frau mit einem Messer angegriffen und verletzt worden sein. Laut Heinze hat sich das weitere Verbrechen vermutlich im Treppenhaus abgespielt. Die Frau sei wegen ihrer schweren Verletzungen bei Eintreffen des Notarztes verstorben. Die Nachbarn sollen die Polizei alarmiert haben.

Eine erste Untersuchung zur Todesursache ergab, dass der 30-Jährigen sieben Stiche mit einem Messer zugefügt worden sind, davon zwei in den Hals und zwei in den unteren Brustbereich, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Über die Tatwaffe wurden keine näheren Angaben gemacht. Keine Erkenntnisse liegen auch vor, wer von den Brüdern die Frau tötete oder ob beide Männer zugestochen haben.

Die Frau war zum Todeszeitpunkt schwanger, mutmaßlich im vierten Monat. Genauere Erkenntnisse über die tatsächliche Zahl der Messerstiche und deren Tödlichkeit soll eine Obduktion ergeben. Die Rechtsmediziner haben damit am Freitagmittag begonnen, bis Redaktionsschluss lag noch kein Ergebnis vor.

Sonderkommando eingesetzt

Einer der Tatverdächtigen soll nur unweit von der Getöteten und ihrer Familie in einem Wohnhaus gewohnt haben. Der zweite Bruder lebte in einer Flüchtlingsunterkunft in Gelnhausen. Am frühen Freitagmorgen suchte dort die Polizei mit einem Sondereinsatzkommando nach den mutmaßlichen Tätern. Gegen den 21-Jährigen und den 26-Jährigen wird wegen Totschlag ermittelt. Sollten sich die Hinweise auf einen „Ehrenmord“ bestätigen, werde der Haftbefehl auf Mord geändert, heißt es. Ob mit den Messerstichen ebenfalls das ungeborene Kind getötet worden ist, wird mit der Obduktion geklärt.

Die Frau, ihr Ehemann und ihr Kind sollen seit Juli vergangenen Jahres in Hanau in der Wohnung untergebracht gewesen sein. Wie Polizeisprecher Neu berichtet, habe die Familie dort unscheinbar gelebt. Auch die Brüder der 30-Jährigen seien nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen bisher nicht aufgefallen. Laut Oberstaatsanwalt Heinze besteht die Vermutung, dass der nun tödliche Konflikt bereits in Syrien vor der Flucht seinen Anfang genommen hat.

[ Wie wollen wir wohnen? Die neue FR-Serie - jetzt digital oder gedruckt vier Wochen lang ab 19,50 Euro lesen. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Spezial

In Kriminalitäts-Statistiken steht die Stadt Frankfurt immer wieder ganz oben. Zu recht? Was ist statistischer Effekt, was spiegelt die Wirklichkeit wider?

Anzeige

Twitter

Anzeige

Altenhilfe der FR
Altenhilfe

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

ANZEIGE
- Partner